Annette Kolb
Das Exemplar
Romanedition fünf (Band 10)
Mit einem Nachwort von Gunna Wendt
Neuausgabe
Ganzleinenband, fadengeheftet, mit Prägung,
Geschenkbanderole und Lesebändchen, 216 Seiten
€ (D) 18,90
€ (A) 19,50
ISBN 978-3-942374-14-9
Erschienen September 2011

Selbstwerdung statt Mannfindung
Sommer 1909. Mariclée reist nach England, um einen Mann zu treffen. Als sie „das Exemplar“ um einen Tag verfehlt, beschließt sie zu warten und vertreibt sich die immer länger werdende Wartezeit auf einer bizarren Reise durch London, England und Irland. Aus Tagen werden Wochen und schließlich Monate. An Bord eines großen Passagierdampfers begegnet sie endlich nicht nur ihrem Angebeteten, sondern auch dessen Gattin und Schwiegermutter ... Das spannende, scharfsinnige und hinreißend eigentümliche Porträt einer jungen Frau, die das Wagnis eingeht, einer sehr unkonventionellen Vorstellung von Liebe nachzujagen.
Das Debüt einer der größten Schriftstellerinnen der 1920er Jahre und der ersten Preisträgerin des Fontane-Preises 1913. Der Roman ist seit seit 1982 nicht mehr aufgelegt worden und war lange Zeit vergriffen.
»Wie schön, wie vollkommen, wie meisterhaft der Schluss vom ›Exemplar‹ ist. Wenn nicht diese infame Entfernung wäre, ich würde Ihnen alle Blumen ins Haus schicken, die ich zu sehen bekomme.« Rainer Maria Rilke an Annette Kolb

© Monacensia
Annette Kolb (1870 -1967), Tochter eines Münchner Gartenarchitekten und einer Pariser Pianistin, setzte sich zeitlebens für die deutsch-französische Verständigung ein. Die Pazifistin lebte viele Jahre im Exil, zuletzt in den USA. Sie kehrte immer wieder nach Deutschland zurück. Mit Das Exemplar gelang ihr 1913 der Durchbruch als Schriftstellerin. In den 1920ern spielte sie eine bedeutende Rolle im deutschen Literaturleben und wurde – in Deutschland und Frankreich – mit zahlreichen Preisen geehrt.
»… aber nun kann ich Ihnen, gar nicht rasch
genug für mein Bedürfnis, versichern, wie schön, wie vollkommen, wie
meisterhaft der Schluss vom ›Exemplar‹ ist. Wenn nicht diese infame
Entfernung wäre, ich würde Ihnen alle Blumen ins Haus schicken, die ich
zu sehen bekomme, um nur etwas zu tun, was meiner Freude und
Ergriffenheit gleichkommt.«
Rainer Maria Rilke an Annette Kolb
»Ich
weiß nicht, ob es ein zweites Volk auf der Erde gibt, das seine Sprache
so wenig liebt. kennt und pflegt wie das deutsche … In einem anderen
Lande wäre Annette Kolb allein um ihrer schönen, graziösen Sprache
willen hochgeschätzt.«
Hermann Hesse
»Ihre
Sprache ist ganz unverwechselbar. Wundernett sagt sie oder was machen
die Amourschaften, oder Ich muss ihm eine politesse machen. Wenn sie
sich ärgerte, verfiel sie – wie alle Franzosen – vom ›Du‹ ins ›Sie‹. Wie
herrlich sind ihre kleinen Diners: Es wird einen olympischen Strudel
geben, wobei es ein Rätsel bleibt, wie sie sie finanziert. Denn
natürlich ist sie nicht reich; sie ist keine Hortende, keine Sparsame.
Das Geld weht sie an und weht auch wieder fort.«
Ursula von Kardorff, Die Welt
»Das
Zuverlässigste, was ich über Mademoiselle Kolb zu sagen wüsste, wäre:
dass sie eine Persönlichkeit war. Es ist nur schade, dass ich nicht
zuverlässig zu sagen weiß, was eine Persönlichkeit ist.«
Erich Kästner
»Wie
aber kann ich singen und sagen von der Herrlichen, Verehrungswürdigen,
der Einmaligen, ANNETTE KOLB? Wer ihr nicht begegnet ist, hat die
Bekanntschaft mit einer der wahrhaft großen Persönlichkeiten unserer
Zeit versäumt. Sie ragt wie ein Monument aus der Wirrnis der Zeiten.«
G. Bermann Fischer, Exilverleger von Annette Kolb