Politisches Sachbuch

Marc Thörner

Der falsche Bart

Reportagen aus dem Krieg gegen den Terror

Deutsche Erstausgabe
Gebunden mit Schutzumschlag, 224 Seiten
€ (D) 13,90
€ (A) 14,30

ISBN 978-3-89401-557-2

Erschienen November 2007
Der falsche Bart
Inhalt

Marc Thörner ist einer der bei der US-Army »eingebetteten« Journalisten im jetzigen Irakkrieg und hat in den letzten zehn Jahren viele journalistische Reisen unternommen: nach Afghanistan, Marokko, Algerien, Ägypten, Tunesien, Pakistan. Dabei liegt sein Augenmerk auf den Verhältnissen hinter der Bilderwelt des Aktuellen: Wie lebt man unter den Verhältnissen, in die der Krieg auf die eine oder andere Weise eingezogen ist. Seine Reportagen leben von der Unmittelbarkeit der Beobachtung und seiner Kenntnis des Islams. Ein alarmierender Bericht!

»Lasst sie doch leben, wie sie leben wollen, das ist nun mal ihre Kultur« und: »Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen.«

Die Worte eines Bundeswehroffiziers in Afghanistan und die eines US-Fallschirmjägers im Irak werden zu Leitmotiven einer Reise über die Kriegsschauplätze des 21. Jahrhunderts.
Wie wollen die Menschen dort eigentlich leben? Woher kommt der Aufschwung des kämpferischen Islamismus? Wieso scheint der Krieg manchen, die ihn vor Ort auskämpfen, schon jetzt der Anstrengung nicht wert?
Unterwegs mit US-Soldaten im Irak, in der deutschen Schutzzone in Nordafghanistan, bei Diskussionen mit Geistlichen im pakistanischen Medersen lösen sich die scheinbar starren Fronten auf; die vorgefassten Bilder verblassen.
Immer wieder trifft der Autor auf Vertreter eines toleranten Islam, auf Demokraten und Reformer; doch überall stehen sie auf verlorenem Posten, weil die Kämpfer gegen den Terror, die vermeintlichen Vorreiter der Demokratie, mit Diktatoren und erzkonservativen Autoritäten Bündnisse geschlossen haben. Was von EU-Außenpolitikern als »kluge Realpolitik« ausgegeben wird, was das Pentagon als neue Strategie vorstellt, folgt noch immer einer im 19. und 20. Jahrhundert begründeten Strategie.
Der Krieg gegen den Terror ist so nicht zu gewinnen. »Vielleicht aber«, so die tunesische Oppositionelle Sihem Bensedrine, »kann man die Flugzeugträger zu Hause lassen, wenn man dem Feind den falschen Bart abreißt.«

Zum Autor
Marc Thörner
© privat

Marc Thörner, Jahrgang 1964. Studium der Geschichte und Islamwissenschaften, lebt in Hamburg. Seit 1994 freier Journalist, überwiegend für ARD-Rundfunkanstalten. Berichtet aus dem Maghreb, den Golfstaaten, dem Irak, Pakistan und Afghanistan. Buchveröffentlichungen u.a.: Von Saddam City zu Sadr City. Die irakischen Schiiten, Göttingen 2005.
2009 erhielt Marc Thörner den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus.

Weitere Titel in der Edition Nautilus:
Afghanistan-Code
Die arabische Revolution und ihre Feinde

Pressestimmen

»Thörner entlarvt mit chirurgischer Präzision den von vielen Medien angestimmten vermeintlichen Kampf der Kulturen ... Eine dringend notwendige und preiswürdige Korrektur der Berichterstattung über die wahren Begünstigten der Kämpfe deutscher Soldaten am Hindukusch.«
Jury zur Verleihung der Otto-Brenner-Preises

»Thörners Berichte lösen die schlichten Vorstellungen vom Krieg gegen den Terror auf. Das gilt auch für die kleinen biographischen Skizzen, die in den einzelnen Kapiteln angefertigt werden. «
Nils Minkmar, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Thörner ist mehrfach als Journalist in den Irak gereist, die US-Armee hat ihn als embedded akzeptiert. Dass das allerdings nicht bedeuten muss, den politischen Absichten der US-Offiziellen nach dem Munde zu reden, belegen seine Beiträge von dort. Aus diesen und weiteren Geschichten von Reisen nach Afghanistan, Ägypten, Tunesien, Marokko, Algerien und Pakistan hat Thörner nun ein sehr lesenswertes Buch geschrieben. Lebenswert ist es vor allem deshalb, weil es fern aller anti-islamischen Klischees, wie sie bei uns gerade sehr in Mode sind, einen offenen Blick hinter die Fassaden wirft. Zugute kommen dem Autor seine arabischen Sprachkenntnisse und die Fähigkeit zu allen vorgefassten Standpunkten Distanz zu bewahren.«
Karin Beindorff, Deutschlandfunk, Politische Literatur

»... versammelt er Hintergrundberichte aus den Hochburgen des kämpferischen Islamismus. Er beschreibt das Geschehen des Irakkrieg, aber auch die gesellschaftlichen Veränderungen in Ländern, die in der Berichterstattung über das Aufkommen des Islamismus gemeinhin zu kurz kommen, etwas Tunesien oder Algerien.«
René Martens, Frankfurter Rundschau

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