Zeitschrift Die Aktion

Die Aktion Nr. 211 – Guerilla-Monolog I

Eine historisch-kritische Invention zum bewaffneten Kampf

2. Auflage
Ausgabe II/2005, 25. Jahrgang
Broschur, 96 Seiten, illustriert
€ (D) 8,–
€ (A) 8,30 / sFr 14,50

ISBN 978-3-89401-458-2

Erschienen November 2005
Die Aktion Nr. 211 ? Guerilla-Monolog I
Inhalt

Said: julius caesar wußte nichts davon / Peter Salomon: Das Fest

Glossen und Anmerkungen I
Der Herausgeber: o. T. / Wider die Autorität des Staates / Ein' Feste Burg / La Repubblica: Die USA benutzten im Irak chemische Waffen /
Ebbe Kögel: Nachruf auf Fermin Rocker

Anna Rheinsberg: Das rote Pferd /Prosa
Martin Dieckmann: Die Widerruflichkeit der Normalität
John Holloway: Aufhören, den Kapitalismus zu machen
Caroline Hartge: Mono(d)gatari 42

Guerilla-Monolog I
Der Herausgeber: Vorbemerkung 47
Beiträge von: Blanqui, Carl Einstein, Rudi Dutschke, Bernward Vesper, Ein Unbekannter, Bernd Rabehl, Antonio Negri, Karl orsch, Tupamaros, Herbert Marcuse, Anonym, Aktion für Internationale Solidarität, Internationale Befreiungsfront, Camilo Torres, Peter-Paul Zahl, Frantz Fanon, Cornelius Castoriadis, Abraham Guillén, Che Guevara, Peter Weiss, Zo d'Axa, Emil Henry, Karl Heinz Roth

Glossen und Anmerkungen II
Der Herausgeber: Rauchzeichen aus der Banlieue / Wahrhaftig sein / Ein Durchhaltefilm für das Humankapital / Bei Andruck: Apokalypse / Egon Günther: Ist das Schaf geschoren, freut sich die Fliege / Adi Quarti: Netzwerke und Gegenverschwörungen / Büchernotizen

Textauszug

Aus der Vorbemerkung des Herausgebers:

Dies ist keine zusammenhängende Geschichte des bewaffneten Kampfes. Auch sollen hier weder Lob noch Verdammung ausgeteilt werden. Nichts ist abgeschlossen, was mit dem Wiederauftauchen der revolutionären Bewegung in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann. Nach der Langen Nacht des konterrevolutionären Triumphs, den die Niederlagen und die Stillstellung des Klassenkampfes im Stalinismus und Faschismus bewirkten, waren der Neubeginn und das Wiederanknüpfen das historische Verdienst der antiautoritären Revolte. Das ist das Magische an der Zahlenfolge »1968«: Der Beginn des Aufstands gegen eine verlogene Lebensweise und die Entdeckung der reichen revolutionären Traditionen. Weltweit und universell.
Dieser kollektive Lernprozeß ist der Beginn eines »Langen Marsches«. Und wie es in der Natur der Sache liegt, gingen bei diesem »Marsch« nicht nur Weggefährten verloren, auch Illusionen kamen abhanden. Aber vor allem wurden neue Fähigkeiten und Sichtweisen entdeckt, ins Abseits Gedrängtes wurde zu einem schöpferischen Bewußtsein, das die Lernfähigkeit nicht blockiert.
Die »Guerilla« ist ein Teil des Befreiungskampfes. Sie ist eine Methode der Schwachen gegen die Macht, sie ist die Zuspitzung der Gegenwehr und des Widerstands gegen gesellschaftliche Verhältnisse, die als gewalttätig empfunden werden. Ein Seitenweg, der nicht isoliert betrachtet werden kann. Weder isoliert von den jeweiligen nationalen oder regionalen Gegebenheiten, noch von der internationalen Konstellation. Es handelt sich mithin um ein historisches Kraftfeld, in dem das Verdrängte und Verborgene zu einer Antriebskraft wird und das verschleierte Gewaltverhältnis der Macht bloßgelegt wird. Es sei denn, man nimmt den Standpunkt aller etablierten Machthaber ein, daß nur Kriminelle und Verrückte an der Ordnung rütteln können und daß der Staat die Scheideline zwischen erlaubter Bereicherung und verbotener Widersetzlichkeit zieht. Denn die Frage der Gewalt, die sich in der Theologie des Staates zwar tiefgründig philosophisch gibt, um zwischen zwei gleichen Handlungen die juridische Scheidewand aufzurichten, um Legalität und Illegalität des Handelns festzulegen, löst sich nicht von den schlichten Tatsachen, denen die Macht alles an Wirklichkeit verdankt: Polizei, Armee, Gefängnis.

Nach oben

© Edition Nautilus GmbH - Gestaltung: Maja Bechert