Belletristik / Krimi
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Robert Brack

Die drei Leben des Feng Yun-Fat

Kriminalroman

Originalveröffentlichung
Broschur, 192 Seiten
€ (D) 14,90

ISBN 978-3-89401-813-9

Erschienen Februar 2015
Die drei Leben des Feng Yun-Fat
Inhalt

Lenina Rabe ist zurück: Hamburgs chinesische Köche schließen sich zu einer Gewerkschaft zusammen. Doch sie haben nicht mit dem Widerstand der mafiösen Restaurantbesitzer gerechnet …

Feng Yun Fat, Inhaber des China-Restaurants »Hongkong-Drache« in Hamburg-Altona, beauftragt das Detektivbüro Rabe & Adler, seinen besten Spezialitätenkoch Wang Shuo zu suchen, der spurlos verschwunden ist. Dabei wollte Yun Fat ihm die Leitung eines neuen Gourmet-Lokals übertragen und ihn zum Küchenstar machen.

Lenina Rabe und ihre Partnerin Nadine Adler, die mit konfuzianischen Sprichwörtern ebenso zackig um sich werfen, wie sie asiatische Kampfschläge austeilen können, stoßen bei der Gemeinschaft der chinesischen Köche jedoch auf unerklärliche Ablehnung. Bald erfahren sie von einer Sonderregelung für asiatische Spezialitätenköche, die zwar die Erteilung einer Arbeitserlaubnis erleichtert, sie aber dem Inhaber des Restaurants, der für ihre Einreise sorgt, auf Gedeih und Verderb ausliefert. So herrschen im Untergrund des bunten chinesischen Restaurantbetriebs sklavenähnliche Bedingungen.

Auch Yun Fat entpuppt sich schnell als viel weniger großherzig, als es zunächst schien. Offenbar hat Wang Shuo eine Widerstandsbewegung und Meuterei der chinesischen Köche angestiftet. Das missfällt nicht nur den Restaurantbesitzern, sondern auch der Eight Treasures Inc., einer großen und offenbar mächtigen Organisation. Die betreibt hinter der Fassade des Lebensmittelgroßhandels ganz andere Geschäfte und schreckt vor keinem Anschlag zurück.

Zum Autor
Robert Brack
© Anja Lubitz

Robert Brack, Jahrgang 1959, lebt in Hamburg. Er wurde mit dem »Marlowe« der Raymond-Chandler-Gesellschaft und dem »Deutschen Krimipreis« ausgezeichnet. Zuletzt erschienen in der Edition Nautilus drei Romane über die politischen Verhältnisse in der Weimarer Republik: »Und das Meer gab seine Toten« wieder beschreibt einen Polizeiskandal aus dem Jahr 1931, »Blutsonntag« befasst sich mit den Ereignissen im Juli 1932 in Altona, beschreibt die Hintergründe des Reichstagsbrands 1933 in Berlin. Mit »Die drei Leben des Feng Yun Fat« kehrt der Autor in die Gegenwart zurück und knüpft an seine drei Lenina-Rabe-Romane »Lenina kämpft«, »Haie zu Fischstäbchen« und »Schneewittchens Sarg« an. Weitere Abenteuer von Rabe & Adler sollen folgen.

Textauszug

»Sie ahnten nicht, dass Lenina und Nadine sich grundsätzlich nicht von Männern mit Lederhandschuhen anfassen ließen, egal, aus welcher Ecke dieses Planeten sie kamen.«

»Raus hier! Schnell!«

»Ich kann nicht, ich kann nicht!«

»Los, hoch!«

Gesprochene, aber nicht gehörte Worte.

Lenina zerrt Nadine hoch. Sie knickt weg, ihre Beine versagen. Sie hängt an ihr wie ein Sack Kartoffeln. Lenina zerrt den Kartoffelsack durch die Rauch- und Staubschwaden. Beide müssen husten. Überall Trümmer und Schutt.

Um sie herum, das bemerken sie jetzt, rennen Leute das Treppenhaus hinunter. Haben die auch was abgekriegt?

Galt der Angriff vielleicht gar nicht ihnen? Haha. Träum weiter.

Draußen setzen sie sich auf das Mäuerchen gegenüber oder auf eine der Bänke oder bleiben stehen. Schauen ängstlich die Backsteinwand hoch. Aus einem geborstenen Fenster dringen dünne Rauch- oder Staubschwaden. Hier und da zündet sich jemand eine Zigarette an. Einige tippen auf ihren Handys herum. Nadine macht sich los und geht mit unsicheren Schritten nach vorn bis zur Brüstung. Toller Blick auf die Elbe und den Hafen. Fähren und Barkassen tuckern vorbei. Ein Dreimaster mit weißen Segeln. Blauer Himmel, Sonnenschein. Der perfekte Tag für einen Granatenangriff auf das Detektivbüro Rabe & Adler.

Mehr zum Lesen: Leseprobe Die drei Leben

 

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