Elke Heinemann
Der Spielplan
Ein LiebesromanOriginalveröffentlichung
Gebunden, 128 Seiten
€ (D) 16,–
€ (A) 17,50
ISBN 978-3-89401-478-0
Erschienen 2006

»Eine gnadenlos genaue und ironische Auseinandersetzung mit vorgegebenen erotischen Klischees und Vorstellungen.«
Jury des Floriana-Wettbewerbs
Ein handlicher Liebesroman mit vier paarungsbereiten Hauptdarstellerinnen, die einen Glücksbringer suchen: Brigitte & Petra (20) und Emma & Marie-Claire (40) lieben Bert, den Leiter des Spielplans, der Zeitschrift für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften. Brigitte sucht nach einem Helden und Versorger, Petra würde für die Ferienkasse auch Krankengymnastin lernen, Marie-Claire wird zur späten Mutter eines Sohns und Emma zur späten Mutter eines Klons. Und der Vater geht leer aus. (An-)Gewandte Sprach-, Medien- und Genderkritik!
Elke Heinemanns preisgekrönte Satire auf Rollenklischees, Reproduktionsmythen und Massenmedien ist so boshaft wie komisch.
Elke Heinemann wurde 1961 in Essen geboren. Nach literaturwissenschaftlicher Promotion, Ausbildung zur Redakteurin an der Henri-Nannen-Schule und längeren Aufenthalten in Paris und London lebt sie heute als Schriftstellerin in Berlin. Sie hat Hörspiele, Features, Essays und Prosa veröffentlicht, ihre Arbeit wurde mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet.
Mehr über die Autorin erfahren Sie unter www.elke-heinemann.de
Weitere Titel in der Edition Nautilus:
KISS OFF
Meret Oppenheim
»Wunder finden nicht statt bei Heinemann. Aber das Wunderbare an ihrem Roman ist, wie sie scharf-ironisch Kunstfiguren, zusammengesetzt aus dem statistischen Durchschnitt, gegeneinander antreten lässt.«
Volltext. Zeitung für Literatur
»Ein furioses Debüt wurde Elke Heinemann mit ihrem Buch ›Der Spielplan. Ein Liebesroman‹ bescheinigt. Eine Geschichte, die erotische Klischees gnadenlos vorführt, sehr komisch, sehr böse.«
Berliner Morgenpost
»Einen tollen Roman hat Elke Heinemann da geschrieben, in dem sich Platitüden zur Geschlechterfrage und ein vollkommen wahnwitziger Plot gegenseitig die Köpfe einschlagen.«
Susan Geißler, junge Welt
»›Frauen, die pfeifen, und Hühnern, die krähen, denen soll man beizeiten die Hälse umdrehen.‹Diese volkstümliche Bosheit hat ihre Beschreibungskraft für den Zustand der weiblichen Welt bis jetzt keineswegs eingebüßt. Das weiß auch die Hauptfigur aus ›Entfernung‹, dem neuen Roman von Marlene Streeruwitz. Während Selma versucht, gegen den sozialen Abstieg zu kämpfen, wollen Brigitte und Petra, Emma und Marie-Claire vor allem den tollen Bert. Deren Geschichte erzählt Elke Heinemann in dem satirischen Liebesroman ›Der Spielplan‹.«
Imke Wallefel, WDR 3
»Ihr kleiner, eigenwilliger Roman ist, obschon ästhetisch und intellektuell anspruchsvoll, boshaft und hochkomisch.«
Gernot Krämer, Deutschlandfunk
»Der Untertitel verheißt einen ›Liebesroman‹, was dann ebenso genussvoll wie gnadenlos seziert wird.«
Werner Jung, Neues Deutschland
»Das neue Buch der deutschen Autorin Elke Heinemann erinnert an die heftigen Tiraden von Elfriede Jelinek gegen männliche Unterdrückung und weibliche Selbstkasteiung, aber mit dem Unterschied, dass Heinemanns Kritik humorvoller, selbstkritischer und nuancenreicher ankommt.«
Bruno Lässer, Vorarlberger Nachrichten
»... eine bitterböse und witzig-intelligente Satire auf das Leben im Zeitalter von Fernsehfrauentausch, virtuellen Liebesaffären, Patchwork-Familien und geklonten Wunschkindern. So banal Liebesgeschichten sind, so banal und unspektakulär ist auch die hier erzählte Geschichte. Das wunderbare liegt allein in der Art und Weise, wie sie erzählt wird. Überaus einfallsreich ist Elke Heinemann im Erfinden neuer Begriffe für immer gleiche Sachen, wie die seit Jahrtausenden ähnlich praktizierten Sexualpraktiken.«
Astrid Hackel, goon. Das Magazin für Gegenwartskultur
»Heinemann lässt nicht nur die derzeitige gängige waschlappige Vornamenliteratur deutscher Jungautorinnen deutlich hinter sich, sondern macht sie gleich zum Teil der Satire.«
Sebastian Domsch, die tageszeitung
»Elke Heinemanns ›Spielplan‹ wurde schon vor Erscheinen mehrfach ausgezeichnet. Zu Recht. Mit sicherer Hand bewegt die Autorin die Figuren wie im Kaspeltheater durch diese Versuchsanordnung eines Liebesroman, der eigentlich ein Fortpflanzungsroman ist, denn die Liebe fehlt mal wieder. Heinemanns Eiertanz ist eine wortwahnwitzige Verulkung von Geschlechterkampf, Kinderwunsch und Fernsehshow.«
Facts, Das Schweizer Nachrichtenmagazin
»Heinemann stellt ihre absichtsvollen Pappkameraden auf ein Sprach-Spielfeld voller Denk- und Sprechklischees aus der Medien-Gender-Sprachkritik und rutscht zur höheren Erkenntnis und noch höheren Erheiterung solange darauf herum, bis sich alle, inklusive der Klischees ausgiebig lächerlich gemacht haben.«
Elmar Krekeler, Die Welt
Groß und fruchtbar sollte die Liebe sein,
das haben Sie doch sicher schon einmal irgendwo gelesen.
Irgendwie beginnt jeder Liebesroman. Wie spannend, wenn er mit einer chemischen Analyse beginnt, mit einer symbolischen Symmetrie, mit zwei Wahlverwandtschaften vier paarbereiter Elemente!
Dieser Liebesroman beginnt mit einem schlichten Satz, gesprochen von Brigitte. Brigitte sagt, ich liebe dich.
Brigitte sagt diesen Satz, weil sie ihn oft in ähnlichen Situationen gesagt hat. Brigitte hat diesen Satz oft in ähnlichen Situationen gehört und gelesen, im Kino, im Fernsehen, in Liebesromanen. Brigitte ist sich ihrer kulturellen Prägungen selten so sicher wie in diesem Augenblick. Und doch ist es möglich, dass sie diesen Satz sagt, weil sie hofft, dass Romantik Verkrampftheit ablösen wird, sie weiß es nicht genau.
Denn es ist das erste Mal, und wie bei jedem ersten Mal hat Brigitte ein einziges Ziel: Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein. Vielmehr soll es das erste Mal einer Reihe von vielen Malen gewesen sein, die irgendwann, in einer noch nicht abzusehenden Zukunft, mit einem letzten, einem allerletzten Mal beschlossen sein wird. Bis dass der Tod uns scheidet.
Das alles meint Brigitte, wenn sie sagt, ich liebe dich.
Aber sie weiß es nicht, oder sie weiß es nicht genau.
Alles, was Brigitte im Augenblick weiß, ist, dass da einer ist, den sie mehr als alle anderen auf dieser Welt liebt.