Belletristik / Krimi
Eine Auswahl aus den Texten
ist bei Mikrotext als ebook
erschienen. www.mikrotext.de

Arthur Cravan

König der verkrachten Existenzen


Aktuelles Nachwort von
Bastiaan van der Velden
Aus dem Französischen übersetzt von
Pierre Gallissaires und Hanna Mittelstädt

Überarbeitete und ergänzte Neuausgabe
Gebunden mit Schutzumschlag,
192 Seiten, mit zahlreichen s-w-Abbildungen
€ (D) 22,–

ISBN 978-3-89401-814-6

Erschienen August 2015
König der verkrachten Existenzen
Inhalt

»Ich bin vielleicht der König der verkrachten Existenzen,
denn ich bin sicher der König von irgendwas.«

Arthur Cravan (geb. 1887 in Lausanne), ein Hochstapler, Hoteldieb, Neffe Oscar Wildes und Preisboxer, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Paris ein der gesamten Avantgarde gut bekannter Herumtreiber und Herausgeber einer Subkultur-Zeitschrift (Maintenant), die er auf einem Gemüsekarren verteilte.

Seine angriffslustigen Texte machten sich über die etablierten Kunstsalons lustig und provozierten die stickige Welt der Pariser Literaturszene. In seinen wenigen, hier versammelten Texten fand er eine eigene, großmäulige, naive und doch zärtliche Sprache.

Zu Beginn des 1. Weltkriegs ging er als Deserteur zunächst nach Portugal und Spanien, wo er ein legendäres Boxduell mit dem Champion Jack Johnson in der 6. Runde durch K. o. verlor. Sein Exil führte ihn weiter nach New York und Kanada, bevor sich die Spur des 31-Jährigen 1918 im Pazifik vor der Küste Mexikos verlor.

Arthur Cravan ist der Prototyp des exzentrischen Dandys, ein schillernder Mythos der modernen Literatur. Er war »Dada«, bevor es Dada gab. In seiner expressiven Körperlichkeit und Körperverliebtheit war er eine Herausforderung für die Pariser Kunstwelt. Als Rebell und Provokateur hat er bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren.

Zum Autor
Arthur Cravan

Arthur Cravan ist das Pseudonym des britischen Dichters, Amateurboxers und Dada-Vorläufers Fabian Avenarius Lloyd (* 22. Mai 1887 in Lausanne, zuletzt gesehen im November 1918 in Salina Cruz, Mexiko und wahrscheinlich wenig später im Pazifischen Ozean ertrunken).

Termine
Die Arthur Cravan – Performance auf Tour:

 

Berlin | Samstag, 4. Juni 2016, ab 19 Uhr |
Lesung – Musik – Film | | Innerhalb der Veranstaltung »Der große Boom – Faustkämpfe und Wortgefechte« | | Lesung: Hanna Mittelstädt (Edition Nautilus) | Musik: HF Coltello | | Veranstaltungsort: Mensch Meier | Storkower Straße 121, 10407 Berlin | | Spende: € 12,– (für selbstorganisierte, politische Flüchtlingsprojekte)

Hamburg | Donnerstag, 9. Juni 2016, 20:30 Uhr | | Die legendäre Performance nach Welttournee zurück in Hamburg! | | Text: Jörg Pohl | Musik: HF Coltello | Moderation und Konzept: Hanna Mittelstädt | | Veranstaltungsort: WOW – Fabrik im Gängeviertel | Valentinskamp 34a (Eingang über die Brache Speckstraße) | | Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.
Alle Termine unserer Autoren finden Sie auf unserer News-Seite
Pressestimmen

»Ich ziehe Arthur Cravan vor, der während des Krieges um die Welt reisen musste und ständig gezwungen war, seine Nationalität zu wechseln, um der menschlichen Dummheit zu entgehen.«
Francis Picabia


»Arthur Cravan, ein Boxer und Gelegenheitsliterat, gab offen zu, dass er lieber die Kiefer der Yankees in einem noblen sportlichen Kampf zerschmettern wollte, als sich die Rippen von einem Deutschen kaputtschlagen zu lassen.«
Leo Trotzki

Textauszug

Als ich nach einer langen Periode schlimms­ter Faulheit fieberhaft davon träumte, wie ich sehr reich werden könnte (mein Gott! wie oft träumte ich davon!); als ich so beim Kapitel der ewigen Projekte war und der Gedanke mich allmählich erwärmte, unredlich zu Reichtum zu kommen, und zwar unerwarteterweise durch die Poesie – ich habe immer schon versucht, die Kunst als Mittel und nicht als Zweck zu betrachten –, sagte ich mir fröhlich: »Ich sollte Gide aufsuchen, der ist Millionär. Na, was für ein Jux, ich werde den alten Literaten um den Finger wickeln!«

Sogleich – denn genügt es nicht, sich in Schwung zu bringen? – verlieh ich mir eine außerordentliche Gabe zum Erfolg. Ich schrieb ein paar Zeilen an Gide, in denen ich mich auf meine Verwandtschaft mit Oscar Wilde berief; Gide empfing mich. Er staunte über meine Statur, meine Schultern, meine Schönheit, mein exzentrisches Wesen, meine Worte. Gide fraß einen Narren an mir, ich hielt ihn für angenehm.

Mehr zum Lesen: Leseprobe Koenig der verkrachten Existenzen

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