Belletristik / Krimi / Unterhaltung

Pino Cacucci

Besser auf das Herz zielen

Roman

Aus dem Italienischen übersetzt von Andreas Löhrer
Original: In ogni caso nessun rimorso, Feltrinelli

Deutsche Erstausgabe
Gebunden, 352 Seiten
€ (D) 19,90
€ (A) 20,50 / sFr 33,50

ISBN 978-3-89401-722-4

Erschienen Februar 2010
Besser auf das Herz zielen
Inhalt

»Der Rebell fasziniert uns wie kaum eine andere Figur – im Leben und in der Literatur. Er wagt, wovon wir anderen nur träumen: Durch das Brechen aller Traditionen, Regeln und Gesetze erreicht er das absolute Reich der Freiheit. Deshalb bangen und hoffen wir mit Jules Bonnot gegen jede Vernunft bis zu seinem letzten Atemzug.«
Wolfgang Schorlau

Bonnot 1896

Jules Bonnot 1896

Jules Bonnot (1876 –1912) ist als Kopf der berüchtigten »Bande à Bonnot« in die Geschichte eingegangen, als Bankräuber und Bürgerschreck. Ähnlich wie Butch Cassidy oder Bonnie & Clyde ist er aber für viele auch ein Held, einer, der durch die demütigenden, unerträglichen Verhältnisse zum Paria wurde. Spannend und sensibel erzählt Cacucci sein Leben – von der Jugend als aufsässiger Metallarbeiter, dem sein Ruf auf Schwarzen Listen zu allen Fabriken vorauseilt, so dass er bald in ganz Frankreich keine Anstellung mehr findet; vom Gefängnisaufenthalt, von der Militärzeit, der kurzen Ehe in geordneten Verhältnissen, dem Exil in England und der »Verbrecherkarriere«.

1911 verübt Bonnot den ersten motorisierten Überfall der Geschichte – eine Tat, für die er übrigens als ausgezeichneter Automechaniker und Privatchauffeur von Sir Arthur Conan Doyle gut vorbereitet war. 1912 wird er in einem von Polizei, Armee und sensationslüsternen Bürgern umstellten Haus erschossen. Jenseits dieser Räuberromantik war Bonnot jedoch auch ein kluger und aufmerksamer Beobachter seiner Zeit und Gesellschaft, der sich mit den Ideen der anarchistischen Denker auseinandersetzte. Ein historischer Roman über einen Outcast der guten Gesellschaft.

Zum Autor
Pino Cacucci
Pino Cacucci, Jahrgang 1955, ist als Autor politischer Krimis und einer Tina-Modotti-Biografie bekannt geworden. Er studierte Kunst-, Musik- und Theaterwissenschaften, lebte in Paris, Barcelona und Mexiko. Auf Deutsch erschienen zuletzt Tina. Das abenteuerliche Leben der Tina Modotti (1993) sowie Ein Wunder am Ende der Welt (2002).
Pressestimmen

»Viel Stoff für den Italiener Pino Cacucci, der mit ‚Besser auf das Herz zielen’ einen historischen Roman vorlegt, den er selbst nicht als solchen bezeichnen will, ‚denn die Geschichte wird immer von den Siegern geschrieben.’ Den Verlierern hat er nun ein wertvolles Denkmal gesetzt.«
Andreas Hanser, Echo, Tirol

»All das liest sich in diesem Roman ganz hervorragend und kurzweilig – und ein aufregendes Finale gibt es auch.«
literaturkurier, Mai 2010

»Hart erzählt, atemlos, spannend.«
Renate Stephan, ekz.bibliotheksservice

»Kraftvoll, exotisch, gewalttätig, voller Anteilnahme und gut erzählt.«
Il Giorno

»Die hier beschriebenen Ereignisse sind mit der emotionalen Intensität des Kinos, des Volkslieds geschrieben.«
il manifesto

»Ein leidenschaftlicher Roman, der die wahre Geschichte eines der gerissensten Banditen des beginnenden 20. Jahrhunderts beschreibt.«
recensionelibri

Leseprobe

»Ich bereue nichts. Manches bedaure ich, aber ich bin ohne einen Funken Reue.«

Bonnot

Jules Bonnot stirbt, in eine Matratze eingerollt, nach einem Feuergefecht mit der Polizei, Abbildung aus Le Petit Journal

Der Mann, der auf dem Boden saß, betrachtete die Trümmer um sich herum. Ein heraus gebrochenes Stück von der Zimmerdecke hatte ihn im Gesicht verletzt. Mit einem seltsamen Gesichtsausdruck starrte er auf die beiden Pistolen, als würde er sie zum ersten Mal sehen. Er schüttelte den Kopf und lächelte. Langsam öffnete er seine Hände, und die Pistolen drehten sich um sich selbst und blieben an seinen Zeigefingern hängen. Er betrachtete sie weiter, wie sie hin- und herschaukelten, die Mündungen auf sein Gesicht gerichtet. Am Ende dieser beiden dunklen Tunnel steckten zwei glänzende Kugeln, die bereit waren her vorzuschnellen – auf seine Schläfen. Vielleicht war der Moment gekommen, sie loszulassen, ihrem Lauf ein sicheres Ziel zu bieten. Oder das Herz, dachte er, von der Wellenbewegung des brünierten Stahls hypnotisiert. Besser auf das Herz zielen.

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