Belletristik / Krimi
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Manfred Poser

Tod am Tiber

Kriminalroman

Originalveröffentlichung
Broschur, 224 Seiten
€ (D) 14,90

ISBN 978-3-89401-794-1

Erschienen August 2014
Tod am Tiber
Inhalt

Das 3-in-1-Buch: Ein spannender Rom-Krimi, ein Fetischbuch für Fahrradfans, ein alternativer Radreiseführer!

Als sich in Rom merkwürdige Unfalltode bei Obdachlosen häufen und bei zwei der Leichen herausgerissene Buchseiten mit deutschem Text gefunden werden, bittet Polizeichef Paolo di Paolo den passionierten Fahrradfahrer Rudi, sich im Milieu einmal umzuhören. Rudi fährt täglich kilometerweit auf allen Rad- und Schleichwegen, alleine oder mit seinem Radler-Club. Das ist ihm das Wichtigste im Leben, und deswegen hat ihn auch seine Freundin Chiara, elegante Ministerialbeamtin, aus dem Marmor-Palazzo im feinen Parioli-Viertel geworfen. Nun haust er in einem leerstehenden Schulgebäude am Ufer des Tiber und hat außer Radfahren nichts zu tun, seine Freunde sind – abgesehen von anderen Radlern – obdachlose, illegale Einwanderer und Paolo, der nebenbei noch Chiaras Cousin ist.

Doch statt ein geschickt eingefädeltes Verbrecher-Polizei-Verwirrspiel zu lösen, stößt Rudi bei seiner eher gemächlichen Recherche per Fahrrad auf die schmutzige Realität von Zwangsprostitution, Menschenschmuggel und Drogengeschäften im Bodensatz der Ewigen Stadt. Was kann er als Radfahrer da schon tun? Doch wenigstens einigen wird er helfen ...

Zum Autor
Manfred Poser
© Roman Puglisi

Manfred Poser, geboren 1957 in München, Studium der Journalistik. Arbeit in der Zentrale der Deutschen Presse-Agentur (dpa), damals in Hamburg, Nachrichtenredakteur in der Europa-Redaktion. Nebenbei schrieb er von 1986 bis 1991 fur die dpa über Rockmusik und Jugendkultur. Erste Buchveröffentlichungen; u.a. den Krimi Mörderisches Rom (Delius Klasing, 2007). Dann folgten fünf Jahre als freier Journalist und kleiner Bed-and-Breakfast-Anbieter in Rom. Von 2005 bis 2009 lebte Poser in St. Gallen (Schweiz), wonach er wieder ins Markgraflerland (südlich von Freiburg) zurückkehrte. Manfred Poser hat viel über den Radsport publiziert. Er fährt Rennrad und unternimmt auch gern Radreisen mit Zelt und Schlafsack. Privatleben: nie verheiratet, keine Kinder, keine Haustiere dafür 20 Tabakspfeifen, 7 Fahrräder, 1 Volvo.

Textauszug

»Das ist deutsch, meinen meine Leute. Hitler, Nietzsche oder die Bibel, irgendwas Gefährliches jedenfalls.«

Vier Tage später, Sonntag, schaute oben auf dem Monte Mario ein Pole, ein gewisser Leszek, hinunter auf den Tiber, und um Mitternacht schaute er immer noch unverrückt. Er sah aber nichts mehr, denn sein Herz stand still. Unseres klopft noch, und erfreut klopft es, denn die Vorspeise steht da. Ein bisschen Bruschetta, Bresaola, Sardinen, Artischocken. Paolo schiebt sich die Lesebrille in die Brusttasche.

Mit Konzentration fängt Paolo zu essen an; ich klaube nur dann und wann ein Stücklein vom Teller. Paolo kaut. Dann schiebt er den Teller nach links. Lesebrille auf. »Wojciech«, sagt er. »Aus dem Tiber gezogen, zwei Tage später. Hohe Engelsburg. Verletzung am Kopf.« Dann legt er den Ordner auf die Mitte und erklärt mit bedeutender Miene: »E adesso!« Und was kommt jetzt?

Er deutet auf eine Klarsichthülle, in der ein ziemlich lädiertes bedrucktes Stück Papier steckt, das wohl aus einem Buch stammt. Er blättert um. Noch eine Hülle, auch in ihr eine Buchseite. ≫Die Erste ist zerknüllt unter der Bank gefunden worden, auf der Leszek saß. Und heute bei Ludwik noch so ein Zettel. Mauro hat ihn gefunden, hat seinen Vorgesetzten informiert, und dann war es mein Fall.«

»Warum?«, frage ich.

»Nationale Sicherheit.« Er senkt die Stimme. »Aus einem Buch herausgerissen. Das ist deutsch, meinen meine Leute. Hitler, Nietzsche oder die Bibel, irgendwas Gefährliches jedenfalls.«

Für die, die noch ein wenig mehr lesen möchten:
Leseprobe Tod am Tiber

 

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