Belletristik / Krimi
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Robert Brack

Blutsonntag

Roman

Originalveröffentlichung
Broschur, 256 Seiten
€ (D) 13,90
€ (A) 14,30

ISBN 978-3-89401-728-6

Erschienen Juni 2010
Blutsonntag
Inhalt

Mein Name ist Klara Schindler. Ich werde einen Menschen töten. Vorsätzlich, aber nicht aus niedrigen Beweggründen,  es ist meine Pflicht ... Geht das so? … Wenn ich jetzt zurückspule, kann ich mich dann hören?

– Mein Name ist Klara Schindler. Ich werde einen Menschen töten …

Tatsächlich … aber es klingt eigenartig. Ist das wirklich meine Stimme?

Die Kommunistin Klara Schindler, selbstbewusste Reporterin der Hamburger Volkszeitung, hat mit einer neuen technischen Errungenschaft der Sowjetunion, einem Magnetophon, Zeugen über die Geschehnisse des sogenannten Altonaer Blutsonntags am 17. Juli 1932 befragt. Sie will die Aussagen möglichst genau dokumentieren, um damit die Lügen der Hamburger Polizei, der preußischen Behörden und der Presse über die Straßenkämpfe zwischen SA und Kommunisten aufzudecken.

Sie findet heraus, dass die Opfer allesamt von einem Kommando der Hamburger Polizei unter dem Befehl von Oberleutnant Kosa erschossen wurden.

Da niemand etwas gegen die deutlich sichtbaren Putsch-Aktivitäten der Nazis tut und die Mörder vom Staat geschützt werden, entschließt Klara sich zur Selbstjustiz …

Zum Autor
Robert Brack
© Anja Lubitz

Robert Brack, Jahrgang 1959, lebt in Hamburg. Er wurde mit dem »Marlowe« der Raymond-Chandler-Gesellschaft und dem »Deutschen Krimipreis« ausgezeichnet. Zuletzt erschienen in der Edition Nautilus drei Romane über die politischen Verhältnisse in der Weimarer Republik: »Und das Meer gab seine Toten« wieder beschreibt einen Polizeiskandal aus dem Jahr 1931, »Blutsonntag« befasst sich mit den Ereignissen im Juli 1932 in Altona, beschreibt die Hintergründe des Reichstagsbrands 1933 in Berlin. Mit »Die drei Leben des Feng Yun Fat« kehrt der Autor in die Gegenwart zurück und knüpft an seine drei Lenina-Rabe-Romane »Lenina kämpft«, »Haie zu Fischstäbchen« und »Schneewittchens Sarg« an. Weitere Abenteuer von Rabe & Adler sollen folgen.

Pressestimmen

»Eine literarische packende Collage ….«
Oliver Schirg, Hamburger Abendblatt

»… ein packendes Zeitzeugnis.«
Volker Albers, Hamburger Abendblatt 

»… ein lesenswerter historischer Polit-Krimi ….«
ORF / Ö1 

»… grenzenlos wandlungsfähig.«
Tobias Gohlis, buchjournal 

„… ein aufwühlender, ausgezeichnet recherchierter Politthriller ….“
Wolfgang Bortlik, 20 Minuten  

»… eine faszinierende Mischung aus Fakten und Fiktion.«
Volker Albers, Hamburger Abendblatt 

»Was passierte wirklich am 17. Juli 1932?«
Heiko Kammerhoff, Hamburger Morgenpost 

»Robert Brack schreibt Hamburger Geschichte.«
Heiko Kammerhof, Szene Hamburg

 

Textauszug

»Mein Name ist Klara Schindler. Ich werde einen Menschen töten.«

Klara schaute von ihren mit schwarzer und roter Tinte verschmierten Händen auf. Das Farbband klemmte. Redakteure und Volontäre griffen nach den Jacken. Der eine oder andere zog ein Eisenrohr aus einer Schublade und steckte es sich in den Ärmel.
»Was ist denn los?«
»Weißt du’s nicht?«, fragte Alfred verlegen und schaute den anderen hinterher, die aus der Tür drängten. »Wir sollen mit den Druckern und den Auslieferern zur Kugel.«
»Wird was gefeiert?«
»Nazi-Versammlung.«
»In der Kugel? Das ist doch unser Lokal.«
»Eben. Fietje ist raus, heißt es, und der neue Besitzer ist Nazi. Deshalb.«
Alfred riss sich los. »Kaufmann spricht dort in der Diele.«
»Aha.« Die Diele war der Festsaal des Bierlokals Zur Kugel. Wenn der NS-Gauleiter auftrat, würden viele kommen.
Klara ließ das Farbband fallen und sprang auf. »Ich komm mit«, sagte sie, mehr zu sich selbst, denn die anderen trampelten schon durchs Treppenhaus. Sie schlüpfte in ihr Jackett, setzte die Schiebermütze auf die wirren dunklen Locken und rannte hinterher.

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