Andrea Maria Schenkel
Bunker
RomanOriginalveröffentlichung
Broschur, 128 Seiten
€ (D) 12,90
€ (A) 13,30 / sFr 24,–
ISBN 978-3-89401-586-2
Erschienen Januar 2009

»Schenkels Mittel sind modern – fiktiv dokumentarische Rede in den Zeugenaussagen, Collage -, doch nirgendwo verrät sie den Mord an die Kunst, noch desavouiert sie die Lust des Lesers auf Enträtselung.« Tobias Gohlis, Die Zeit
Ein Mann überfällt abends eine Autovermietung, doch als die einzige noch anwesende Angestellte den erhofften Schlüssel zum Tresor nicht hat, entführt er sie in eine alte, verfallende Mühle im Wald, in der es auch einen geheimen Luftschutzbunker gibt. Will er sie als Geisel nehmen? Oder einfach seine Macht über die Gefangene auskosten? Wovon wird er selbst getrieben? Ist es jemand aus ihrer Vergangenheit, die sich bald als weniger unschuldig erweist, als es zunächst schien?
Andrea Maria Schenkel erweist sich in ihrem dritten Roman ein weiteres Mal als Meisterin des unterschwellig Unheimlichen und der menschlichen Abgründe.
Die Autorin liest einen Auszug aus ihrem neuen Roman auf: http://www.zehnseiten.de
Wir bedanken uns bei der Filmfeld GmbH für die Erstellung des Trailers:
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Das Buch kann man sich ab sofort auch bei http://www.textunes.de für den iPhone oder iPod kostenpflichtig herunterladen.

© Classic Foto Regensburg
Andrea Maria Schenkel, geboren 1962, lebt in der Nähe von Regensburg. 2006 erschien ihr Debüt Tannöd, mit dem sie großes Aufsehen erregte. Der Roman wurde 2007 mit dem Deutschen Krimi Preis, dem Friedrich-Glauser-Preis und der Corine, 2008 mit dem Martin Beck Award für den besten internationalen Kriminalroman ausgezeichnet. Das Buch verkaufte sich bisher eine Million Mal und wurde in bislang 20 Sprachen übersetzt, es wird zurzeit fürs Kino verfilmt. Es gibt eine Hörbuch- sowie eine Hörspielfassung. Auch sind bereits mehrere Theaterinszenierungen auf deutschsprachigen Bühnen zur Aufführung gekommen. Für ihr zweites Buch Kalteis, das im Herbst 2007 erschien, bekam sie erneut begeisterte Kritiken und erhielt zum zweiten Mal in Folge den Deutschen Krimi Preis. Eine Verfilmung unter der Regie von Hark Bohm ist geplant. Bislang sind 260.000 Exemplare verkauft worden. Ihr dritter Roman Bunker erschien im Frühjahr 2009.
Wer mehr über die Autorin erfahren möchte:
www.andreaschenkel.de
Weitere Titel in der Edition Nautilus:
Kalteis
Tannöd
Tannöd (Geschenkausgabe)
»Andrea Maria Schenkel legt nun mit ›Bunker‹ einen Roman vor, der ganz der Fantasie der Autorin entsprungen ist. Aber dennoch bleibt sich Schenkel auch mit diesem Thriller, der wieder einen unheimlichen Sog entwickelt, treu: erneut entwirft sie ein Kaleidoskop divergenter Perspektiven, das sich nie zum einheitlichen, widerspruchlosen Bild fügt, sondern immer wieder für Irritationen sorgt. (...) Die Erzählerin kriecht bisweilen buchstäblich in ihre Figuren hinein, erkundet und seziert verwüstete Seelenlandschaften mit der Genauigkeit einer Insektenforscherin.«
Johannes von Gathen, dpa Kultur
»Es ist der genau kalkulierte und nie überzogene Spannungsbogen, der uns gut hundertzwanzig Seiten lang vorantreibt. (...) Schenkel weiß auf atemberaubende Weise den Überlebens- und Abwehrkampf ihrer Protagonisten zu schildern. Mit winzigen Details und einer verknappten, aber klaren und bildhaften Sprache zieht uns Schenkels Buch in seinen Bann und lässt uns in jeder Hinsicht im Dunkeln tappen. Am Ende blicken wir in menschliche Abgründe und müssen erkennen, dass Bunker nicht nur Schutz bieten, sondern auch des Menschen Schicksal sein können.«
Jörg von Bilavsky, Lesart
»In ›Bunker‹ hat die Autorin ihre erzählerischen Messer gewetzt und erprobt. (...) Eine Etüde eben. Andrea Maria Schenkel ist eine Autorin, die sich nach ihrem fulminanten Debüt auf der Bühne der literarischen Öffentlichkeit entwickelt.«
Tobias Gohlis, Die Zeit – Literaturbeilage zur Leipziger Messe
»Ehe der Leser noch weiß, ist er im Bunker schon drin.«
Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung
»Warum ein neuer Schenkel ein Ereignis ist (und vielleicht wieder ein Bestseller) in einer so mit Texten überschwemmten Krimi-Landschaft, dass man kein Ufer mehr sieht? Weil diese Autorin außergewöhnlich streng zu sich ist, weil sie vorgestanzte Kriminalroman-Sätze vermeidet, jedes nur behauptete Erschaudern und falsche Herzklopfen, jedes Klischee in Wort und Handlung. (...) Weil sie Sätze schreibt, die klar und eiskalt sind und die trotzdem das Ungeheuerliche von Gewalt zwischen Menschen fassen.«
Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau
»›Bunker‹, der neue Thriller von Andrea Maria Schenkel, stellt ein Kammerspiel von beklemmender Intensität dar – und die nachgerade anatomische Nahaufnahme gleich zweier verwüsteter Seelen. (...) Thea Dorn gleich legt Schenkel falsche Fährten sonder Zahl – und treibt so ein bitterböses Spiel mit den Lesern. Es macht Hoffnung, dass nicht nur, wie lange Zeit üblich, anglo-amerikanische, sondern auch deutsche Thriller-Autorinnen zu solcher Perfidie fähig sind. Denn das Unterlaufen von Erwartungen ist neben dem Gebot nicht zu langweilen, die vornehmste Aufgabe eines Kriminalromanciers. Beide Missionen hat Schenkel, die das Genre bereichert, mit Bravour erfüllt.«
Hendrik Werner, Die Welt
»Es ist die Lakonie der Eiswüste, spektakulär unspektakulär, und dabei als trostloses Protokoll beunruhigend. Kalt und feucht ist es im ›Bunker‹.«
Joachim Huber, Der Tagesspiegel
»Schon ihre Bestseller ›Tannöd‹ und ›Kalteis‹ waren kleine Meisterwerke des düsteren Krimis, doch mit ihrem neuen Roman ›Bunker‹ setzt Andrea Maria Schenkel noch eins drauf. (...) Es ist Schenkels stilistischem Talent und ihrem Fingerspitzengefühl für gute Geschichten zu verdanken, dass sich ›Bunker‹ von den üblichen Thrillern mit ihren vordergründigen Spannungseffekten abhebt. (...) ›Bunker‹ braucht sich nicht hinter seinen prämierten Vorgängern zu verstecken, auch wenn dieser Krimi nicht auf einer historischen Vorlage basiert. (...) Jetzt hat die 47-jährige Autorin sich von diesem stützenden Gerüst der Realität befreit. Ihr neues Werk beweist, dass allein ihre Fantasie genügend Tragkraft für eine mitreißende Geschichte besitzt.«
Andreas Schinkel, Hannoversche Allgemeine
»›Bunker‹ ist ein erstaunlich experimenteller Versuch, ein aktuelles Thema, das Untiefen der Unbegreiflichkeit birgt, mit Hilfe von Dramaturgie, Verknappung und Sprachwillen fassbar zu machen.«
Ullrich Noller, titel magazin
»Anders als Schenkels vorherige Romane beruht ›Bunker‹ auf keinem historischen Stoff – ist aber nicht weniger spannend!«
Freundin
»Meisterlich geschildert sind diese Gedanken, Stimmungen sind zum Greifen plastisch, der Leser leidet und empfindet mit. (...) 120 bis zum letzten Buchstaben spannende Seiten!«
Friedrich Stern, Nürnberger Zeitung
»Wahrscheinlich würde man den Roman mit Deutungen über das Monströse an sich überfordern. Aber manchmal versinkt das Erzählte in einem Grundton, in dem das Ausweglose als ein Teil unserer Existenz erklingt. So kann das Buch durchaus als ein 120 Seiten währender Albtraum gelesen werden.«
Lothar Schröder, Rheinische Post
»Andrea Maria Schenkel erzählt in ›Bunker‹ aus der Innensicht ihrer beiden Figuren in ›erlebter Rede‹, ein Stilmittel, das sie bereits in ›Tannöd‹ bravourös verwendete und mit dem sie trickreich jegliche Distanz zu ihren Figuren unmöglich macht, ihre Leser direkt hineinzieht in die Abgründe.«
Stefanie Wirsching, Augsburger Allgemeine
»Akribische Recherche ist Schenkels Stärke. (...) Spannung erzeugt sie mit ihrer verschachtelten Erzählweise.«
Susanne Helmer, Nürnberger Nachrichten
»Andrea Maria Schenkel komponierte einmal mehr eine fesselnde Authentizität. (...) Sie zieht den Leser mit großer sprachlicher Nüchternheit und Akribie hinein in einen Albtraum.«
Jürgen Kanold, Südwest Presse
»›Bunker‹ ist spannende Kriminalliteratur, die sich das ganze Buch hindurch immer wieder zu steigern vermag. Schenkel-Fans dürften auf ihre Kosten kommen.«
Christian Werder, Berner Zeitung
»Wie es sich anfühlt, einem fremden Menschen ausgeliefert zu sein, wehrlos zu sein, erniedrigt zu sein, und noch nicht einmal zu wissen, warum – das wird hier anschaulich erzählt. (...) Andrea Maria Schenkel ist eine Spezialistin für Albträume. Sie kennt sich aus in den Abgründen der Seelen. Sie konstruiert raffiniert außerordentlich spannende Szenen.«
Karin Großmann, Sächsische Zeitung
»Schicht für Schicht, sprunghaft, holzschnittartig wird das Protokoll zweier einsamer Menschen entwickelt, bis alles schlüssig und plausibel in die Katastrophe mündet. (...) Thea Dorn hat darüber schon geschrieben. Schenkel macht es besser. Sie lässt den Albtraum aus gestörter Normalität wachsen, wozu sie in die Gedanken ihrer Gestalten kriecht und sie in ein beängstigendes Satzstakkato gießt.«
Ulrich Steinmetzer, Hessische / Niedersächsische Allgemeine
»Andrea Maria Schenkel schafft es, die Dinge in der Schwebe zu halten: hier eine unklare Andeutung, da ein verworrener Wachtraum, dort ein vager Wink. Mit diesen Mitteln spannt sie einen so kolossal auf die Folter, dass mental die Zerreißgrenze droht. In knappen, dicht gepackten Episoden baut sie eine Atmosphäre des Unheimlichen und Dämonischen auf.«
Ulf Heise, Freie Presse
Ich stoße mich von der Wand ab, robbe unter dem Bett hervor. Das dauert viel zu lange. Ich schaff’s noch, schaff’s noch zur Tür. Lauf, lauf! Auf allen Vieren krabble ich los, versuche im Krabbeln aufzustehen, zur Tür! Durch den zweiten Raum durch. Ich kann die Tür sehen! Die Bunkertür schließt sich langsam, ganz langsam. Quietschend.
Dunkelheit. Ich strauchle, stürze zu Boden. Mein Gesicht schlägt auf den Betonboden, hart, kalt und klamm fühlt er sich an. Meine Handflächen brennen vom Sturz, ich versuche mich abzustützen, hebe meinen Kopf, Richtung Tür. Die ist zu. Alles schwarz um mich herum, nur ein schmaler Lichtstreifen unter der Bunkertür. Ich robbe nach vorne auf den Lichtstreifen zu. Ich höre meinen Atem, ziehe die Luft durch den geöffneten Mund ein, laut. Ich atme schnell, mein Brustkorb hebt und senkt sich bei jedem Atemzug. Ich lege mich flach vor den Lichtstreifen auf den Boden. Versuche mit meinem Gesicht ganz nahe heranzurücken.
Ich spüre die kalte Zugluft, die durch den Spalt in den Bunker strömt. Vielleicht kann ich durch ihn nach draußen sehen? Ich muss mich noch stärker mit dem Gesicht an den Boden pressen. Ganz nahe an den Spalt heran, ganz nahe. Der Schatten zweier Füße. Der Schatten verschwindet.
Ich höre einen dumpfen Schlag, die hölzerne Falltür ist zugefallen, der Lichtspalt ist weg. Völlige Dunkelheit.
Alles ist schwarz, alles! Überall Finsternis.
Ich liege noch immer vor der Tür. Die rechte Hälfte meines Gesichts auf dem kalten Betonboden, Mund und Nase fest an den Spalt unter der Metalltür gepresst.
Wie ein Fisch auf dem Trockenen, schnappe panisch nach Luft.
Ich liege da. Eigentlich müsste ich aufspringen, schreien, wie wild gegen die Tür schlagen. Doch ich liege da, erschöpft, leer. Verliere in der Dunkelheit jedes Gefühl für Zeit. Spüre, wie die Kälte des Bodens langsam in meinen Körper dringt, wie ich auskühle. Mir ist, als falle ich in ein tiefes Loch. Ich sauge die Luft ein, und mit jedem Atemzug zieht es mich tiefer hinab. Ich schließe die Augen, oder habe ich sie geöffnet? Es spielt keine Rolle, die Finsternis ist dieselbe. Ich liege da, fühle mich leer, furchtbar leer.