Belletristik / Krimi
Ausgezeichnet mit dem
Gustav-Regler-Förderpreis 2014

Miriam Sachs

Reise nach Jerusalem

oder 141 Tage Warten auf Grünstein
Roman

Originalveröffentlichung
Gebunden, 168 Seiten, mit 43 S-W-Iliustrationen
€ (D) 16,90
€ (A) 17,40

ISBN 978-3-89401-461-2

Reise nach Jerusalem
Inhalt

Was haben die Begriffe »Autonomiebehörde« und »Mütterberatung« miteinander zu tun? Warum sieht Scheich Jassin würdevoller aus als Schäuble? Judith, 30 Jahre alt, versucht sich vom Vater ihrer Tochter zu trennen – und verliebt sich in Grünstein, einen alleinerziehenden Vater und Juden. Eine charmante Liebesgeschichte und eine unkonventionelle Annäherung an das Judentum.

»Grünstein – das klingt wie glatte schöne Steine in einem Bach, Wasser, in das man greift, Steine aus der Tiefe des Wassers mit Algen drauf, samtig und kühl ... Hieße ich auch so, wäre mein Name Judith Grünstein. Jeder würde denken, ich sei jüdisch. Ich würde mir eine spitzgerandete, weiße Sonnenbrille kaufen und in ein paar Jahren riesige Perücken tragen.«
Grünstein ist Jude. Also fängt Judith an, sich für alles Jüdische zu interessieren. Sie feiert mit ihrer Tochter Rosch haSchana, besucht eine Synagoge, lernt Hebräisch und bucht schließlich, fast aus Versehen, eine Reise nach Jerusalem ... In ihrem Tagebuch zeichnet Judith 121 Tage lang manchmal froh, manchmal traurig, aber immer mit Humor und sympathischer Naivität, ihre Gedanken und Träume auf.
Die Schauspielerin Miriam Sachs erzählt in ihrem Debütroman leicht und klug von Seifenopern und jüdischen Traditionen, vom Elternrat und den brisanten politischen Ereignissen in Israel und Palästina – und natürlich von der neuen Liebe. Mit traumtänzerischem Blick auf die kleinen Dinge des Lebens und die etwas größeren der Welt erinnert der Roman an die Tagebücher einer Bridget Jones oder das liebenswerte Chaos einer Ally McBeal.

 

Laudatio zum Erhalt des Gustav-Regler-Preis 2014
Laudatio

Zur Autorin
Miriam Sachs
© Bernd Schönberger

Miriam Sachs, geb. 1970 in München, lebt seit 1989 in Berlin. Tätig als Schauspielerin (Film, Fernsehen, Theater) und Illustratorin. Mutter zweier Kinder.

Sie erhält 2014 den Gustav-Regler Förderpreis des Saarländischen Rundfunks zur Anerkennung literarischer Verdienste. 

Pressestimmen
»… erinnert … an Bridget Jones, nur eben mit Elternabend statt Cocktailbar.«
Junge Welt

»… eine charmante Liebesgeschichte und eine unkonventionelle Annäherung an das Judentum.«
Aviva, Berlin Büchern Tipp

»… eine ermutigende Entwicklungsgeschichte, verpackt in Alltagsbeobachtungen, Stimmungsfetzen, in Liebeskummer und Hoffnungen auf ein anderes Leben.«
Lesart

»Miriam Sachs kann alles: Geschichten schreiben, zeichnen und erzählen.«
Berliner Literaturkritik


Textauszug

»Ich wünschte, ich wäre etwas. Jüdisch, katholisch, ein netter Mensch. Astronautin. Irgendwas!«

TEL AVIV UND IKEA / Stell mir vor, dass er in Jerusalem ist. Wie gerne wäre ich jetzt bei ihm. Es ist schwer zu begreifen, das mit Pilgerstätten, Orten, Städten, die für viele verschiedene Menschen eine Bedeutung haben. Wer nicht da ist, kann es nicht beurteilen. Wer nicht seit Jahrhunderten zurückzukehren versucht, sollte dankbar sein, eine Heimat zu haben. Es muss eine herrliche Stadt sein. Auf und ab. Und er ist da. Als er mir von seiner Abreise erzählt hat, verschlug es mir den Atem, und ich sagte nicht: Wie gerne wär auch ich in Israel, wie gern sähe ich, wie das gepriesene, magische Licht dort ist, wie es sich anhört, wenn am Sabbat plötzlich der Lärm der Welt schweigt und sich Ruhe ausbreitet. Eine Ruhe, zu der ich nicht mehr komme an den Freitagabenden. Weil ich allein bin und um mich herum die Welt noch so sehr tobt, dass ich sie nicht ausschließen kann. Wenn man es im Zusammenhang tut, muss es wie ein Wunder sein. Vielleicht funktioniert Religion so.
Ich hatte einmal eine Freundin, die war Jüdin, das hat mich damals überhaupt nicht interessiert, ich wusste es nicht einmal. Die war im Urlaub in Jerusalem gewesen, und ich dachte noch, was fährt die denn da hin! Sie hat gesagt: Es ist eine heilige Stadt. Und ich hatte gefragt: wieso, weshalb? Und alles, was ich herausbekam, war: Es ist so. Ich möchte das wirklich gern einmal spüren: Es muss sein, als könne man 21 Gramm Seele greifen. Und Grünstein!

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