Belletristik / Krimi
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Patrick Pécherot

Belleville – Barcelona

Kriminalroman

Aus dem Französischen übersetzt von Cornelia Wend

Deutsche Erstausgabe
Broschur, 224 Seiten
€ (D) 14,90
€ (A) 15,40

ISBN 978-3-89401-735-4

Erschienen März 2011
Belleville ? Barcelona
Inhalt

Der scheinbar leichte Auftrag, eine Fabrikantentochter, die mit einem Arbeiter durchgebrannt ist, wieder zur Familie zurückzuführen, erweist sich als Pulverfass.

In Pécherots zweitem Band der Krimi-Trilogie aus dem Paris der Zwischenkriegszeit tritt wieder ein bemerkenswertes Personal auf: Neben Nestor Burma sind das ein Zauberkünstler, im Zivilstand Bestatter, ein glatzköpfiger, Rinderblut trinkender Schmuggler, eine Leiche ohne Kopf, die sich als Trotzkis ehemaliger Sekretär entpuppt und kein Geringerer als André Breton höchstpersönlich, der Waffen nach Spanien schmuggeln hilft.
In Frankreich sind die Tage der Volksfront gezählt. Das Land wird erschüttert durch Attentate der rechtsextremen Cagoule, deren versuchter Staatsstreich nur wenige Monate zuvor vereitelt wurde. Die Lage in Europa wird immer angespannter. Hitler hat Österreich annektiert. Die Völkergemeinschaft schweigt, als Mussolini in Äthiopien einmarschiert. Auf der anderen Seite der Pyrenäen tobt der Spanische Bürgerkrieg. Patrick Pécherot beherrscht die Kunst, Zeit und Figuren auferstehen zu lassen wie ein Panoptikum und sie in eine spannende Krimihandlung einzubetten.

Zum Autor
Patrick Pécherot
© Elise Grynbaum

Patrick Pécherot, 1953 in Courbevoie geboren, Journalist. 2002 erhielt er den »Grand Prix de Littérature Policière« für Nebel am Montmartre, den ersten Band einer Trilogie über das »populäre« Paris zwischen den Weltkriegen. Außer Krimis schreibt er Jugendbücher und Comics zusammen mit dem Co-Autor Jeff Pourquié.

Weitere Titel in der Edition Nautilus:
Boulevard der Irren
Nebel am Montmartre

Pressestimmen

»… ein hochkomplexer historischer Kontext …, ein Schlüsselmoment des 20. Jahrhunderts.«
Gregor Ziolkowski, Deutschlandradio

»… Ein kleiner, atmosphärisch dichter Roman ….«
Horst Eckert, Focus Online

»… ein augenzwinkernder Kolportageroman … – ein typisch französischer Kriminalroman.«
Nordseezeitung

»… eine reizende Hommage an Léo Malet.«
sy, Frankfurter Rundschau

»… ein atmosphärisch dichter Krimi, sehr französisch, sehr noir.«
aw, Buchjournal

»Grandios auch Patrick Pécherots zweiter Teil seiner Nestor-Burma-Trilogie.«
Thomas Wörtche, kaliber .38

„Eine Entdeckung ….“
Nordsee Zeitung 

„… Versteht es hervorragend, aus geschichtlichen Ereignissen spannende ... Krimis zu kombinieren.“
www.20minuten.ch 

Textauszug

»A propos Waffen«, setzte Breton an…

Er drehte sich um und ließ seinen durchdringenden Blick über die Straße wandern. Ich machte mich ganz klein hinter der Pissbude.
»Kommen Sie rein?«, fragte der Angestellte.
Sie verschwanden im Gebäude. Einige Minuten später kam Maxime wieder raus. Er musterte besorgt die Gegend und ging in Richtung des Kanals. Ich heftete mich an seine Fersen. Auf der Straße herrschte jetzt reges Treiben. Schlachter überwachten eine Fleischlieferung. Eine Gruppe von Metzgern eilte in die Halle und sprach dabei über den Kalbfleischpreis. Maxime ließ sie vorbei. Ich ging langsamer. Unter lautem Geknatter kam ein Spiegelfabrikant aus Romainville angefahren, an jeder Seite ein Spiegel. Als er vorbeifuhr, spiegelte sich darin die ganze Straße. Mich inklusive. Ich sah mich mitten auf der Straße wie einen Touristen auf einem Foto. Es dauerte nur wenige Sekunden. Der Lieferwagen setzte seinen Weg fort und nahm auch mein Spiegelbild mit, aber Maxime genügte das.
Irritiert durch die Verschiebung der Perspektive hatte er mich nicht sofort ausgemacht. Ich suchte Deckung unter einer Fleischbank. Kaum hatte ich mich hinter einer Rinderhälfte verborgen, da knallte auch schon der erste Schuss. Ich spürte, wie sich die blaue Bohne in das zähe Fleisch versenkte. Zwei Kerle fragten sich, was da explodiert war.
»Hinlegen!«, schrie ich, bevor der nächste Schuss fiel.

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