Belletristik / Krimi

Abbas Khider erhält den
Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil 2013!

Abbas Khider erhält den Nelly Sachs Preis 2013!

Auch als epub oder pdf in
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Abbas Khider

Die Orangen des Präsidenten

Roman

Originalveröffentlichung
Gebunden mit Schutzumschlag, 160 Seiten

€ (D) 16,–
€ (A) 16,50

ISBN 978-3-89401-733-0

Erschienen März 2011
Die Orangen des Präsidenten
Inhalt

Nasrija, Irak, 1989: Am Tag der letzten Abiturprüfung wird Mahdi zu einem Ausflug eingeladen. Sein Klassenkamerad Ali hat sich ein Auto ausgeliehen, und die beiden wollen das Ende der Schulzeit feiern. Doch es ist das falsche Auto, und Ali kennt die falschen Leute – die beiden werden ohne Anklage und Prozess inhaftiert.
Mahdi stehen zwei Jahre Gefängnisalltag bevor, Hunger, Folter, Grausamkeiten, Zynismus: Zum Geburtstag Saddam Husseins wird den Häftlingen eine Amnestie in Aussicht gestellt – doch dann bekommt jeder nur eine Orange als Geschenk.
Mahdi rettet sich in dieser Hölle durch seine Begabung zum Geschichtenerzählen. Drastisch, tragikomisch und ergreifend berichtet er Episoden aus seiner Kindheit und Jugend, besonders von der Freundschaft mit dem Taubenzüchter Sami und dem Geschichtslehrer und Literaturübersetzer Razaq.
Der Roman lässt ein eindrucksvolles Bild des Irak der achtziger und neunziger Jahre entstehen. Nach seinem fulminanten, viel beachteten Debüt legt Abbas Khider hier seinen zweiten Roman vor.

 

Zum Autor
Abbas Khider
© Jacob Steden

Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. 1996 floh er nach einer Verurteilung aufgrund »politischer Gründe« und nach einer zweijährigen Gefängnisstrafe aus dem Irak. Von 1996 bis 1999 hielt er sich als illegaler Flüchtling in verschiedenen Ländern auf, seit 2000 lebt er in Deutschland. Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft in München und Potsdam. Lyrik in verschiedenen Publikationen. Zurzeit lebt Abbas Khider in Berlin.

Im Herbst 2008 erschien sein Debütroman Der falsche Inder. 2009 erhielt er das Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste Berlin, vom Deutschen Literaturfonds bekam er außerdem ein Arbeitsstipendium der Autorenförderung (2009-2010). Im März 2010 wurde Abbas Khider mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis ausgezeichnet.

Die Laudatio (© Robert-Bosch-Stiftung) bei der Preisverleihung hielt Hubert Spiegel. »Abbas Khiders tragikomischer, oft sogar burlesker Roman ist ein wirklichkeitsnahes, modernes Flüchtlingsmärchen über ein ernstes und bewegendes, seit Jahren aktuelles politisches Thema«, so die Jury über ihre Wahl. 

2011 erschien sein zweiter Roman Die Orangen des Präsidenten. Im selben Jahr erhielt er ein sechsmonatiges Arbeitsstipendium der Robert-Bosch-Stiftung sowie ein dreimonatiges Arbeitsstipendium der Villa Aurora in Los Angeles, USA.

Im Januar 2013 hielt er die Poetik-Dozentur der Universität Landau und residierte fünf Monate lang als Stipendiat im Künstlerhaus Edenkoben.

Vom Deutschen Literaturfonds erhielt er das London Stipendium (2013-2014) und von der Robert Bosch Stiftung das Grenzgänger-Stipendium 2013. 

Im September 2013 wurde er mit dem Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es: »Wie schon in seinem autobiografisch inspirierten Gefängnis- und Taubenzüchter-Epos ›Die Orangen des Präsidenten‹ erweist sich Abbas Khider als ein ebenso lakonischer wie heiterer Chronist, als Meister der Situationskomik und geborener Erzähler.«

Auf der Frankfurter Buchmesse 2013 wurde der Edition Nautilus für den Roman Brief in die Auberginenrepublik der Melusine-Huss-Preis der Hotlist der unabhängigen Verlage verliehen. Dieser Preis wird aufgrund einer Abstimmung unter Buchhändlerinnen und Buchhändlern ermittelt. 

Abbas Khider erhält den Nelly Sachs Preis 2013. In der Begründung der Jury heißt es: »In seinen Romanen schildert Khider exemplarische Schicksale unserer zerrissenen Gegenwart. Die Flucht aus den Folterkellern Saddams, die Odyssee des illegalen Flüchtlings und die verzweifelten Versuche, die Verbindung zu Freunden und Verwandten in der Heimat aufrechtzuerhalten – das sind die Themen seiner bislang drei Romane. Lakonisch, humorvoll, erzählerisch versiert und literarisch avanciert, setzt sein Werk ein beeindruckendes Zeichen gegen Diktatur und Repression und für Humanität, Toleranz und Verständigung.«

Weitere Titel in der Edition Nautilus:
Brief in die Auberginenrepublik
Der falsche Inder

Abbas Khider in facebook

Pressestimmen

»Ein starker, ein bewegender Text, ein Augen öffnendes Buch.«
Denis Scheck, Druckfrisch

».. ein erstklassiger Roman.«

Wolfgang Herles, aspekte

»Abbas Khider ist ein unglaublich raffinierter Erzähler.«
Hubert Spiegel, Deutschlandfunk

»Nüchtern, direkt, lakonisch, mitunter fast komisch.«
Ulrich Noller, WDR Funkhaus Europa

»Schön und schrecklich zugleich.«
Martin Ebel, Tages-Anzeiger 

»... ein außergewöhnlicher Roman.«
Meike Fessmann, Süddeutsche Zeitung

»Ein leises, aufühlendes Buch über die Wilkür einer Diktatur.«
Saarbrücker Zeitung 

»Was für ein atemraubendes Buch!«
Badische Neueste Nachrichten

»›Die Orangen des Präsidenten‹ ist ein großes Buch.«
Fabian Stiepert, LeipzigAlmanach 

»... eine tief beeindruckende literarische Stimme, ein Glücksfall.«
Neue Presse Hannover 

»Ein schmaler Roman, der die Türen weit öffnet in die jüngste Geschichte des Irak. Hoch politisch, aber auch anrührend, und wie oft funkelt Lebensmut im traurigen Geschehen, gerät die Lektüre unvermutet vergnüglich!«
Buchhandlung Dante Connection, Berlin

Textauszug

»…als blickten wir direkt in die feurige Verdammnis. Es dauerte einen Moment, bis ich wirklich begriff, was ich dort sah. In der Kiste lagen leuchtende, pralle, saftige Blutorangen.«

»Was ist mit euch los? Wessen Geburtstag zum Teufel?«, fragte ich, weil ich nicht verstand, warum sich plötzlich alle so freuten.
»Es ist der Geburtstag unseres Führers!«
»Was? Bist du von allen guten Geistern verlassen? Saddams Geburtstag?«, stieß ich angewidert hervor.
»Gibt es etwa einen anderen Führer in diesem Lande? Alles Gute, alles alles Gute, mein Freund!«, beglückwünschte er mich wie von Sinnen.
»Habt ihr einen Lagerkoller oder hat euch die Mangelernährung das letzte bisschen Hirn zerstört? Saddam hat unser Leben in eine Hölle verwandelt! Ihr Idioten! Noch ein Wort und ich schlage euch die Fresse ein!«
»An diesem Tag öffnen sich alle Pforten des Himmels«, posaunte Dahlal weiter. »Halbnackte Engel, behangen mit Zigeunerschmuck, werden wild und willig durch die Zellen tanzen und sich uns hingeben wie die Jungfrauen im Paradies…«
Dann wandte er sich mit einem versöhnlichen Blick an mich: »Also, der 28. April ist tatsächlich Saddams Geburtstag und der wichtigste Tag im Leben jedes politischen Häftlings im Irak. In der Vergangenheit wurde an diesem Tag fast immer eine Amnestie für alle politischen Gefangenen erlassen. Wir sehnen diesen Tag also schon seit Monaten herbei. Er ist unsere Chance, hier lebend rauszukommen…«

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