Politisches Sachbuch

Mahmood Mamdani

Blinde Retter

Über Darfur, Geopolitik und den Krieg gegen den Terror

Aus dem Englischen übersetzt von Maren Hackmann

Deutsche Erstausgabe
Großformatige Klappenbroschur,
384 Seiten
€ (D) 29,90
€ (A) 30,80

ISBN 978-3-89401-736-1

Erschienen März 2011
Blinde Retter
Inhalt

Mamdani beschreibt in diesem fulminanten Buch zweierlei: den politischen und historischen Konflikt in Dafur – und darüber hinaus die Instrumentalisierung dieses Konfliktes als PR-Waffe im „Krieg gegen den Terror“. Beispielhaft demontiert er eine westliche Kampagnenpolitik (die „Save Dafur“-Bewegung), die einen Krieg im „fernen Afrika“ aus seinem politischen Kontext herauslöst und ihn zu einem Fixpunkt der moralischen Empörung macht. Dabei wird mit groben Vereinfachungen bis hin zu offensichtlichen Fälschungen an der Unanfechtbarkeit der westlichen, einer Dämonisierung der arabischen und einer Opferrolle der schwarzafrikanischen Partei gearbeitet.

Was den tatsächliche Konflikt in Dafur und seine historischen Wurzeln betrifft, bietet Mamdanis Buch eine spannende Lektüre über die gesamte Sahelzone und den nordafrikanischen Kontinent: Sklavenhandel, Stammesinteressen, Migrationsströme, Kolonialismus, Islamismus, die sich verschärfende ökologische Krise, Unabhängigkeitsbewegungen, der Kalten Krieg, Bürgerkrieg, Rebellionen und Repressionen werden detailliert und anschaulich untersucht. Er weist nach, wie der Westen in den aktuellen Konflikt involviert ist und ihn zum eigenen Nutzen in den „Krieg gegen den Terror“ einbindet.

Die konsequente Infragestellung der westlichen Perspektive ist es, die die Lektüre dieses Buches zu einem intellektuellen Abenteuer machen. Mamdani versteht es auf sehr anregende Weise, die politischen Sehgewohnheiten und ihre Schlussfolgerungen in eine afrikanische Perspektive zu rücken.

Zum Autor
Mahmood Mamdani

Mahmood Mamdani ist Anthropologe und Politikwissenschaftler und lehrt an der Columbia-Universität in New York. Zuvor hatte er Professuren an der Universität von Daressalam in Tansania, an der Makerere-Universität in Uganda und an der Universität von Kapstadt inne. Von 1998 bis 2002 war er Vorsitzender des »Council for the Development of Social Science Research in Africa«. Das US-Magazin Foreign Policy und die englische Zeitschrift Prospect führten ihn im Jahr 2008 bei ihrer Auflistung der 100 weltweit bedeutendsten Intellektuellen auf dem neunten Platz. Für seine Arbeit wurde Mamdani mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. gewann er 1997 in den USA für das Buch Citizen and Subject: Contemporary Africa and the Legacy of Late Colonialism den renommierten »Herskovits Award« der African Studies Association. Die Universitäten von Addis Abeba und Johannesburg verliehen Mamdani im Jahr 2010 die Ehrendoktorwürde. Er veröffentlicht regelmäßig u.a. in der New Left Review und der London Review of Books. Mamdani ist mit der Filmregisseurin Mira Nair verheiratet und hat einen Sohn. Bei Nautilus erschien 2006 eines seiner wichtigsten Bücher: Guter Moslem, böser Moslem: Amerika und die Wurzeln des Terrors.

Weitere Titel in der Edition Nautilus:
Guter Moslem, böser Moslem

Pressestimmen

»... für den Darfur/Sudan-Kenner ebenso von Interesse wie für den Studenten zivilgesellschaftlicher Mobilisierung ....«
Ole Frahm, hsozkult.geschichte.hu-berlin.de

»... ein Plädoyer für die Selbsthilfe der Völker Afrikas.«
Gerd Bedszent, junge Welt

»... nicht nur eine historisch fundierte Analyse des Darfurkonflikts sondern auch eine scharfe Kritik der Save-Darfur-Bewegung ....«
Marius Hildebrand, Portal für Politikwissenschaft

»... Liest sich wie ein Thriller.«
Taxi

».. ein äußerst faktenreiches, wichtiges, gut lesbares aktuelles Buch über eine Region ...«
Stefan Thimmel, Südlink

»... ein gründlicher und erhellender Beitrag zur Geschichte und Gegenwart des größten Landes Afrikas.«
Paul B. Kleiser, Sozialistische Zeitung

Textauszug
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