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Das Buch ist auch
als ebook erhältlich.

Marie Rotkopf

Antiromantisches Manifest

Eine poetische Lösung

Originalveröffentlichung
Broschur, 144 Seiten
€ (D) 14,90

ISBN 978-3-96054-044-1

Erschienen März 2017
Antiromantisches Manifest
Inhalt

Das Antiromantische Manifest ist eine Streitschrift für das Fremdsein als einzig mögliche Lebensweise.

»Ihr seid eine Mischung aus Eva Braun, Judith Butler und Yoko Ono, mit euren Tagen des Anderssein-Wollens in euren freien Ghettos, ihr merkt es nicht …«

Marie Rotkopf teilt ordentlich aus gegen Nationalromantiker und Poplinke, Postfeministinnen wie Patriarchen, Luther wie Mütter. Gefangene werden nicht gemacht. Rotkopfs Manifest ist eine Sammlung polemischer Betrachtungen einer Französin, die seit zehn Jahren in Deutschland lebt. Aber das stimmt nicht ganz, weil sie von allem die Hälfte ist, mit deutsch-französischen und jüdisch-arabischen Hintergründen, und wie Costa Gavras in »Z« gesagt hat: »Die Halbjuden sind die schlimmsten.«

Marie Rotkopfs Texte haben Widerhaken, man reibt sich daran, aber leider hat sie recht. In Gedichten, Tagebüchern, kurzen Prosastücken, in angriffslustig-kämpferischen und traurig-komischen Stücken schreibt sie an gegen eine Romantik, die zynisch und banalisierend ist, gegen das deutsche Bewusstsein, endlich ruhigen Gewissens auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Und wenn Gerechtigkeit unentbehrlich sein soll, müssen die verschleiernden romantischen Widersprüche wie Heimat, Nation und Volksgemeinschaft endlich in Frage gestellt werden. Sie setzt sich mit unpopulären Gedanken auseinander, mit Patriarchat, Krieg, Macht und Zensur. Sie hinterfragt die Begrenzungen.

Marie Rotkopf schreibt Poesie als Revolte; ihr Manifest ist ein Plädoyer für das Fremdsein als Freiheit. Es ist ein spottender Akt des Widerstands.

Zur Autorin
Marie Rotkopf
© Dirk Fellenberg

Marie Rotkopf, geboren 1975 in Paris, ist Autorin, Künstlerin und Kulturkritikerin. 1990/91 Internatsbesuch in Westdeutschland, Studium der Kunstsoziologie an der Sorbonne, lebt in Hamburg. Sie war Leiterin der Kommunikation des ersten zeitgenössischen Kunstmuseums in der Pariser Banlieue. 2007 Gründung der deutsch-französischen Künstlergruppe Internationale Surplace mit Daniel Megerle. Beiträge in und für diverse Kunstzeitschriften, Ausstellungen und Performances.

Termine
Marie Rotkopf liest aus Antiromantisches Manifest:
Hamburg | Mittwoch, 21. Juni, 19.30 Uhr | | Fête du Livre auf der altonale: Altonaer Verlage laden ein | Verlagsvorstellung, Lesung und Gespräch | | Programm: | Junius Verlag: 18 Uhr, Verlagsvorstellung, Stresemannstraße 375 | Edition Nautilus: 19.30 Uhr, Verlagsvorstellung und Lesung mit Marie Rotkopf, Schützenstraße 49a | Punktum Bücher: 21 Uhr, Lesung und Musik mit Günter Märtens, Tisch & Stuhl, Gaußstraße 60 | | Eintritte frei
Worpswede | Samstag, 24. Juni und Sonntag, 25. Juni | | PRE MORTEM – (Anti-) Aging for Artists | Marie Rotkopf und Fabienne Dumont: Witches of Worpswede | Lesung in deutscher und englischer Sprache | | Samstag, 24. Juni, 18 Uhr im Forum | Sonntag, 25. Juni, 11 Uhr vor dem Niedersachsenstein | | Veranstaltungsort: Künstlerhäuser Worpswede, Vor den Pferdeweiden 16-18 | | Eintritt: € 15,- für die dreitägige Konferenz
Wien | Freitag, 7. Juli, 17.30 Uhr | | Lesung und Gespräch | | Veranstaltungsort: Salon für Kunstbuch im 21er Haus, Arsenalstraße 1 | | Eintritt frei
Alle Termine unserer Autoren finden Sie auf unserer News-Seite
Textauszug

Wir versuchen, die verschiedenen paternalistisch-untergründigen Erscheinungen zu entschleiern und deren Formen zu bekämpfen.

Die Ikonen müssen wir zerschmettern.

Weil wir keine netten Spektakel mehr sehen wollen, sind wir ebenfalls gegen die Bewunderung oder Verehrung von Menschen oder Figuren, die uns verblenden.

Wir wollen die Instrumentalisierung aufkündigen.

Wir sind gegen NGOs.

Wir erwarten, dass Femen und Pussy Riot Aktionen in den USA machen, in the paradise of democracy and God’s own country.

Wir erkennen die Verbindung zwischen Pater-Nationalismus und Romantik.

Wir erlebten und erlitten deren Folgen schon im XX. Jahrhundert, und der Anblick von ukrainischen Nationalfahnen auf den Tassen von Femen lässt uns nicht lachen.

Wir wollen nicht hören, dass die Romantik nicht die dandyeske Hipster-Gestalt eines braven Konservatismus ist.

Wir würden gerne »rechts« schreiben, aber »rechts« ist inzwischen überall die Richtung.

Wir sind gegen Romantik, genauso wie wir gegen den KKK sind.

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