Belletristik / Krimi
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Marie Malcovati

Nach allem, was ich beinahe für dich getan hätte

Roman

Originalveröffentlichung
Gebunden mit Schutzumschlag,
128 Seiten
€ (D) 16,–

ISBN 978-3-89401-827-6

Erschienen März 2016
Nach allem, was ich beinahe für dich getan hätte
Inhalt

Eine 24-Stunden-Dreiecksgeschichte mit toten Winkeln

Zwei sitzen auf einer Bank, beobachtet von einem Dritten. Das ist der Kern, aus dem Marie Malcovati in ihrem Debütroman ganze Lebensgeschichten erwachsen lässt.

Simon, drittgeborener Sohn einer Schweizer Zahnpastafabrikantendynastie, dem alles in die Wiege gelegt scheint, findet nicht so recht seinen Platz in dieser Welt. Von seinem letzten Arbeitsplatz gefeuert, strandet er im römischen Legionärskostüm am Basler Bahnhof. Er setzt sich zufällig auf eine Bank neben Lucy.
Die betont kühle, erfolgreiche Dolmetscherin verschreckt ihre Umgebung durch ihren völligen Mangel an Zukunftsbereitschaft, als wüsste sie, dass nichts von Dauer sein kann. Warum aber bleibt die elegante, gut gekleidete Frau stundenlang neben dem verschwitzten, verkaterten Simon sitzen? Die beiden ziehen die misstrauische Aufmerksamkeit Marottis auf sich.
Der wegen einer Verletzung krankgeschriebene Polizist hat darum gebeten, wenigstens an den Monitoren der Überwachungskameras Dienst tun zu dürfen. Schließlich gab es eine Terrorwarnung am Bahnhof, und zu Hause fällt ihm die Decke auf den Kopf. Mehr und mehr glaubt er, die beiden auf der Bank nicht nur zu beobachten, sondern fernsteuern zu können …

Unter dem gewaltigen Alpengemälde in der Schalterhalle entfaltet sich ein Wechselspiel voller unerwarteter Wendungen, mit verspielter Lakonie erzählt.

Zur Autorin
Marie Malcovati
© Christian Trieloff
Marie Malcovati, geb. 1982, studierte Drehbuch und Filmwissenschaften in Manchester und an der Filmakademie Baden-Württemberg, sie lebt derzeit in Freiburg i. Br. Sie schreibt Features für den SWR, übersetzt aus dem Französischen und Englischen und veröffentlicht Erzählungen, zuletzt im Band »Schön zu hören« (weissbooks, 2009). »Nach allem, was ich beinahe für dich getan hätte« ist ihr Romandebüt.
Termine
Marie Malcovati liest aus Nach allem, was ich beinahe für dich getan hätte:
Stuttgart | Samstag, 23. Juli 2016, 11:15 – 11:45 Uhr | | »Wetterleuchten« – Sommermarkt der unabhängigen Verlage | | Veranstaltungsort: Literaturhaus Stuttgart | Breitscheidstraße 4, 70174 Stuttgart | | Eintritt: € 5,– / Mitglieder frei
Freiburg | Donnerstag, 11. August 2016 | | »Grether Nach(t)lese« – Lesung und Gespräch | | Veranstaltungsdetails folgen.
Alle Termine unserer Autoren finden Sie auf unserer News-Seite
Textauszug

Normalerweise funktionierte die Übertragung in Farbe, aber ausgerechnet heute gab es einen technischen Defekt. Marotti störte es nicht, er fühlte sich schwarz-weiß.

Nachdem er alle Monitore eingehend studiert hatte, kehrte er zur Schalterhalle zurück und entdeckte den Römer. Er ließ seinen Zeigefinger über dem Alarmknopf schweben und rutschte näher an den Bildschirm heran. Die exzentrische Verkleidung ließ vermuten, dass es sich um einen der Aktivisten handelte. Nur, dass das bloße Anlegen eines römischen Brustpanzers an und für sich keine Straftat war. Marotti gab die Entdeckung per Funk an die Kollegen weiter. Er bekam die Anweisung, genau zu beobachten und sofort zu reagieren, falls der Verkleidete sich auffällig benahm. Der Römer hatte sich neben die Frau gesetzt. Er schien sich beobachtet zu fühlen. Immer wieder drehte er verstohlen seinen Kopf hin und her. War das nun schon auffälliges Verhalten? Oder wartete er bloß auf jemanden? Marotti schämte sich mittlerweile nicht mehr dafür, dass er sich wünschte, irgendjemand möge endlich etwas halbwegs Kriminelles tun. Er musste sich beschäftigen, durfte unter keinen Umständen ins Grübeln geraten. Aber der Römer saß einfach nur da, sah sich ab und zu um und hielt sich die Stirn. Ein Abdruck zierte seine linke Wange, als habe er gerade erst das Bett verlassen. Plötzlich drehte er sich ruckartig zur Seite. Marotti zuckte zusammen, seine Nase berührte fast den Bildschirm. Er wollte schon erleichtert den Alarmknopf betätigen, sah dann aber mit großem Erstaunen, dass die Frau auf der Bank, deren eine Hand noch immer tief in ihrer Tasche versunken war, angefangen hatte zu weinen.

Mehr zu lesen, gibt es hier: Leseprobe: Nach allem

 

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