Belletristik / Krimi

Etel Adnan

Die Sonne zergeht auf der Zunge

Drucksache N.F. 7

Herausgegeben von Wolfgang Storch im Auftrag der Internationalen Heiner Müller Gesellschaft

Deutsche Erstausgabe
Broschur, 128 Seiten
€ (D) 14,90
€ (A) 15,40

ISBN 978-3-89401-450-6

Erschienen 2004
Die Sonne zergeht auf der Zunge
Inhalt

Etel Adnan zählt zu den kosmopolitischsten Persönlichkeiten der arabischen Kultur. Sie schreibt Gedichte, Erzählungen, Theaterstücke und Essays und hat mit dem Roman Sitt Marie Rose, der in mehr als zehn Sprachen übersetzt wurde, einen Klassiker nahöstlicher Literatur geschaffen. Vor einigen Jahren begann Etel Adnan, sich intensiv mit dem Werk von Heiner Müller auseinanderzusetzen. Sie entdeckte Gemeinsamkeiten im Erfahrenen, im Denken, in der Herangehensweise an bestimmte Stoffe, in der Sprache.

In der Drucksache N.F., herausgegeben von der Internationalen Heiner Müller Gesellschaft, setzt sich jeweils ein zeitgenössischer Künstler mit dem Werk Heiner Müllers auseinander.

Inhaltsverzeichnis:
• Etel Adnan, Jenin, Gedicht engl./dt.
• Etel Adnan, La mise a mort de Philoctète, Essay frz./dt.
• Heiner Müller, Faksimiles von Manuskripten zu Philoktet
• Etel Adnan, Le soleil fond sur langue, Essay frz./dt.
• Heiner Müller, Faksimile des Gedichtes Majakowski
• Etel Adnan, Majakowski, Gedichtzyklus, engl./dt., 13 Gedichte

Zur Autorin
Etel Adnan
© Felix Grünschloß

Etel Adnan, Schriftstellerin und Malerin, wurde 1925 in Beirut, Libanon, geboren. Ihre Mutter war eine christliche Griechin aus Smyrna, ihr Vater ein muslimischer Syrer. Besuch französischer Schulen in Beirut, 1949 Studium der Philosophie in Paris, ab 1955 in den USA. Von 1958 bis 1972 unterrichtete sie Geisteswissenschaften und Philosophie in San Rafael, Kalifornien. 1972 Rückkehr nach Beirut, Feuilletonredakteurin der Zeitung Al-Safa. Zwei Jahre nach Ausbruch des Bürgerkriegs zog sie nach Paris, 1979 ging sie wieder nach Kalifornien. Heute lebt sie wieder in Paris, mit regelmäßigen Aufenthalten in Beirut, auf der griechischen Insel Skopelos, in der Bretagne. Für ihre Verdienste um die arabische Welt wurde Etel Adnan 2010 vom libanesischen Präsidenten Michel Slaiman mit dem Staatspreis ausgezeichnet.

Wir sind alle eine Synthese, ein Gewebe aus vielen Fäden, das unsere Persönlichkeit ausmacht. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass in jedem von uns mehrere Personen stecken. Für mich ist Identität nicht naturgegeben. Identität kann auch auf einer bewussten Entscheidung beruhen. Natürlich bin ich auch Araberin, neben vielen anderen Dingen. Ich fühle mich der arabischen Welt tief verbunden, gerade wegen all der Konflikte und der Schwierigkeiten, die die arabische Welt durchlebt hat und immer noch durchlebt. Selbst wenn man sie vergessen wollte: Es geht einfach nicht. Denn man wird jeden Tag an diesen Teil der Welt erinnert. In diesem Sinne fühle ich mich loyal und auch verantwortlich. Etel Adnan im Gespräch mit Martina Sabra, 2009

Das Al-Madina Theater im Herzen Beiruts hat die Dichterin, Schriftstellerin und Malerin Etel Adnan 2010 in einer großen Hommage gefeiert. Zum Abschluss riefen die Direktorin des Al-Madina Theaters, Nidal Al Achkar, und die Direktorin des Riksteatern Stockholm, Birgitta Englin, den „Etel Adnan Award for Female Playwrights in the Arab World“ ins Leben, dotiert mit 5000 Euro für das beste Stück, das dann sowohl in Beirut wie in Stockholm aufgeführt wird.Auf der dOCUMENTA (13) 2012 war sie eingeladen, ihre Bilder und Zeichnungen zu zeigen, Geheimtipp und Shooting Star zugleich.

 

Pressestimmen

»Ein Buch, das … eine wichtige Facette arabischer Literatur spiegelt.«
Petra Schellen, taz hamburg

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