Flugschriften
Der Titel wird zeitgleich
als ebook erscheinen.

Klaus Gietinger

November 1918 – Der verpasste Frühling des 20. Jahrhunderts


Mit einem Vorwort
von Karl Heinz Roth

Originalveröffentlichung
Broschur, ca. 224 Seiten
ca. € (D) 18,–

ISBN 978-3-96054-075-5


Erscheint Anfang März 2018
November 1918 ? Der verpasste Frühling des 20. Jahrhunderts
Inhalt

Ein flammendes Plädoyer dafür, die verpasste soziale Revolution zwischen Kieler Matrosenaufständen und Weimarer Republik dem Vergessen zu entreißen!

100 Jahre nach dem November 1918 spricht man nur noch vom »Kriegsende«, vom »Zusammenbruch des Kaiserreichs«. Dabei war die Novemberrevolution tatsächlich ein Aufbruch, ein Aufbäumen gegen die herrschenden Klassen. Matrosen, Soldaten und Arbeiter waren noch bewaffnet – und sie hatten genug von den alten Eliten, sie wollten das allgemeine Wahlrecht, die Sozialisierung, die Zerschlagung des Militarismus und die Revolution – ein für alle Mal, jetzt oder nie!
Klaus Gietinger ruft in Erinnerung, wie die Führung der SPD und der Gewerkschaften den Krieg hingegen bis zum Schluss unterstützten und die Ordnung durch ein Bündnis mit den Militärs aufrechterhalten wollten. Diese unversöhnliche Spaltung der Arbeiterbewegung aber hat der Novemberrevolution den Todesstoß versetzt. Das Ergebnis waren auf Rache sinnende Herrschende in Wirtschaft, Verwaltung und Militär, die den verlorenen Krieg ihren zeitweiligen Verbündeten in den Arbeiterbürokratien geschickt anlasteten und auf eine Diktatur mit neuerlichem Weltmachtsstreben und Krieg hinsteuerten.
Dabei war der Kapitalismus auch international nie so gefährdet wie im November 1918. In zahlreichen europäischen Staaten begehrten die Massen auf. Wäre es in Deutschland gelungen, Basisdemokratie und echte Rätemacht zu verwirklichen, hätte die russische Oktoberrevolution eine Chance auf Humanisierung gehabt, und das 20. Jahrhundert hätte ganz anders verlaufen können.

»Klaus Gietinger gibt einen konzentrierten Überblick über die wesentlichen Etappen der revolutionären Nachkriegskrise, die zu Unrecht auf ihren Auftakt von Anfang November 1918 verkürzt wird.«
Karl Heinz Roth

Zum Autor
Klaus Gietinger

Klaus Gietinger, geb. 1955. Sozialwissenschaftler, Drehbuchautor und Regisseur. Er war Mitbegründer der Westallgäuer Filmproduktion und ist Produzent bei Igerfilm GmbH, zudem Autor und Regisseur zahlreicher Kinoproduktionen (Daheim sterben die Leut (1984), Schön war die Zeit (1988), Heinrich der Sänger (2001) und Fernsehspiele. Er schrieb und inszenierte diverse Tatorte. Klaus Gietinger lebt in Saarbrücken.

Weitere Titel in der Edition Nautilus:
Der Konterrevolutionär
Eine Leiche im Landwehrkanal

Textauszug

Die Einen wollten der Herrschaft, die diesen Krieg wesentlich verursacht hatte, die Rechnung präsentieren – dies waren die Massen. Die Anderen, die Arbeiterbürokraten, die mit ihrem Apparat großen Einfluss in den Betrieben und in der Gewerkschaftsbasis hatten, wollten genau dieses mit einem Bündnis mit jener Herrschaft, insbesondere den Militärs, verhindern. Die SPD-Führung und die Gewerkschaftsspitzen fürchteten sich nicht nur vor dem totalen Umsturz, vor der Umwertung aller Werte, dem radikalen Ende der jetzigen Militär-, Junker-, Kartell- und Bourgeoisieherrschaft in Deutschland, mit der sie sich so komfortabel arrangiert hatten, sondern sie fürchteten sich vor den eigenen Massen, denen sie, als autoritäre Charaktere, Emanzipation absprachen. Massen, die sie mittels der »Heerstraße der parlamentarischen Beratung« regieren wollten, damit diese alternativlos nur eines wählten: Kapitalismus mit sozialer Garnitur.

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