Autobiografien / Biografien

Platz 1 der Sachbuch-Bestenliste
von NDR und SZ im November 2010

Auf der Empfehlungsliste von
Deutschlandradio Kultur im Dezember 2010

Emma Goldman

Gelebtes Leben

Autobiographie

Mit einem Vorwort von Ilija Trojanow
Aus dem Englischen übersetzt von Marlen Breitinger,
Renate Orywa und Sabine Vetter
Überarbeitet und mit einer Chronik versehen von Tina Petersen

Gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen
Großformat, 928 Seiten,
mit 48 Fotografien illustriert
€ (D) 34,90
€ (A) 35,90

ISBN 978-3-89401-731-6

Erschienen August 2010
Gelebtes Leben
Inhalt

Emma Goldman, »die rote Emma«, war zu ihren Lebzeiten eine gleichermaßen verehrte wie gefürchtete Symbolfigur des Anarchismus. Sie wurde bekannt durch ihre Schriften, ihre Reden und ihre engagierten Kampagnen für die Rechte der Arbeiter, für Geburtenkontrolle, gegen die Wehrpflicht und für die Friedensbewegung. 1886 war sie im Alter von siebzehn Jahren aus Russland in die USA emigriert. Durch die Hinrichtung der Aufständischen vom Chicagoer Haymarket und die Begegnung mit Johann Most politisiert, erkannte sie bald ihr großes rhetorisches Talent und setzte es bei Vorträgen und Agitationsveranstaltungen ein, wo sie für verschiedenste Belange der Arbeiter und der Unterdrückten kämpfte. Sie wurde mehrere Male zu Gefängnisstrafen verurteilt und 1917, im Zuge der Anarchistenhetze und der Kriegsbegeisterung in der Gesellschaft, nach Russland deportiert, wo sie Zeugin der Auswirkungen der Russischen Revolution wurde. Enttäuscht von der diktatorischen Herrschaft der Bolschewiki, verbrachte sie einige Jahre in Frankreich, wo sie in den zwanziger Jahren ihre Autobiografie verfasste. 1936 nahm sie am Spanischen Bürgerkrieg teil. 1940 starb sie in Toronto. 2010 jährte sich Emma Goldmans Todestag zum 70. Mal.

»Wo Emma Goldman sich zeigt, scheint das Leben eine intensivere Qualität anzunehmen. Sie hat etwas Gigantisches, auch wenn bisher keiner eine Erklärung dafür gefunden hat. Vielleicht ist es – wie in der Wissenschaft –, weil für Emma nichts unwiderruflich ist.«
Margaret Anderson

»Die eigentliche Größe dieser unerschrockenen Frau bestand in ihrem furchtlosen Kampf gegen begangenes Unrecht, ihrem tiefen Verständnis für das leise Empfinden der Menschenseele und die ringende Sehnsucht nach Freiheit, Schönheit und menschlicher Würde.«
Rudolf Rocker

»Emma Goldman ist ohne Zweifel eine der gefährlichsten Anarchisten in diesem Land.«
J. Edgar Hoover

»Emmas Autobiografie wurde mir empfohlen. Durch sie lernte ich die russischen Anarchisten Peter Kropotkin und Michail Bakunin kennen. Ich begann, mich für den Anarchismus als politische Philosophie zu interessieren und entdeckte seine Größe, die aus der blassen orthodoxen politischen Theorie, wie sie in der akademischen Welt gelehrt wurde, herausstach.«
Howard Zinn

Foto_Marlen_Breitinger_als_Emma

Marlen Breitinger liest als Emma Goldman aus deren Autobiografie Gelebtes Leben.
© privat

Marlen Breitinger, Übersetzerin und Schauspielerin, geht mit einer szenischen Lesung aus "Gelebtes Leben" auf Tournee: Termine siehe unten; interessierte Buchhandlungen und Veranstalter können sich unter veranstaltungen@edition-nautilus.de melden.


Zur Autorin
Emma Goldman

Emma Goldman (1869–1940), Anarchistin, Agitatorin, Frauenrechtlerin und Friedensaktivistin, ist Sigmund Freud, Peter Kropotkin, Ernest Hemingway und Lenin begegnet, hat sich gegen die Wehrpflicht eingesetzt und für die Rechte der Arbeiter, der Frauen und Kinder und für die freie Liebe gekämpft.
Geboren in Russland, emigrierte sie siebzehnjährig in die USA. Durch die Haymarket-Affäre 1887 politisiert, ging sie nach New York. Dort traf Goldman ihren lebenslangen Freund Alexander Berkman. 1893 begann sie mit Vortragsreisen für die libertäre sozialistische Bewegung. Im selben Jahr wurde sie wegen »Anstiftung zum Aufruhr« zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
Goldman gab von 1906 an die anarchistische Monatszeitschrift Mother Earth heraus. 1916 wurde sie erneut verhaftet, weil sie Informationsmaterial über Geburtenkontrolle verteilt hatte; nach ihrer Entlassung reiste sie weiter umher, hielt Reden gegen den Krieg und traf eine Vielzahl von Oppositionellen. Am 15. Juni 1917 verabschiedete der US-Kongress ein neues Spionage-Gesetz. Goldman und Berkman wurden wieder verhaftet. Goldman wurde wegen Vergehens gegen Bundesgesetze verurteilt, Ende 1919 wurden sie und Berkman im Zuge der allgemeinen Anarchistenhetze aus den USA ausgewiesen und in die Sowjetunion deportiert. Tief verstört von der politischen Repression im sowjetischen Alltag und von der Niederschlagung des Kronstädter Matrosenaufstandes durch die Rote Armee 1921, verließen Goldman und Berkman Russland. Goldman lebte dann in England und später in Frankreich; dort konnte Goldman schreiben und korrespondieren, aber sie war isoliert. 1936 engagierte sie sich auf Seiten der Anarchisten im Spanischen Bürgerkrieg.
Emma Goldman starb am 14. Mai 1940 im Alter von 70 Jahren in Toronto.

Pressestimmen

»Die Anarchistin Emma Goldman schrieb, wie sie lebte: leidenschaftlich, schonungslos gegen sich und andere, manchmal klug analysierend, manchmal naiv bis zum Kitsch, praktisch und immer das Herz auf dem rechten Fleck. (...) ›Gelebtes Leben‹ ist ein Zeugnis permanenter Rebellion, eines weiblichen Widerstandsgeistes, der den Glauben an eine gerechte Zukunft unter keinen Umständen aufzugeben bereit war.«
Karin Beindorff, SWR 2 Die Buchkritik

»Die Neuausgabe der 1978 erstmals im Verlag Karin Kramer erschienenen Autobiografie ist komplett neu übersetzt und mit einem aktuellen Nachwort, mit prägnantem Bildteil und einer Chronik zugänglich gemacht und ist im besten Sinne ein geschichtlich pointierter Augenzeugen- und Lebensbericht einer Frau, der wenig entgangen ist.«
Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau

»Diese monumentale Autobiografie legt ein beeindruckendes Zeugnis ab vom Leben einer Frau im Widerstand. (...) Fast tausend Seiten dick und beinahe so schwer wie ›Zettels Traum‹ ist der bizarre Brocken aus dem Jahr 1931, der in der ideologisch begradigten Bücherlandschaft von heute wie ein Findling aus längst vergangenen Zeiten wirkt. (...) Man kann Emma Goldman äußerliche Erfolglosigkeit vorhalten – aber vielleicht taugt sie gerade deshalb, und insbesondere in unserer lammfrommen Zeit, als Vorbild.«
Kurt Dasow, Literaturen

Das gut 900seitige Werk ist eine erstaunlich aufregende Lektüre. Das liegt nicht nur daran, dass das Leben Emma Goldmans über die Jahrzehnte und Kontinente hinweg überaus aktiv und ereignisreich war, voller Begegnungen mit interessanten Zeitgenossen, von Sigmund Freud bis Jack London und voller abenteuerlicher bis haarsträubender Auseinandersetzungen mit Politik, Justiz, Polizei. Es ist auch dem Tonfall geschuldet, in dem Emma Goldman dies alles beschreibt: der leidenschaftlichen, gleichsam atemlosen Getriebenheit, die sich durch die Seiten zieht und die einen hineinzieht in das Entsetzen, die Entrüstung, das Engagement der Autorin. Auch in ihre privat-politischen Gefühle: denn nicht nur die Arbeiterbewegung und Freiheitsrechte treiben sie um – auch Gleichberechtigung der Geschlechter, freie Sexualität und Liebe gehören zu ihren zentralen Themen, nicht nur intellektuell, sondern auch im realen Leben.«
Catherine Newmark, Deutschlandradio Kultur

»Wenn man geneigt ist, entgegen der in unserer Zeit weitverbreiteten Auffassung das weite Feld der Politik nicht etwa als lebensfremd und realitätsfern, sondern vielmehr als nicht unbedeutenden Teil des täglichen Lebens zu begreifen, dann kann die seit kurzem endlich wieder in deutscher Sprache vorliegende, fast tausend Seiten umfassende Autobiographie der berühmten amerikanischen Anarchisten, Feministin und Friedensaktivistin Emma Goldman (1869-1940) weit mehr als ein nostalgischer Gruß aus unendlich fern scheinenden Zeiten sein, in denen das aus unserer Perspektive rührend anmutenden Berufsbild des professionsmäßigen Revolutionärs nicht gerade selten war. ›Gelebtes Leben‹ ist in der Tat ein äußerst treffender Titel für ein in dieser Ausgabe um ein erstmals übersetztes Nachwort der Autorin und einen erhellenden einleitenden Essay von Ilija Trojanow ergänztes lebenspralles Werk, das vor allem leidenschaftlicher Ausdruck der hellwachen, aufmerksamen Betroffenheit sowie des unermüdlich-vitalen gesellschaftlichen und politischen Engagements seiner Autorin ist, aber auch Zeugnis ihrer tiefempfundenen Liebe zum Leben als allumfassendem Kampf für die Befreiung des Individuums von jeglichen es in seiner persönlichen Entwicklung einschränkenden Faktoren.«
Florian Hunger, Jüdische Zeitung

»Es ist verdienstvoll, dass der Verlag das Werk dieser außerordentlichen Frau, die die Schwächen der anarchistischen Bewegungen nicht kaschiert, wieder zugänglich gemacht hat.«
Rudolf Walther, tageszeitung Messebeilage

»... in ihre Autobiografie einzutauchen ist herrlich inspirierend.«
Brigitte

»Sie war das Gesicht des amerikanischen Anarchismus: Emma Goldman. Ihre lebendig erzählte Autobiografie zeigt sie als Pionierin moderner Lebensformen. (...) Emma Goldman erzählt gut und hat auch etwas zu sagen.«
Alfred Pfabigan, Die Presse

»Goldmans Autobiografie ist nicht nur ein spannendes Zeitdokument der anarchistischen Bewegung. (...) Es ist zugleich das Selbstporträt einer Frau, die zwischen dem Wunsch nach sexueller und persönlicher Erfüllung und dem Drang, gegen Unterdrückung zu kämpfen, hin- und hergerissen ist. Vor allem hinterlässt es grenzenlose Bewunderung für eine Frau, die gegen alle Widerstände immer ihren eigenen Weg gegangen ist. Trotz der über 900 Seiten liest sich ihre Autobiografie wie ein atemlos geschriebener Roman, voller Leben und Engagement.«
Claire Horst, Missy Magazin

»Großartig und absolut lesenswert: Emma Goldmans Lebenserinnerungen. (...) Es gibt kaum ein anderes Buch, das so offen und detailliert Einblick in die damalige anarchistische Bewegung, in ihre internen Konflikte und ihren Alltag gibt. Emma Goldman war eine zentrale Figur, bei ihr liefen viele Fäden zusammen, sie war gewissermaßen das öffentliche Gesicht des Anarchistmus in jener Zeit.«
Sabine Hunziker, graswurzelrevolution

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