Belletristik / Krimi

Léo Malet

Angst im Bauch

Kriminalroman

Aus dem Französischen
von Andrea Jossen
Mit einem Nachwort
von Tobias Gohlis

Überarbeitete Neuausgabe
Broschur, 168 Seiten
€ (D) 14,90

ISBN 978-3-96054-039-7

Erschienen März 2017
Angst im Bauch
Inhalt

Ein literarischer film noir – Neuausgabe des 3. Bandes der »Schwarzen Trilogie«

Meisterlich knapp und lakonisch schildert Léo Malet die finsteren Nächte eines Außenseiters.

Paulot, ein kleiner Betrüger und Trickdieb, gerät in schlechte Gesellschaft. Er wird Mitglied einer Pariser Ganovenbande, die mit der »sanften Methode«, also ohne Blutvergießen, Banküberfälle verübt; bis der von Albträumen gequälte Paulot eines Tages bei einem Coup einen Kassierer erschießt. Eine polizeiliche und mediale Hetzjagd quer durch Frankreich wird inszeniert, in der Paulot als blutrünstiger Killer hingestellt wird.

Diesen Roman hat Malet – Vagabund, Gelegenheitsarbeiter, Zeitungsausrufer, Chansonnier und Anarchist, der in den 1930er Jahren bei den Pariser Surrealisten verkehrte und mit Breton und Dalí befreundet war – Ende der 40er Jahre geschrieben. Er ist Teil der stark autobiografisch gefärbten »Schwarzen Trilogie«, in der die Helden auf der Schattenseite der Gesellschaft stehen. Es sind kleine Ganoven und Herumtreiber, denen die Verhältnisse keine Chance gelassen haben. Malet wurde mit der »Schwarzen Trilogie« zum Begründer des französischen Schwarzen Romans, der die Traditionen eines Poe oder Chandler in Paris fortsetzte.

Zum Autor
Léo Malet
© privat

Léo Malet (1909–1996), Verfasser von ca. fünfzig Kriminalromanen, veröffentlichte 1943 120, rue de la Gare als ersten der berühmten Nestor-Burma-Krimis. Malet erhielt für seine Kriminalgeschichten drei Preise, vier seiner Bücher wurden verfilmt. Angst im Bauch ist der dritte Band der »Schwarzen Trilogie«, die Malet 1947/1948 schrieb und die mit ihren surrealistischen Einflüssen eine Sonderstellung in der Kriminalliteratur einnimmt.

Pressestimmen

»Ein krasses Buch für seine Zeit vom Großmeister des französischen Noir.«
Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung, zu Das Leben ist zum Kotzen

Textauszug

Ein leichtes Quietschen von Metall ließ mich vom Bett aufspringen.

Ich lief zum Fenster.

Der Mond warf helle Flecken auf die Straße. In der fahlen Helligkeit sah ich, wie Nelly schnell wegging. Nein, in diesem Haus gab es kein Telefon, aber anderswo …

Ich wartete nicht, bis sie mit den Bullen zurückkam.

Ich tauchte in der Nacht unter.

Von nun an hatte ich jegliches Vertrauen verloren. Ich war von Feinden umringt, verbrachte schreckliche Stunden, ließ mich nirgends blicken, die Angst im Bauch, zitterte beim geringsten Geräusch. Ich fühlte mich entsetzlich schwach und verletzlich.

Denn die fünftausend Piepen, die mir der Freund gegeben hatte, waren bald verbraucht. Ich hatte keine andere Wahl mehr, als das Geld vom Caid, das so schwer wog wie Blei, an den Mann zu bringen.

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