Belletristik / Krimi

2012 Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar

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Jochen Schimmang

Neue Mitte

Roman

Originalveröffentlichung
Gebunden mit Schutzumschlag,
256 Seiten
€ (D) 22,–
€ (A) 22,70

ISBN 978-3-89401-741-5

Erschienen August 2011
Neue Mitte
Inhalt

Winter 2029/30. Deutschland hat nach neun Jahren Juntaherrschaft vier Jahre Übergangsregierung unter englischer Führung hinter sich. Das ehemalige Regierungsgelände in Berlin ist Niemandsland. Doch hat sich dort inzwischen ein bunter Haufen von Menschen angesiedelt, die ihr Utopia leben: intelligent, gebildet, die meisten vernetzt durch den Widerstand während der Juntazeit: ein Gärtner, ein Geigenbauer, ein anarchistischer Lektürezirkel, das Restaurant »Le plaisir du texte«. Nun soll dort aucheine Bi bliothek eingerichtet werden – für  deren Aufbau ist Ulrich Anders nach Berlin gekommen, der Erzähler des Romans.

Doch der Zustand glückseliger Freiheit ist bald bedroht: Aus den verlassenen U-Bahn-Schächten heraus unternimmt die Junta einen neuen Putschversuch. Eine Drahtzieherin scheint die schöne Witwe des Juristen der Junta zu sein, dessen Bibliothek Ulrich gekauft hatte. Und an was für einem geheimnisvollen Programm arbeitet Ulrichs Freundin, die Softwareentwicklerin Eleanor Rigby?

Jochen Schimmang gibt dem Möglichkeitssinn Zunder und entwirft ein Deutschland der Zukunft, in schönster postmoderner Tradition: pure Lust am Text! Aber Neue Mitte ist auch ein spannender Politthriller, der das eigene Genre aufs Korn nimmt und ganz nebenbei Roland Barthes’ Frage »Wie zusammen leben?« zu beantworten sucht.

Jochen Schimmang liest aus seinem neuen Buch: www.zehnseiten.de

 

Zum Autor
Jochen Schimmang
© Eric Wolfe

Jochen Schimmang, geboren 1948, studierte Politische Wissenschaften und Philosophie an der FU Berlin und lehrte an Universitäten und in der Erwachsenenbildung. Von 1978 bis 1998 lebte er in Köln, seit 1993 als freier Schriftsteller und Übersetzer. Jochen Schimmang ist heute in Oldenburg ansässig.

2010 erhielt Jochen Schimmang für seinen Roman Das Beste, was wir hatten den Rheingau Literatur Preis 2010. In der Begründung der Jury heißt es:

»Die Jury würdigt die minutiöse Bildbeschreibung, mit der die alte Bundesrepublik wiederbelebt wird – durch dichte Milieuschilderung über mehrere Jahrzehnte hinweg und die Erzählung über Figuren, die allmählich den Boden unter den Füßen verlieren. Jochen Schimmang hält den zahlreichen Büchern, die der DDR ihre Erinnerung und ihre Kritik nachtragen, einen Roman entgegen, der den Untergang auch der Bonner Republik zur erzählerischen Gewissheit macht. Eingeschlossen ist die Trauer über die Vergänglichkeit der Aufbrüche, das Verschwinden von Hoffnungen und das Verblassen von Träumen in ungemein blickgewisser Genauigkeit.«

2012 erhielt er den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar für Neue Mitte sowie die Künstlerstipendien der Villa Concordia in Bamberg und des Künstlerhauses Edenkoben.

»Dieser Autor ist der Meister einer Beiläufigkeit, hinter der sich die wahren Dramen verstecken.«
Andreas Platthaus


Pressestimmen

»… Erzählt … von der Freiheit in einer Übergangszeit, bevor sich wieder alles verfestigt, ….«
Olaf Kieser, Ultimo Bielefeld und Münster 

»… gut und kurzweilig erzählt, … nicht vorhersehbar und damit wirklich ein Lesegenuss ….«
Ralf, dasistmeinblog.de 

»Für reichlich Verwirrung und knisternde Spannung ist gesorgt.«
Frank Dietschreit, Märkische Allgemeine Zeitung 

»... eine wie beiläufig erzählte Anti-Utopie ….«
Edgar Bracht, Lesart 

»… eine wahre Freude.… ein phantasievolles Netz von spannenden Geschichten.«
Eduard Hoffmann, Belletristik-Couch.de 

»… Erzählt mit beißendem Witz und viel Empathie von einer kurzen Phase des Träumens.«
Dina Netz, WDR 5 Bücher 

»... ein großes intellektuelles Vergnügen.«
Angela Gutzeit, Deutschlandfunk Büchermarkt 

»… ein sympathisches Beispiel postmoderner Literatur.«
Oliver Pfohlmann, Tagesspiegel 

»Ein aufregender Zukunftsroman.«
Oliver Pfohlmann, SWR 2 Literatur Forum Buch 

»Ein futuristischer Roman, der einem Angst vor der Zukunft macht.«
Emily Walton, Buchkultur 

»... Eine Satire auf die Gegenwart, ohne auch nur einen Hauch von Bemühtheit zu verströmen.«
Ulrich Gutmair, die tageszeitung 

»… große Erzählkunst von überbordendem Einfallsreichtum!«
büchermenschen

»… ein ebenso witziges wie scharfsinniges Porträt unserer Gegenwart ….«
Christel Wester, WDR 3 

»Gescheit, witzig, stilistisch brillant und spannend …. Ein ganz besonderes Lese-Vergnügen.«
Gabriele Weingartner, Die Rheinpfalz 

»… ein literarisches Spiel aus Lust am Text, ein Spiegelkabinett der Querverweise ….« 

Jörg Magenau, WDR 

„… eine literarische und historische Fundgrube, ein Kammerspiel der politischen Utopien und Visionen.“
Tobias Kolb, Nordwest Zeitung

 

 

Textauszug

Wir waren nicht mehr Enklave oder Exklave, nicht mehr Zwischenraum oder Peripherie; wir waren mittendrin. Vielleicht waren wir sogar das, was keiner von uns sein wollte, die neue Mitte.

Sander gab mir die Hand und zog mich ins Haus, genauer: zwischen die Mauern, die stehen geblieben waren. Wir brauchten fast eine Viertelstunde, um am anderen Ende der Ruine anzukommen. In manchen Räumen war ein Teil des Mobiliars zurückgelassen worden: Stühle, Sessel, Schreibtische, die nun teilweise völlig verwittert und verschimmelt waren. Andere Stücke hatten die neuen Bewohner an sich genommen und aufgearbeitet, erzählte Sander.

„Bei uns ist praktisch jedes Handwerk vertreten“, sagte er, „sonst könnten wir gar nicht existieren. Das Gerümpel, das hier noch herumsteht, wird bald entsorgt werden.“

An einer der Wände hing noch immer das offizielle Bild des Generals. Jedes Mal, wenn er daran vorbeikam, wollte Sander es abnehmen und auf den Müll werfen, winkte dann aber ab und ging weiter. Das Foto war stark nachgedunkelt und ganz leicht gewellt, aber es zeigte den General, wie ihn die ganze Welt gekannt hatte: im Halbprofil, das kurze Haar streng gescheitelt und mit einem Blick, der zugleich Entschlossenheit und Güte ausdrücken sollte. Sein Leibfotograf war bei der Flucht der Regierung nicht mehr mitgekommen, sondern gefasst worden. Man hatte ihn jedoch nicht an die Wand gestellt, sondern sich sein Können und seine Dienste für die neuen offiziellen Legenden gesichert.

Und wer noch mehr lesen möchte: Leseprobe Neue Mitte

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