Kunst / Kleine Bücherei
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Daniel Spoerri

Anekdoten zu einer Topographie des Zufalls


Deutsche Erstausgabe
Großformat, Gebunden mit Schutzumschlag,
224 Seiten, illustriert
€ (D) 34,80
€ (A) 35,80

ISBN 978-3-89401-295-3

Anekdoten zu einer Topographie des Zufalls
Inhalt

Es waren zumeist ganz banale Alltagsgegenstände (Flaschen, Schrauben, Streichhölzer, Münzen etc.), die Daniel Spoerri auf ihre Herkunft und Funktion, auf ihre Beziehung zu ihm selbst oder zu Personen seiner Umgebung abgeklopft hat. Das provozierte Kommentare – von kurzen Fußnoten bis hin zu veritablen Debattenbeiträgen -, mit denen vor allem Emmett Williams, Robert Filliou und Dieter Roth diesen Dingen des Lebens auf den bisweilen unsicheren Grund zu gehen versuchen. Klar, daß sie dabei nicht immer auf dem Teppich bleiben. Von besagtem Tisch aber entfernen sie sich nie!

Die hinterlistige Schlüssigkeit noch der aberwitzigsten Abschweifungen im Anekdotenallerlei von Spoerri & Co. hat mit der Dynamik des Nouveaux Réalisme und der aufkommenden Fluxus-Bewegung zu tun – vor allem aber mit dem Verfahren, auf das sich die »Topographisten« geeinigt haben: Jeder neue Kommentar muß sich seine Daseinsberechtigung notfalls auch gegen Zweifel und Anfechtungen der Freunde erkämpfen – also legen sich die Autoren mit Verve ins Zeug, damit Leser und Leserin diese Geländegewinne in der »Topographie« mitmachen, ihr auf den Leim gehen und das Spoerrische Fallenbild somit ein literarisches Äquivalent erreicht.

Zum Autor
Daniel Spoerri

Daniel Spoerri, geb. am 27.3.1930 in Galati (Rumänien), aufgewachsen in der Schweiz. Ab 1959 Objektkünstler, vorwiegend in Paris: Erfinder des Fallenbildes, einfallsreicher Beiträger zahlreicher Nouveau-Réalisme-, Fluxus- und Eat-Art-Aktivitäten, Lehrtätigkeiten u.a. in Köln und München. Daniel Spoerri lebt heute in Seggiano (Italien), wo seine Stiftung »Il Giardino« mit dem angegliederten Skulpturengarten ihren Sitz hat.

Weitere Titel in der Edition Nautilus:
Eat Art

Pressestimmen

»,Attention – Œuvre d’Art!‘ – diese Warnung beliebt der Universalkünstler Daniel Spoerri vielen seiner Werke anzuheften – in Stempelform. Mit der gleichen Warnung ist auch sein Buch ,Anekdoten zu einer Topographie des Zufalls‘ etikettiert. Dieses nach 1945 wohl berühmteste Künstlerbuch, erstmals 1968 erschienen, ist jetzt endlich wieder in seiner deutschen Version als Neuauflage zu haben.
Daniel Spoerri ist ein Magier im Umgang mit Dingen: Das Buch basiert auf einem Experiment, das der Kriminalistik und der Archäologie entlehnt sein könnte. In seinem Pariser Hotelzimmer an der Rue Moufetard 24 steht ein blauer Tisch, voller Gegenstände, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben. ,Heute, 17. Oktober 1961, um 15 Uhr 45‘ beschliesst Spoerri die ,Fixierung‘ des Tisches....
So oder so: Die ,Topographie‘ ist die Bibel des ,Nouveau Réalisme‘ und seiner ,Szene‘. «
Basler Magazin, Wochenendbeilage der Basler Zeitung

»Hiermit möchten wir Daniel Spoerris ,Anekdoten zu einer Topographie des Zufalls‘ für eine Aufnahme in das Guinness-Buch der Rekorde vorschlagen, handelt es sich bei dieser Publikation doch um das verrückteste amüsante Kunstbuch der letzten 40 Jahre (oder das amüsanteste verrückte Kunstbuch), um die leichtsinnigste Form von Tiefsinn und das abwechslungsreichste Ergebnis künstlerischer Sturheit, das wir kennen.«
Wieland Schmied, Süddeutsche Zeitung

»Spoerris Ästhetik steht ganz in Pippi Langstrumpfs Tradition des nachmittäglichen Sachensuchens bzw. folgt dem gesungenen Manifest der rothaarigen Sommersprossendadaistin: ,Ich hab ein Haus, ein Äffchen und ein Pferd.‘ Archäologie des Alltags, Kramologie & Krimsographie. Das Prinzip Fliegenpapier regiert die ,Topographie des Zufalls‘.«
Junge Welt

»Die Anekdoten zu einer Topographie des Zufalls sind so etwas wie ein Adreßbuch der Peripherie. Hier finden wir die Aufmerksamkeit für solche Dinge, die aus der überraschungslosen Welt scheinbar verschwunden sind. Es ist, als ob das Tuch des Himmels vor einem ausgebreitet werde und die platonischen Ideen plötzlich in ihrer nackten Gewöhnlichkeit vor einem liegen, und genau das macht sie ja ungewöhnlich-schön.«
Roger Behrens, Jazzthetik

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