Ingvar Ambjørnsen
Mann im Schrank
ErzählungenDeutsche Erstausgabe
Klappenbroschur, 120 Seiten
€ (D) 12,–
€ (A) 12,40
ISBN 978-3-89401-195-6
Der Mann im Schrank ist ausgetickt. Seine Nerven hängen wie Spaghettienden aus der Haut. Er hat diesen »Belsenblick«: leer, freudlos, halbtot, als er sich aus dem Küchenschrank auf seine Besucher stürzt.
Die elf Erzählungen von Ingvar Ambjörnsen handeln von Abstürzen jeder Art, von mehr oder weniger geglückten Versuchen, der kleinbürgerlichen Enge zu entkommen, ohne Arbeit und »Normalität« zu leben, von Einsamkeit, künstlichen Paradiesen, Paranoia und Abseitsstehen. Es ist der Blues der Weißen Nigger, der durch all diese Geschichten zieht und den Leser mit seiner Direktheit fesselt.

© Tine Poppe
Ingvar Ambjørnsen, geb. 1956 in Tønsberg, Norwegens kneipenreichster Stadt, aufgewachsen in Larvik. Nicht vollendete Gärtnerlehre und mancherlei Jobs in Industrie und Psychiatrie. Erste Buchveröffentlichung 1981: 23-salen, seitdem zahlreiche Romane, Welterfolg mit den Elling-Romanen. Lebt seit 1985 in Hamburg. Bei Edition Nautilus erschienen zuerst der autobiografische Roman Weiße Nigger und zuletzt der Roman Den Oridongo hinauf. Ingvar Ambjørnsen wurde mit dem Willy-Brandt-Preis 2012 ausgezeichnet.
Weitere Titel in der Edition Nautilus:
Den Oridongo hinauf
Stalins Augen
Weisse Nigger
»Was Ambjörnsen auszeichnet, ist ein waches
politisches, soziales und historisches Bewusstsein, und er kann beobachten und
beschreiben, ohne dass daraus ein literarischer Selbstzweck entstünde.«
Gießener Anzeiger
»Gänzlich unspektakuläre Begegnungen
verdichtet Ambjörnsen zu intensiven Momenten ... lässt das taubenhafte Zittern
der Hoffnungslosigkeit spüren, den Menschen als Menschen erscheinen: eine dünne
Membran zwischen Leere und Tod.«
taz Hamburg
