Belletristik / Krimi
Große Lesereise ab September 2017.
Auch als ebook erhältlich.

Leonhard F. Seidl

Fronten

Kriminalroman

Originalveröffentlichung
Broschur, 160 Seiten
€ (D) 16,–

ISBN 978-3-96054-051-9

Erschienen August 2017
Fronten
Inhalt

Ein bosnischer Waffensammler läuft Amok, ein »Reichsbürger« sinnt auf Rache und eine muslimische Ärztin gerät zwischen die Fronten – ein Kriminalroman nach einem wahren Fall.

Die kurdische Ärztin Roja Özen ist vorbildlich integriert in der oberbayerischen Kleinstadt Auffing. Doch dann erschießt der Bosnier Ayyub Zlatar, als Kind aus Srebrenica geflohen, auf der Wache drei Polizisten – und verschont die anwesende Roja. Alles sieht nach einem Anschlag des IS aus. Roja wird als Komplizin verdächtigt, verliert Patienten, Mann und Freunde.
Markus Keilhofer, aufgewachsen bei seinen Großeltern, fanatischen »Reichsbürgern«, will Muslime für das Blutbad büßen lassen. Als er bewaffnet in eine Moschee stürmt, stellt Roja sich ihm in den Weg …

Geschickt verknüpft Seidl die Lebenswege der drei Protagonisten miteinander, die in einem packenden Finale aufeinandertreffen. Ein hochaktueller Kriminalroman über Rassismus und Fanatismus in einer Gesellschaft voller Angst und über den Mut, sich dem entgegenzustellen.
Fronten
ist inspiriert von einem wahren Fall aus dem Jahr 1988. Im oberbayerischen Dorfen erschoss ein Mann aus Jugoslawien drei Polizisten, was eine Welle fremdenfeindlicher Reaktionen auslöste. Bis heute hält das Landratsamt Erding Schriftstücke über den Fall unter Verschluss.

Zum Autor
Leonhard F. Seidl
© Katrin Heim

Leonhard F. Seidl, geboren 1976 in München, ist Schriftsteller und Sozialarbeiter. Er hat zahlreiche Preise und Stipendien erhalten, u.a. für seine Arbeit »Beschriebene Blätter – kreatives Schreiben mit straffälligen Jugendlichen«, wofür er freiwillig im Knast saß. Für Fronten bekam Seidl mehrere Stipendien, u. a. war er Stipendiat der Romanwerkstatt Literaturforum im Brecht-Haus sowie der Bayerischen Akademie des Schreibens im Literaturhaus München. Mit dem Roman Mutterkorn (Kulturmaschinen, 2011) debütierte er, darauf folgten die Kriminalromane Genagelt (Emons, 2014) und Viecher (Emons, 2015). Mitglied im PEN.

Termine
Leonhard F. Seidl liest aus Fronten:
Berlin | Mittwoch, 21. Februar, 20 Uhr | | Lesung und Gespräch | moderiert von Michael Wildenhain | | Veranstaltungsort: Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestraße 125 | | Eintritt: € 5,-/ ermäßigt 3,-

Stuttgart | Samstag, 10. März, 20 Uhr | | Stuttgarter Kriminächte | Lesung und Gespräch | Moderation: Wolfgang Niess | | Veranstaltungsort: Krematorium auf dem alten Pragfriedhof, Friedhofstraße 44 | | Eintritt: € 16,- / Mitglieder 14,- | In Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung

Freiburg | Sonntag, 11. März, 11 Uhr | | Matinee | Lesung und Gespräch | Im Rahmen der Wochen gegen Rassismus | | Veranstaltungsort: Galerie im Alten Wiehrebahnhof, Urachstraße 40 | Veranstalter: Südwind Freiburg e.V. | | Eintritt: frei
Dachau | Freitag, 16. März, 20 Uhr | | Lesung und Gespräch | | Veranstaltungsort: Stadtbücherei Dachau, Max-Mannheimer-Platz 3
Sulzbach-Rosenberg | Dienstag, 20. März, 19.30 Uhr | | Im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus | Lesung und Gespräch | Moderation: Patricia Preuß | | Veranstaltungsort: Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg, Rosenberger Straße 9 | | In Zusammenarbeit mit dem Bündnis für Toleranz und Intergration der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach
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Textauszug

»Fronten ist der Roman zur politischen Situation heute – von wegen Littérature engagée ist überflüssig. Sie ist notwendiger denn je, und Leonhard F. Seidl ist ihr Protagonist.« Thomas Wörtche

Markus zieht die Spritzen auf. Schlägt die Decken zurück. Großvater seine dürren Haxen. Von Adern durchzogen. In denen das Wissen fließt, das er an sein Enkel weitergeben hat: Mühlhiasl, Chemtrails, Illuminaten, indisch Springkraut, Tollkirschen, der Jud und die Muselmannen. Der ihm gelernt hat, dass der Mensch gleich nach dem Viech kommt. Und mir auf dem wurzeln, was unsere Väter durch ihre Fäust, ihr Hirn und Herz im Lauf der Zeit erschaffen haben. Er schluckt und schluckt. Trotzdem schaffen’s die Wasserburger bis in seine Augen. Er deckt Großvater wieder zu. Fürn Kommandant ist es eine Ehrensach, als Letzter von Bord zu gehn.

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