Belletristik / Krimi

Kerim Pamuk

Alles Rodger, Hodscha?


Originalveröffentlichung
Gebunden, 120 Seiten
€ (D) 8,–  Sonderpreis
€ (A) 8,30

ISBN 978-3-89401-454-4

Alles Rodger, Hodscha?
Inhalt

Die gute Nachricht: Auch in Kerim Pamuks zweitem Buch kommen lustige Türken vor. Die noch gutere Nachricht: nicht nur! Da ist auch die zarte Liebesgeschichte eines Kioskbesitzers. Ein phlegmatischer Hamburger zuckert seinen Peiniger, und ein kurdischer Filmemacher hat Stress mit einem türkischen Esel ... Zehn Geschichten, in denen charmanter Humor in allen deutsch-türkischen Variationen vorgeführt wird.

In Alles roger, Hodscha? kämpfen Türken, Deutsche und ein Kurde um ihren Platz im Leben. Mehr oder weniger bewusst trudeln sie ihrem persönlichen Point of No Return entgegen, schlittern in mal groteske, mal bestürzende Situationen und erkennen, was ihr Dasein ausmacht.
In zehn kurzen Geschichten entfaltet Kerim Pamuk die ganze Bandbreite seines erzählerischen Könnens: Spitzzüngig und hemmungslos albern, hintergründig und melancholisch – sein Humor ist so vielfältig wie die Wege und Umwege, auf die er seine Protagonisten schickt. Als minuziöser Beobachter weiß er ihr Ringen mit sich und der Welt, ihre Verstörungen, Niederlagen und Glücksmomente lebendig zu schildern.

Zum Autor
Kerim Pamuk

Kerim Pamuk, 1970 an der türkischen Schwarzmeerküste geboren, lebt in Hamburg. Mit den beiden Kabarettprogrammen »Mann & Mäuschen«, »Máximo Lúder« und Lesungen aus seinen Büchern tourt er durch die Republik. In der Hansestadt präsentiert er monatlich die Catbird Comedy Show.

Weitere Titel in der Edition Nautilus:
Sprich langsam, Türke

Aktuelle Lesungen und Veranstaltungen mit Kerim Pamuk sind immer zu erfahren unter www.kerimpamuk.de

Pressestimmen

„… erzählt vom Leben. Unabhängig vom kulturellen Hintergrund.“
Welt am Sonntag 

„… mal grotesk, mal hemmungslos albern, manchmal aber auch bestürzend traurig. …“
SWR Hörfunk 

»… spitzzüngig, albern, hintergründig, melancholisch.«
Hamburger Abendblatt 

»… erzählt mit befreiendem Humor vom Allzumenschlichen des deutsch-türkischen Lebens ….«
rubikon 

»… Ebenso erhellende wie schräge Schlaglichter auf das türkisch-deutsche Treiben in der verregneten Elbmetropole ….«
Hamburger Abendblatt

Textauszug

Am Montag Nachmittag war es soweit. Irfan brachte seinen Sohn in die Moschee und stellte ihn Hodscha Servet vor.
»Das ist mein Sohn Engin, Hodscha, ich hoffe, er wird ein guter Schüler sein.«
Hodscha Servet war etwa so groß wie Engin, untersetzt und rund wie ein Kürbis. Die Farbe seines Schnauzbarts erinnerte Engin an Schuhcreme. Das weiße Hemd des Hodschas spannte über dem Hängebauch und die Knöpfe schienen nur mit letzter Kraft den Leib zusammenzuhalten. Offenbar mochte Hodscha Servet Gelbgold, beim Lächeln blitzten drei Goldzähne aus seinem Mund.
»Maschallah, Maschallah!«, sagte er und hielt seinen rechten Handrücken vor Engins Nase. Der schaute irritiert zu seinem Vater.
»Hadi, hadi, öp!«, flüsterte Irfan und forderte ihn zum Küssen der Hand auf. Engin betrachtete Servets behaarten Handrücken, die wurstigen Finger und zu kurz geschnit tenen Nägel. Sein Vater nickte immer noch eifrig.
»Öp, öp, hadi!«
Da griff Engin zu und begrüßte den Hodscha in bester Hiphop-Manier. Handrücken an Handrücken, Fläche auf Fläche, Faust auf Faust, Drehung, Griff. Zum krönenden Abschluss tippte er rechte Schulter gegen rechte Schulter und sagte:
»Alles roger, Hodscha?«

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