Niels Boeing
Alles auf Null
Gebrauchsanweisung für die WirklichkeitMit Illustrationen von Christoph Schäfer und einem Nachwort von Oliver Fahrni
Originalveröffentlichung
Broschiert, 128 Seiten
€ (D) 12,–
€ (A) 12,40
ISBN 978-3-89401-747-7
Erschienen August 2011
»Die Uhr tickt. Oder ist eine Bombe in der Gegenwart? Draußen verändert sich etwas, und es fühlt sich nicht gut an.«
Eine Inventur tut not: Niels Boeing nimmt sie in 99 Behauptungen auf 99 Seiten vor. Vom Leben in der Stadt als kritischer Flaneur oder als Beobachter am Schreibtisch, über Versuche, das Leben – und die Stadt – besser zu machen, von Kunstprojekten und Happenings, von Politik und Liebe berichtet er. Es ist an der Zeit, sich selbst als Bürger, als Konsument, als Mensch in die Waagschale zu werfen. Jede Überlegung spitzt sich in einem Slogan zu. »Profit sucks.« »Der Ausnahmezustand ist bereits eingetreten.« »Die wichtigste Technologie ist Zuhören.« »Opposition ist nicht genug.« »Zivilisation ist eine Kettenreaktion.« »Desertiert haufenweise.« So wird durchgespielt, wo und wofür eine kritische, intellektuelle Generation heute, nach ’68, nach ’89, steht.
Alles auf Null legt die Spielräume und Kampfzonen frei, die auf dem Weg aus dem Kapitalismus zu durchqueren sind.
»Niels Boeing hat die Warterei schon lange satt. Sie entspricht nicht seinem Temperament. In diesem Buch fragt er nach Möglichkeiten. Nach der massenhaften Produktion von Unterscheidung und Möglichkeiten. Vielleicht halten Sie das für eine geringe Ambition. Doch es ist mehr, als wir von den meisten aktuellen Texten erwarten können.« Oliver Fahrni (Nachwort)
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© privat
Niels Boeing, 44, Mitglied des Aktionsbetriebs LOMU – local organized multitude, aktiv im Hamburger Netzwerk »Recht auf Stadt«, Reisender und Journalist u. a. für Die Zeit, Freitag, Technology Review. Co-Autor von »21 000 Kilometer oder die Kunst, sitzen zu lernen – Eine Reise von Hamburg nach Kapstadt mit Bus, Bahn und Boot« sowie »Nano?! Die Technik des 21. Jahrhunderts« (beide bei Rowohlt).
Christoph Schäfer, 47, Bildhauer, Konzept und Videokünstler. Hat als Teil der Gruppe »Park Fiction« das Konzept der urbanen Wunschproduktion entwickelt. Ist Autor von Die Stadt ist unsere Fabrik und aktiv im Hamburger Netzwerk »Recht auf Stadt«.
Oliver Fahrni, 55, Journalist und reisender Sozialwissenschaftler. Früher stellvertretender Chefredakteur der Weltwoche und Auslandschef der Woche. Er führt die geogesellschaftliche Denkfabrik Cargo3 und ist Redakteur der Gewerkschaftszeitung work in Bern.
»Meine wichtigsten Erkenntnisse erntete ich aber in ›Alles
auf Null‹ von Niels Boeing. Mein Herz lachte: ein pestizidlinkes Pamphlet! Wie
diese Kolumne!«
Julia Seeliger, taz-Kolumne
»Es sei an der Zeit, sich selbst als Bürger, als Konsument,
als Mensch bedingungslos in die Waagschale zu werfen, meint Boeing in seiner
kraftvollen, tiefgründigen Abrechnng mit den westlichen Kapitalmonarchien.«
Greenpeace Magazin
»›Die Katastrophe ist nicht das, was kommt, sondern das, was
da ist‹, schrieb das ›Unsichtbare Komitee‹ in einer der radikalsten
Veröffentlichungen des vergangenen Jahrs. Niels Boeings genial betiteltes
Pamphlet ›Alles auf Null‹, ebenfalls in der verdienstvollen Reihe ›Nautilus
Flugschriften‹ erschienen, knüpft an diesen Geist an (...) In knappen,
aphoristischen Kapiteln vollzieht das Buch einen mal polemischen, mal
nachdenklichen Rundumschlag gegen Verwertungslogik und soziale Ungleichheit.
Oya
»In 99 Gedankengängen, jeweils auf einer Buchseite
ausgebreitet und stilistisch eine mutige Mischung aus Tagebuch, Popliteratur,
Blog und Pamphlet, stellt der 44-jährige Vorüberlegungen zu kommenden
Aufständen an. (...) Manches möchte man der Occupy-Bewegung ins Poesiealbum
schreiben. (...) Die Lektüre gleicht einem leicht melancholischen Plausch am
Tresen, vor einem steht auf jeden Fall Kräftigeres als Bier oder Sekt auf Eis.«
Christiane Müller-Lobeck, tageszeitung
»Worum geht’s? Um alles: Leben in der Stadt und Natur, Sex
und Liebe, passiver Konsum und aktive Beteiligung, Vergangenheit und Zukunft,
Technik und Natur..(..)..Das ist hundertman einfallsreicher und relevanter als
das hippe geschwafel der gesamten deutschen Wired-Ausgabe.«
Wolfgang Stieler, heise online
»Die wichtigste Technologie ist Zuhören.«
Ich will eine neue Utopie, horche in Gespräche und Threads hinein, möchte die Leute am Kragen packen und schütteln: Denkt nach, denkt nach! Was sollen wir tun, was willst du tun? Werdet konkret!
Vergeblich. Alle Kanäle sind verrauscht, nur hin und wieder erkenne ich Worte wie »Abschaffung«, »Enteignung«, »Regulierung«, »Solidarität«, aber wer spricht da, wer schafft ab, enteignet, reguliert, ist solidarisch? Dabei wäre der Systemcrash selbst ganz leicht. Ein gut organisierter Bank Run, alle holen einfach ihr Geld ab, und die Kapitalmonarchie steht nackt da, bar aller Guthaben und damit aller Macht.
