Unsichtbares Komitee
Der kommende Aufstand
Original: L’insurrection qui vient, La fabrique éditions
Aus dem Französischen übersetzt von Elmar Schmeda
Deutsche Erstausgabe
Broschur, 128 Seiten
€ (D) 9,90
€ (A) 10,20
ISBN 978-3-89401-732-3
Erschienen August 2010

»Dies ist möglicherweise das Böseste, was ich jemals gelesen habe.«
Glenn Beck, Fox News, USA
Der Aufstand kommt ist ein Buch, das neueste Zeitgeschichte geschrieben hat: Nach Sabotage an einer Eisenbahnstrecke, auf der im November 2008 ein Castortransport mit radioaktivem Material geplant war, wurde es von der französischen Regierung als einziges Beweisstück eines mittlerweile international bekannten »Terrorismusfalls« gehandelt, als ein »Handbuch des Terrorismus« und Vorwand für die skandalöse, z.T. monatelange Inhaftierung von neun Menschen aus dem Dorf Tarnac. Tatsächlich enthält des Buch eine pointierte, situationistisch geprägte Analyse der Reaktionen von Regierungen auf die verschiedenen Unruhen und Volksaufstände in den letzten Jahren. Die brennenden Vorstädte in Frankreich, die Straßengewalt in Griechenland usw. werden von den Regierungen als Gefahr gesehen, die polizeilich und militärisch gebändigt werden müsse, wobei das »Krisenmanagement« die Gesellschaft auch zusammenhalten soll. Für die Autoren dieses Manifests hingegen sind die Revolten revolutionäre Momente, Symptome des Zusammenbruchs der westlichen Demokratien, die sich gegenseitig verstärken und sich ausbreiten. Sie fordern einen Kommunismus, der als »ergebnisoffener« Prozess die Bildung von Kommunen sowie die Restrukturierung der Ökonomie in kleine, lokale Einheiten vorsieht und plädieren für eine anonyme Position der Unsichtbarkeit.
»Nur wir, die in Betonklötzen zur Welt kommen, in Supermärkten Obst pflücken und im Fernsehen nach dem Echo der Welt Ausschau halten, bringen es fertig, geduldig die Enzyklopädie des Desasters zu erstellen.« Unsichtbares Komitee
Anonymes Autorenkomitee
Die Polizei in Frankreich hat im Zuge der "Terroristenbekämpfung" viele Spekulationen angestellt, wer dazugehören mag, aber die Identität der Autoren wurde nie bekanntgegeben.
Nach Sabotage an einer Eisenbahnstrecke, auf der im November 2008 ein Castortransport mit radioaktivem Material geplant war, wurde Der kommende Aufstand von der französischen Regierung als einziges Beweisstück eines angeblich international bekannten »Terrorismusfalls« beschlagnahmt, als ein »Handbuch des Terrorismus«, und war Vorwand für die skandalöse, z.T. monatelange Inhaftierung von neun Menschen aus dem Dorf Tarnac.
Tatsächlich enthält das Buch eine radikale, situationistisch geprägte Analyse der Reaktionen von Regierungen auf die verschiedenen Unruhen und Volksaufstände in den letzten Jahren.
Für die Autoren dieses Manifests sind die brennenden Vorstädte in Frankreich oder die Straßengewalt in Griechenland revolutionäre Momente, Symptome des Zusammenbruchs der westlichen Demokratien, die sich gegenseitig verstärken und sich ausbreiten. Die Autoren fordern einen Kommunismus als »ergebnisoffenen« Prozess, die Bildung von Kommunen sowie die Restrukturierung der Ökonomie in kleine, lokale Einheiten und plädieren für eine anonyme Position der Unsichtbarkeit.
Die Debatte um das Buch wurde kontrovers geführt. Jedem seine Meinung, doch gegen die Anwürfe der tageszeitung, die den »Kommenden Aufstand« als »eine rechte, von Heidegger und Carl Schmitt inspirierte, antimoderne Hetzschrift« (taz vom 23. November 2010) bezeichnet, hat der Verleger Lutz Schulenburg sich in einer Protestnote verwahrt: PROTESTNOTE
»›Der kommende Aufstand‹ steht (...) in einer französischen Traditionslinie, die wahlweise bis Jean-Jacques Rosseau zurückreicht oder bis Jean-Luc Godard. (...) Diese Kommunarden haben den radikalen Gestus Godards geerbt.«
Georg Diez, Der Spiegel
»Es ist ein ersehnter Aufbruch, der hier durchklingt. Sich positionieren und handeln. Verführerisch. Das trifft den Nerv der Zeit. (...) Aber die Strahlkraft der Schrift liegt ganz woanders. Im ersten Teil. Hier liefert sie eine Gesellschaftsanalyse, die mitunter erschreckend treffend ist und Sätze mit einhämmernder Prägnanz liefert. (...) Das Verdienst des ›Unsichtbaren Komitees‹ ist es, eine Gesellschaftsanalyse verfasst zu haben, die in prägnanten Sätzen brennende Probleme unserer Gesellschaft benennt. Sätze, die denkwürdig sind und denen man wünscht, viele Leser zu finden.«
Cordula Echterhoff, Deutschlandfunk, »Andruck«
»Neben all der Philosophie, der faszinierenden Poesie und den Mysterien, die das Buch verbreitet, ist die systemkritische Haltung von ›Der kommende Aufstand‹ unverkennbar. ›Es ist kein Buch, das versucht, den Kapitalismus zu verbessern‹, sagt Eric Hazan. ›Es verteidigt die Welt nicht, in der wir leben. Vielmehr ist es ein Buch, das zum Ziel hat, das System zu stürzen.‹«
Heinz Cadera, 3sat (Kulturzeit)
»Es ist der schneidige Ton, der einen packt. Die Beschreibung der Ödnis, die jeder politisch interessierte Mensch empfindet, der ob der Verhältnisse nicht ganz zynisch geworden ist. (...) Es wäre unredlich, dieses faszinierende, verstörende Büchlein von der Linken wegzurücken.«
Marc Felix Serrao, Süddeutsche Zeitung
»›Der kommende Aufstand‹ gilt als eine Art Manifest des militanten Aussteigertums und als Abkehr von bisherigen Proteststrategien. Es ist auch der radikalste und problematischste Ausdruck eines neuen gesellschaftlichen Unbehagens.«
Der Spiegel
»›Der kommende Aufstand‹ (...) avancierte längst zum Strategiepapier, zum Manifest einer neuen, oder besser: einer wieder entdeckten linken Militanz und ist jetzt auch auf Deutsch erschienen. (...) Es ist von ausgezeichneter sprachlicher Qualität, noch in der deutschen Übersetzung ist der kraft- und schwungvolle, manchmal sogar ans Poetische grenzende Stil zu vernehmen.«
Christian Schlüter, Frankfurter Rundschau
»Leben in der Hölle – Ein linksradikales Manifest ruft zum Widerstand.«
Die Zeit
»Joachim Scholl: Noch mal zurück zu dem Büchlein: ›Ein Aufstand – wir können uns nicht mal mehr vorstellen, wo er beginnt, aber gerade darum ist er notwendig.‹ Mit solchen Sätzen argumentiert das Buch, und es ist ziemlich brillant geschrieben, es macht auch Spaß zu lesen, man hat manchmal den Eindruck, es ist auch so die Dialektik der Aufklärung vom alten Adorno, da steckt noch viel drin, das Leben, das wir unseren politischen Führern einhauchen, ist dasjenige, das man uns raubte. Glauben Sie denn, dass heutzutage noch solche Schriften wirklich eine Art von Manifest werden können, die sich wirklich, sagen wir mal, flächendeckend verbreiten und zum Klassiker werden?
Peter Grottian: Ja, durchaus. Also ich glaube, dass solche Schriften, wie soll ich sagen, den Mut zur Wut, den Mut zur Utopie, den Mut, auch unbotmäßig zu sein, also zivilen Ungehorsam zu sehen als Salz in der Suppe und nicht irgendwie als einen Straftatbestand und Ähnliches mehr, dass diese Bereitschaft steigt.«
Interview mit dem Politologen Peter Grottian im Deutschlandradio Kultur
»Ein Text geht um in Europa. Erst lief er durch Frankreich, dann breitete er sich in England aus, jetzt ist er auf Deutsch erschienen. (...) Das Besondere an dem Buch ist dessen glänzender Stil. Der Text kommt ohne das sonstige phraseologische Sperrholz linker Pamphlete aus, die Autoren schreiben mit situationistischem Schwung und gleichzeitig düsterrevolutionärem Zorn eine ›Ästhetik des Widerstands‹ für das neue Jahrtausend. (...) Während die meisten Europäer seit zwei Jahren angststarr auf die vielköpfige Hydra der Krise blicken und darauf hoffen, dass alles noch mal gut gehen möge, wird hier mit heiterster Miene davon ausgegangen, dass die Katastrophe des Zusammenbruchs längst begonnen hat. Diese Pose einer versonnenen und zugleich heroischen Melancholie macht den Text verführerisch schön, dazu kommt, dass in fast schon größenwahnsinnig selbstbewusster Geste alle Parameter einer dem Untergang geweihten Ordnung en passant abgehandelt werden. (...) Kurzum: Die ersten 60 Seiten sind eine Gegenwartsanalyse, so beißend wie poetisch, geschult an Guy Debord, Antonio Negri, Giorgio Agamben, und oft meint man Michel Houellebecqs Stimme durchzuhören, wenn da genüsslich die Kälte und Vereinsamung der Leistungsgesellschaft beschrieben wird. (...) Das Buch trifft aus drei Gründen einen Nerv. Zum einen bezieht es eine Aura der Hellsichtigkeit aus dem Umstand, dass es geschrieben wurde vor dem kollektiven Schock der Finanzkrise, den es im Nachhinein zu antizipieren scheint. Zweitens machen der aphoristische Parlandostil, die heitere Gewissheit des Untergangs (...) aus dem Text ein Weißbuch des Überlebens in stürmischen Zeiten. Der dritte Aspekt ist wahrscheinlich der beunruhigendste: diese Hohelied auf den Privatismus – pardon: die Kommune – ist höchst beunruhigend in Zeiten, in denen sich europaweit die diffuse Unzufriedenheit, der Frust und die Angst immer heftiger entladen.«
Alex Rühle, Süddeutsche Zeitung
»›Nie war das Gefühl eines unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruchs so lebhaft!‹ So steht es in ›Der kommende Aufstand‹, einem Buch, das dieser Tage auch abseits der Buchhandlungen und Bestsellerlisten stetig an Lesern und Relevanz gewinnt. Glenn Beck, der einflussreiche rechtsanarchistische amerikanische Fernsehprediger, hat schon vor Monaten eine ganze Sendung lang gegen das Werk monologisiert. An britischen und französischen Universitäten wird es als kanonischer Text studiert und besprochen. (...) Die Autoren sind ein namenloses Kollektiv, was nicht verhindert hat, dass das Buch glänzend geschrieben ist. Das schmale Werk, das im Original den Titel ›L’insurrection qui vient‹ hat, könnte das wichtigste linke Theoriebuch unserer Zeit werden.«
Nils Minkmar, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und FAZ.de
»Das französische Manifest ›Der kommende Aufstand‹ kann nicht der Schmuddelecke der deutschen Ideologie zugeordnet werden. Es schöpft aus anderen literarischen Quellen. (...) Von einem Reimport deutscher, namentlich von Schmitt und Heidegger inspirierter Denkform ist da die Rede. Die Autoren von ›Der kommende Aufstand‹ werden damit in eine rechte, chauvinistische und – natürlich – antimodernistische Ecke gestellt, mit der ihr Text nicht das Geringste zu tun hat.«
Cord Riechelmann, Jungle World
»Verglichen mit dem vorletzten ›neuen kommunistischen Manifest‹, ist ›Der kommende Aufstand‹ nicht nur viel weniger verschwurbelt als ›Empire‹, sondern über weite Passagen geradezu brillant. Eine Stärke ist die eindringliche Beschreibung und Analyse der ›Zurichtung‹ (und ›Selbst-Zurichtung‹) der Individuen durch die ›postmoderne‹ Ideologie.«
Jörn Boewe, junge Welt
»Dieses Manifest hat es in sich: In bildmächtiger, teils poetischer Sprache rechnet das anonyme Autorenkollektiv mit den Zuständen des Kapitalismus und seiner Gesellschaften ab.«
pw-portal.de, Portal für Politikwissenschaft Hamburg
»Auf 128 Seiten breiten die Autoren situationistisch geprägte Thesen aus, die es in sich haben. … Man kann das Buch als radikale Zivilisationskritik lesen.«
Daniel Grinsted, Der Tagesspiegel