Politisches Sachbuch

John Holloway / Edward P. Thompson

Blauer Montag

Über Zeit und Arbeitsdisziplin

Aus dem Englischen übersetzt von Lars Stubbe

Broschur, 96 Seiten
€ (D) 10,90
€ (A) 11,30

ISBN 978-3-89401-538-1

Erschienen Februar 2007
Blauer Montag
Inhalt

»Das Bemerkenswerteste an Thompsons Text ist wohl, dass er eine solche Freude beim Lesen bereitet. Der Sinn für Humor, der außerordentliche Wissensreichtum und die Liebe zur Geschichte springen uns in jedem Absatz entgegen.« John Holloway

»Zeit ist Geld«, sagt man, und: »Die Zeit rast« – doch seit wann und warum nehmen wir sie so wahr, als Druck, als Drohung? So anschaulich wie anekdotenreich zeichnet Thompson den Wandel der Zeit vom Beginn der Industrialisierung bis zum noch heute bestehenden Kampf um jede freie Minute nach. Holloway aktualisiert in seiner Einführung die Thesen und zeigt mögliche Perspektiven auf.

Vor gut 200 Jahren wurde im Zuge der Industriellen Revolution in England die Zeit zur Uhr-Zeit. Gelebte, an der Natur gemessene Zeit wird zu »mit Arbeit« oder »in Freizeit« verbrachter Zeit, zu »genutzter« oder »verschwendeter« Zeit

1967 stellte E.P. Thompson in seinem Essay dar, dass die veränderte Auffassung der Zeit nicht nur ein Symptom des sich durchsetzenden Kapitalismus ist, sondern ein Schlüsselelement zum Verständnis der modernen Gesellschaft. Von der Organisation und Teilung der Arbeit bis zur durchgeplanten Freizeitgestaltung, alle Strukturen sind von Zeitmessern durchgetaktet.

Für die Neuauflage dieses Klassikers (erstveröffentlicht unter dem Titel Zeit, Arbeitsdisziplin und Industriekapitalismus) schrieb John Holloway jetzt ein Vorwort. In dessen Zentrum steht die Frage, ob die Entwicklung des Zeitbewusstseins nicht auch umkehrbar ist. Kann man zu einer natürlichen, gelebten, ungeteilten Zeit zurückfinden? Diese Frage wurde von Thompson angedeutet und Holloway gibt eine überraschend eindeutige Antwort: Ja!

Zu den Autoren
John Holloway

Edward P. Thompson (1924-1993), britischer Sozialhistoriker und Friedensaktivist. Er gilt als einer der Pioniere einer »Geschichte von unten« und als einflussreicher Vordenker der Neuen Linken. Bekannt wurde er durch sein Buch Die Entstehung der englischen Arbeiterklasse.

John Holloway, geb. 1947 in Dublin, ist Politikwissenschaftler und lehrt seit 1993 an der BUAP in Puebla/Mexiko. Seine Arbeiten zeigen den starken Einfluss der zapatistischen Bewegung in Mexiko. In Deutschland wurde er bekannt durch sein Buch Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen (Münster 2004).

Pressestimmen

»... ein historisch solides Kompendium für jene an Uhrängsten laborierenden Zeitgenossen ....«
Hendrik Werner, Die Welt/Literarische Welt

»... Ein höchst aktuelles, ein schönes Buch.«
Stattzeitung Südbaden 

»Es war eine Freude diesen Text nach Jahren erneut zu lesen.«
Jürgen Mümken, direkte aktion

Nach oben

© Edition Nautilus GmbH - Gestaltung: Maja Bechert