Belletristik / Krimi / Unterhaltung

Frank Baake

Und nun zu etwas völlig Anderem

Die Abgesänge aus dem Lübecker Kulturmagazin nord

Mit Beiträgen von Bazon Brock, Johann W. Wagner und Friedhelm Döhl
Mit Fotos von Daniel Schirm

Originalveröffentlichung
Broschur, 128 Seiten
€ (D) 9,90
€ (A) 10,20

ISBN 978-3-89401-533-6

Erschienen 2005
Und nun zu etwas völlig Anderem
Inhalt

Im Magazin sind sie stets das Letzte, für viele Leser sind sie inzwischen Kult: die »Abgesänge« auf der letzten Seite des Lübecker Kulturmagazins nord.

Ironisch, spöttisch, sarkastisch zuweilen, erbarmungslos, hinreißend komisch und ziemlich geistreich entführt Frank Baake seine Leser durch abseitige und oftmals verwegene Gedanken über das Leben im Allgemeinen und die Kulturstadt Lübeck im Besonderen.

Baake würde sich allerdings vermutlich wehren, bezeichnete man seine Abgesänge als Kolumnen. In seinem Beitrag »Beckenbauer entfernt sich vom Absatzende« rechnet er vielmehr mit dem ›Kolumnenhaften‹ der Gesellschaft ab, »in der ständig irgendwelche Pappsäulenheilige der Nation ihre Meinung unter sich lassen dürfen«. In der Tat ist »Kolumne« wohl nicht das richtige Wort für diese Texte, die mal als Ansprache an den Leser, mal als Plauderei, mal als Miniaturdrama aber auch lyrisch oder als Fragebogen daher kommen. Baake reklamiert für sich nicht nur die Freiheit der Gedanken, sondern auch der Form.

Zuweilen gelingen ihm dabei nahezu ultimative Aussagen. Zum Beispiel wenn er mit dem Ausruf »Es lebe die Freiheit der Rechtschreibregelung« die Debatte um die Rechtschreibreform beendet oder wenn er den Slogan »Lübeck, Kulturhauptstadt des Nordens« aufgrund von Sparmaßnahmen auf »bec, de rhpsd« reduziert. Überhaupt zieht sich Baakes Auseinandersetzung mit dem Anspruch Lübecks, Kulturstadt zu sein, wie ein roter Faden durch die Sammlung. Wohl nirgendwo sonst wird der selbsternannten Kulturhauptstadt des Nordens in aller Öffentlichkeit so erbarmungslos der Spiegel vorgehalten, wie in Baakes »Abgesängen« im – übrigens letztlich von der Stadt selbst herausgegebenen – nord-Magazin.
Aber – und auch diese Aussage gibt das Buch dem Leser mit – auch in einer Stadt wie Lübeck lebt man nicht in einer abgeschlossenen Welt, sondern man macht sich so seine Gedanken über dies und das, über Hartz IV und 10 Jahre Internet ebenso wie über spanische Giraffen und die Wirtschaftskrise oder die Verbindung von Ich AG und Heinrich von Kleist. Illustriert wird der Band von Fotografien von Daniel Schirm, die aussehen, als wären sie ganz beiläufig beim Gang durch die Innenstadt entstanden. ... fotografiert – fast möchte man sagen »knipst« – nicht das besondere der Stadt, sondern das Allgemeine. Und doch ist es unverwechselbar Lübeck. Die Provinz und das Allgemeine – diese Kombination prägt die Fotos wie die Texte.

Ergänzt wird das Buch von Beiträgen des Kunstwissenschaftlers Bazon Brock, des Komponisten Friedhelm Döhl und von Johann W. Wagner, der als Geschäftsführer der Musik- und Kongresshalle Lübeck und Tourismusdirektor zugleich Herausgeber des nord-Magazins ist.

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