Belletristik / Krimi

Jochen Schimmang

Der schöne Vogel Phönix

Roman

Mit einem Vorwort vom Autor
und einem Nachwort von Helmut Lethen

Neuauflage
Broschur, 352 Seiten
€ (D) 18,–
€ (A) 18,50

ISBN 978-3-89401-780-4

Erschienen Mai 2013
Der schöne Vogel  Phönix
Inhalt

»Ich war letzten Endes noch immer allein: ein Mönch in einer Lederjacke.«

»Eines Tages würde sich ein deutscher Mr. Kane in irgendeiner deutschen Kneipe am Tresen dazu veranlasst sehen zu sagen: ›Murnau? Ich finde ihn unausstehlich, aber wir brauchen ihn nun einmal.‹« Davon träumt der junge Murnau Ende der 60er Jahre in Berlin: Unverzichtbar zu sein in dieser Zeit.

Der schöne Vogel Phönix, Jochen Schimmangs literarisches Debüt und sein Eintritt in die Literaturszene 1979, ist endlich neu aufgelegt: Ein Roman, der das Leben seines jungen Helden Murnau im Alter von fünfzehn bis dreißig Jahren erzählt. Er berichtet von der »ostfriesischen Schülerboheme« und von Berlin in den frühen 70er Jahren; von Liebesgeschichten, von vielen Umzügen und einigen Reisen, von Geschichten, die nur im Kopf, und solchen, die wirklich passiert sind. Die Spätphase der antiautoritären Bewegung, Studium, Kaderarbeit für eine K-Gruppe und der Bruch mit dieser Gruppe, Schwierigkeiten beim Übergang ins Berufsleben – über ein Jahrzehnt hinweg erzählt dieses Buch eine individuelle Geschichte, die gleichzeitig eine kollektive ist. »Überleben ist schwieriger geworden«, sagt Murnau am Ende des Romans.

 

Zum Autor
Jochen Schimmang
© Eric Wolfe

Jochen Schimmang, geboren 1948, studierte Politische Wissenschaften und Philosophie an der FU Berlin und lehrte an Universitäten und in der Erwachsenenbildung. Von 1978 bis 1998 lebte er in Köln, seit 1993 als freier Schriftsteller und Übersetzer. Jochen Schimmang ist heute in Oldenburg ansässig.

2010 erhielt Jochen Schimmang für seinen Roman Das Beste, was wir hatten den Rheingau Literatur Preis 2010. In der Begründung der Jury heißt es:

»Die Jury würdigt die minutiöse Bildbeschreibung, mit der die alte Bundesrepublik wiederbelebt wird – durch dichte Milieuschilderung über mehrere Jahrzehnte hinweg und die Erzählung über Figuren, die allmählich den Boden unter den Füßen verlieren. Jochen Schimmang hält den zahlreichen Büchern, die der DDR ihre Erinnerung und ihre Kritik nachtragen, einen Roman entgegen, der den Untergang auch der Bonner Republik zur erzählerischen Gewissheit macht. Eingeschlossen ist die Trauer über die Vergänglichkeit der Aufbrüche, das Verschwinden von Hoffnungen und das Verblassen von Träumen in ungemein blickgewisser Genauigkeit.«

2012 erhielt er den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar für Neue Mitte sowie die Künstlerstipendien der Villa Concordia in Bamberg und des Künstlerhauses Edenkoben.

»Dieser Autor ist der Meister einer Beiläufigkeit, hinter der sich die wahren Dramen verstecken.«
Andreas Platthaus


Pressestimmen

Presse zu Jochen Schimmangs neuesten Büchern:

»Der Roman ›Das Beste, was wir hatten‹ ist ein großartiges Buch, eine unaufdringliche Liebeserklärung an die alte Bundesrepublik. … Nichts weniger als ein Epochenroman. Und ein Lesevergnügen.«
Volker Hage, Der Spiegel

»›Das Beste, was wir hatten‹ gehört mit zum Besten, was wir auf dem weiten Feld des politischen Zeit- und Gesellschaftsromans haben.«
Martin Halter, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Jochen Schimmang ist mit erkennbarem Vergnügen an Berlin herangegangen, und natürlich ist seine Zukunftshistorie ›Neue Mitte‹ das Gegenstück zu dem vor zwei Jahren erschienenen Roman ›Das Beste, was wir hatten‹ …Dieser Autor ist der Meister einer Beiläufigkeit, hinter der sich die wahren Dramen verstecken.«
Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Textauszug

Ich war auch nach der Operation noch ein schwieriger Fall. So lag ich in einem Dämmerzustand, fähig, dann und wann Nachrichten aufzunehmen, aber unfähig, sie wirklich zu begreifen. Ich hatte nur das deutliche Bewusstsein, dass in Frankreich sehr wichtige Dinge vor sich gingen, und dass ich mir zum absolut falschen Zeitpunkt die Mandeln hatte herausnehmen lassen. Während andere, wieder andere Genossen als meine unbekannten Genossen aus Berlin und Frankfurt, in Paris kämpften, ließ ich in Rostrup meine störrische Wunde pflegen.

Und wer noch etwas mehr erfahren möchte:
Leseprobe Vogel Phönix

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