Politisches Sachbuch

Horst Stowasser

Anarchie!

Idee – Geschichte – Perspektive

Überarbeitete Sonderausgabe
Großformatige Broschur, 512 Seiten,
mit mehr als 200 Fotos
€ (D) 28,–

ISBN 978-3-89401-537-4

Erschienen Februar 2007
Anarchie!
Inhalt

»... perfekt ist die Gesellschaft, die Ordnung mit Anarchie verbindet.«
Pierre-Joseph Proudhon

Bunt, bizarr und widersprüchlich, verführerisch für die einen, Inbegriff des Bösen für die anderen, zieht sich die Idee der Anarchie durch die Geschichte der Menschheit. Ist sie ein weltfremder Traum oder ein noch zu realisierender Entwurf? Das Buch berichtet von Versuchen, diese Vision zu verwirklichen. Eine informative und kurzweilig geschriebene Einführung in Ideenwelt und Geschichte des Anarchismus, die neue Impulse gibt.

Anarchie, ein Wort, das von jeher Schrecken ausgelöst hat, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als faszinierende Wundertüte. Sie will das »brutale« Chaos der heutigen Gesellschaft durch das »sanfte« Chaos vernetzter horizontaler Strukturen ersetzen, in der die Herrschaft des Menschen über sich und die Natur überflüssig wird.

Die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen lassen das Interesse an sozialen Entwürfen wieder wachsen, die bisher im Schatten standen. Horst Stowasser stellt die bestechendste Utopie vor: den Anarchismus.

Verständlich geschrieben und umfassend angelegt, ist dieses Buch ein Standardwerk. Neben einer kritischen Einführung in die freiheitliche Ideenwelt macht der Autor eine Reise durch die reiche Geschichte anarchistischer Experimente.

Zum Autor
Horst Stowasser

Horst Stowasser, Autor und Anarchist, geboren am 7. Januar 1951 in Wilhelmshaven, kam schon als Jugendlicher in Argentinien, wo er sein Abitur machte, mit dem historischen Anarchismus in Berührung. In Deutschland gründete er 1971 das anarchistische Dokumentationszentrum »AnArchiv«, eine umfangreiche Sammlung von Dokumenten und Literatur zum Anarchismus.
Horst Stowasser vertrat keine theoretische Strömung des Anarchismus, sondern setzte sich für ein projektorientiertes Wirken ein. Seit 1989 betrieb er gemeinsam mit anderen in Neustadt an der Weinstraße das »Projekt A«, das auf die Verankerung libertärer Ansätze und Vorstellungen in einer Kleinstadt abzielt. Selbstverwaltete Betriebe, Wohnmöglichkeiten und Kulturveranstaltungen sind hier umgesetzte Lebenspraxis und Ausdruck des von Horst Stowasser mit viel Einsatz und Leidenschaft vertretenen »Projektanarchismus«. Seine Ideen und seine umfassenden Kenntnisse über die Geschichte des Anarchismus hat er in zahlreiche Büchern veröffentlicht. Er war Herausgeber diverser Zeitschriften und Magazine und hat zahlreich Aufsätze und Studien zu sozialen und politischen Themen veröffentlicht.
Am 30. August 2009 ist Horst Stowasser im Alter von 58 Jahren verstorben.

Pressestimmen

»… ein dickes, überraschendes und taugliches Grundlagenwerk ….«
Neue Zürcher Zeitung

»… Agitiert nicht, sondern informiert und stellt auch die eigene anarchistische Tradition … kritisch in Frage.«
Martin Zähringer, Appenzeller Zeitung 

»… Ein Kompendium, das in keiner Hausbibliothek fehlen darf.«
Volker Ulrich, Die Zeit 

»Es sind  die Fragen, die das Buch so wertvoll machen ….«
Alexander Solloch, Sachbücher des Monats Juni für NDR Kultur und NDR info

»... Ist zugleich leichtverständliche Einführung und Vertiefung des Themas ….«
Jochen Schilk, Kurskontakte 

»… eine faktenreiche und unterhaltsame Geschichte der Anarchie ….«
Georg Gruber, Deutschlandradio Kultur 

»… ein inspirierendes Handbuch ….«
Joachim Fontaine, Saarländischer Rundfunk 

»… Ein überaus materialreiches Anarchiebrevier (…), das informieren und unterhalten will ….«
Prof. Dr. E. Dauenhauer, Walthari, Zeitschrift für Literatur 

»… eine spannende Lektüre ….«
Zeitschrift für Politikwissenschaft

Textauszug

So gibt es unter Anarchisten alle möglichen Überzeugungen und Strategien der Veränderung. Von Ökologen über Gewerkschafter, Pädagogen, Siedler und Alternativunternehmer bis hin zu den Befürwortern revolutionärer Gewalt und Anhängern strikter Gewaltfreiheit ist alles vertreten. Es finden sich unter ihnen Atheisten und Religiöse, Asketen und Schlemmer, Materialisten und Esoteriker. Für die einen ist der entscheidende Hebel zur Überwindung der Herrschaft die Erziehung, für die anderen der zivile Ungehorsam oder die direkte Aktion; diese wollen mit dem gleichen Ziel Gegenstrukturen aufbauen, jene die Arbeiterschaft gewinnen; Selbstverwaltung ist das Credo von manchen, auch Unterwanderung ist für viele angesagt und wieder andere schwören auf Propaganda, Aufklärung oder das vorgelebte Beispiel. Schließlich gibt es auch Individualisten, denen der Rest der Menschheit ziemlich schnuppe ist und last but not least noch immer welche, die davon träumen, diesem Rest der Menschheit ihre Vorstellungen lieber mit Gewalt aufzuzwingen – mehr oder minder sanft. Die Spezies der blutrünstigen Bombenwerfer allerdings, die das Anarchismusbild so nachhaltig geprägt hat und die Fantasie der Bürger so angenehm-gruselig beflügelt, ist seit langem ausgestorben.

Nun betrachten Anarchisten diese Vielfalt keineswegs als Makel, im Gegenteil, sie sehen darin eine Chance und Bereicherung – die Vorwegnahme jener Vielfalt, die sie in einer künftigen Gesellschaft anstreben. In der Tat nimmt der Anarchismus für sich in Anspruch, die einzige Gesellschaftsstruktur zu sein, die der Tatsache Rechnung trägt, dass Menschen eben sehr unterschiedlich sind.

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