Laurie Penny
Fleischmarkt
Weibliche Körper im KapitalismusAus dem Englischen von
Susanne von Somm
Deutsche Erstausgabe
Broschur, 128 Seiten
€ (D) 9,90
€ (A) 10,20
ISBN 978-3-89401-755-2
Erschienen Februar 2012
Unsere Kultur ist besessen von der Kontrolle über den weiblichen Körper, sie quillt über von Darstellungen unwirklicher weiblicher Schönheit. Gleichzeitig weidet sich die Presse an magersüchtigen Starlets, schwangeren Unterschichts-Teenagern und feuchten Schoßgebeten. Laurie Penny, jung und zornig, stellt die versteckten Strukturen der Verdinglichung bloß, die solchen Marktstrategien zugrunde liegen.
»Man erwartet von uns, dass wir selbstbewusst auftreten und sexuell allzeit verfügbar wirken, aber wir sollen uns schämen und werden geächtet, wenn wir Arroganz, Ehrgeiz oder erotisches Verlangen zeigen.« Laurie Penny, angry young woman und Star der englischen Bloggerszene, legt den Finger auf die Wunde. Der Spätkapitalismus brandmarkt den Körper von Frauen im Wortsinne – er brennt sein Markenzeichen ein. Fleischmarkt versucht, einige der Strategien aufzuzeigen, mit denen Frauenkörper entmachtet und kontrolliert werden. In Kapiteln zu Sexualität, Prostitution, Essstörungen, Konsum und Hausarbeit etwa werden Faktoren dargestellt, die für den Handel mit dem weiblichen Fleisch als sexuelles und soziales Kapital von Bedeutung sind. Laurie Penny kennt die Theorien ihrer Vorkämpferinnen, aber sie berichtet von der Front der heutigen Verwerfungslinien und Grabenkämpfe: Riot, don’t diet!
Fleischmarkt ist ein Stück feministischer Dialektik, das den Körper der Frau als sexuellen Stützpunkt des kapitalistischen Kannibalismus offenlegt.

© privat
»›Fleischmarkt‹ ist als Manifest gedacht, das von Hand
zu Hand wandern soll. Laurie Penny fordert nichts weniger als die Rebellion der
Frauen ein, und zwar in der Form von kollektivem Widerstand, verdichtet im magisch-simplen
Wort ›Nein‹. Schön und brav war gestern. Kann das funktionieren? Man fühlt sich
an ein Zitat von George Orwell aus ›1984‹ erinnert: Sie werden sich nie
auflehnen, solange sie sich nicht ihrer Macht bewusst sind; und erst nachdem
sie sich aufgelehnt haben, können sie sich ihrer Macht bewusst werden. Laurie
Penny möchte mit ihrem wütenden Manifest dieses Orwellsche Dilemma
durchbrechen, indem sie Strukturen offenlegt und die Frauen mit lauter Stimme
an ihre Macht erinnert. Aufregend.«
Antonia Kurz, Süddeutsche Zeitung
»Das aufregendste Buch zur Lage der Frau in der Gesellschaft stammt von der 25 Jahre jungen Britin Laurie Penny. Hier ist eine junge Frau, die den Nerv für klare
Worte hat und sich eine bessere Welt immerhin vorstellen kann. Sie erfindet den
Feminismus nicht neu, lenkt die Aufmerksamkeit aber auf Probleme, denen auch 60
Jahre Freuenbewegung nichs anhaben konnten. Und sie tut es so, dass sie viele
Leser/innen erreichen und so manche Diskussion anstoßen wird – vielleicht vor
den Zelten der Occupy-Leute oder aber unter Frauen – zum Beispiel denen, die es
satt haben, Kalorien zu zählen und denen, die wirklich nichts zu essen
haben.«
Sabine Rohlf, Berliner Zeitung
»Nun aber ist das superfeministische Buch ›Fleischmarkt‹ der 26-jährigen Engländerin Laurie Penny auf Deutsch erschienen, und es zeigt radikal und ansteckend, um wie viel mehr es gehen kann. (...) Am Ende ihrer hundertseitigen Schrift fordert Laurie Penny ihre Leserinnen, ach was, DIE Frauen dann auf, sich zu verweigern: ›Ohne die Arbeit, die Frauen umsonst leisten, würde jede westliche Ökonomie innerhalb weniger Tage kollabieren.‹ Phantastisch! Eine Katastrophe!«
Antonia Baum, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Oh, wie lästig sie ist, diese Querulantin! Oh, wie sie nervt mit ihrem klassenkämpferischen Jargon vergangener Jahrzehnte, ihrem polemischen Ton, ihrer einseitigen Argumentation, ihren übersteilen Thesen. Und wie recht sie doch immer wieder hat. Die Bloggerin Laurie Penny, 25, hat eine Schmähschrift geschrieben, in der sie gegen alles hetzt: gegen den Feminismus der zweiten Welle, gegen den "zeitgenössischen Pseudo-Feminismus", gegen den Konsumismus, gegen den Kapitalismus. Und gegen die Männer, natürlich. Das wütende Buch lässt einen die Augen rollen. Und doch öffnet es sie einem immer wieder. Für die Besessenheit, mit der unsere Kultur den weiblichen Körper kontrolliert und diszipliniert. Für den Eifer, mit der wir einer warenförmigen und roboterhaften Erotik nachjagen. Pennys Forderung: "Riot, don't diet!" Unsere Forderung: lesen, nicht lästern.«
Tobias Becker, KulturSpiegel
»Es muss endlich ein Ende haben mit Heidi Klum und der Dressur
des weiblichen Körpers. Die britische Feministin Laurie Penny plädiert für
einen starken jungen Feminismus von heute. (...) Sie nölt nicht an
Befindlichkeiten herum, sie kritisiert herrschende Ideologien. Dass dieser
Gestus seit geraumer Zeit als altmodisch und spielverderberisch gilt, spricht
dafür, dass er so nötig ist wie nie. Es ist befreiend, Laurie Penny zu lesen,
denn der entscheidende Vorteil ihrer ›materialistischen Sicht auf Geschlecht
und Gesellschaft‹ ist, dass der vor dem ideologischen Trick schützt, der sich
in der Aussage verbirgt: Wenn du Schmerzen hast, befrage dich selbst,
entspanne, trainiere, organisiere dein Leben. Du kannst alles haben, du musst es
nur wollen. (...) Eine grundsätzliche Verwechslung wird kaum verstanden und
selten so klar thematisiert wie in Pennys feministischem Manifest. Jene
Verwechlung nämlich, durch die man Freiheit und Emanzipation realisiert glaubt,
auf einem liberalen Markt, auf dem Frauen ja längst frei sind, durch Arbeit und
Konsum teilzunehmen und dabei den eigenen Wert zu messen und zu verhandeln –
aber eben nur genau so frei. (...) Ihr Buch ist eine starke Ermutigung für
einen jungen, lebendigen Feminismus.«
Marie Schmidt, Die Zeit
»Doch statt die Hände über plastische Chirurgie,
kotzende Teenies oder Fick-mich-Fotos zu ringen, fordert sie Widerstand –
›riot, don’t diet!‹ (...) Hier ist eine junge Frau, die den Nerv für klare
Worte hat und sich eine bessere Welt immerhin vorstellen kann. Sie erfindet den
Feminismus nicht neu, lenkt die Aufmerksamkeit aber auf Probleme, denen auch 60
Jahre Frauenbewegung nichts anhaben konnten. Und sie tut es so, dass sie viele
Leser/innen erreichen und so manche Diskussion anstoßen wird – vielleicht vor
den Zelten der Occupy-Leute – oder aber unter Frauen – zum Beispiel denen, die
es satt haben, Kalorien zu zählen und denen, die wirklich nichts zu essen
haben.«
Sabine Rohlf, Frankfurter Rundschau
»Mit klarsichtiger Schärfe analysiert die britische Bloggerin die Mechanismen, die Mädchen und Frauen nötigen, in (schein)emanzipierten Zeiten ihre Haut zu Markte zu tragen. (...) Laurie gehört zu den im angelsächsischen Raum so genannten Third-wave-Feministinnen. Zeit, dass sich auch die deutschen Mädchen der dritten Welle mal an das heiße Thema der sexistischen Zurichtung und Pornografie wagen.«
EMMA
»Die 26-Jährige Journalistin und preisgekrönte Bloggerin bringt die Geschlechterwelt erneut in Wallung: mit einem schmalen Büchlein im Empört-euch-Format, das in Feuilletons wie Frauenherzen eingeschlagen ist wie eine Bombe. Der lakonische Titel: ›Fleischmarkt‹. Und in der Tat: Laurie Penny hat die Messer gewetzt.«
Chantal Louis, Emma
»Das Buch ist ein Manifest, das zeigt, dass es höchste
Zeit ist für eine neue (queer-)feministische Bewegung.«
Anna Bock, die tageszeitung
»Ihr Buch ist für viele junge Leute das wichtigste politische Buch des Jahres zum Thema Geschlechterrollen. Denn Laurie Penny ist in vielerlei Hinsicht faszinierend.«
Julia Fritzsche, Bayern 2 Radio, »Notizbuch«
»Es lohnt sich, das Buch zu lesen, weil es erfrischend wirkt in mitten eines coolen Feminismus, der nur noch nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie fragt, Teilhabe an Erfolg und Konsum erreichen will und damit eine neoliberale Umgestaltung der Gesellschaft unterstützt. Und das Buch ist wichtig, weil es zeigt, dass was als Vertrautes und Unberührtes gilt, nicht außerhalb der kapitalistischen Verwertungslogik gedacht werden kann. Und vielleicht ändert Pennys ›Fleiscmarkt‹ auch den eigenen Blick, den man auf seinen Körper wirft, der niemals nur der eigene sein kann.«
Michèle Marik, woxx
»Ein Gespenst geht um in Europa (und darüber hinaus)
und es wird (wieder) beim Namen genannt! – Ohne sich hinter Präfixen wie Post-,
Pop-, Alpha, Queer... zu verbergen oder zu schmälern, setzt Laurie Penny,
Autorin von Fleischmarkt, einem schmalen Bändchen, das das Zeug zu einem
neuen feministischen Manifest hat, mit klaren Worten und gegen jede Ironie auf
das ›F-Wort‹. (...) Bleibt nur noch zu wünschen, dass für die Umsetzung diesem
Buch eine rege Lesetätigkeit und fruchtbare Diskussion beschieden ist. Im Namen
des Feminismus!«
Anna Nühmer, Grundrisse, Zeitschrift für linke Theorien & Debatte
»Penny fragt, wie zwischen sexistisch-pornographischen Bilderfluten eine beglückende Sexualität gelebt werden kann. (...) Ihre feministische Kapitalismuskritik ist kein Neuschnee, aber so eingängig geschrieben, dass viele sie lesen werden. Und so könnte Fleischmarkt so manche Diskussion anregen: Zum Beispiel eine zwischen Frauen, die T-Shirts mit Playboy-Bunnys hassen, und denen, die sie in in Sweatshops nähen.«
Missy Magazine
»Penny kann die komplexen Zusammenhänge von Gender und neoliberaler Ökonomie auf einen Schlag sichtbar machen, weil sie ganz ungeniert, altmodisch und auf gewisse Weise hochaktuell, in kämpferischer Absicht Kapitalismus- wieder mit Patriarchatskritik verschränkt und dabei das Ganze, die Totalität in den Blick bekommt: Kapitalismus als Gesellschaftsordnung fußend auf einer Geschlechterordnung und eben nicht bloß als Wirtschaftssystem.«
Barbara Eisenmann, SWR2, Die Buchkritik
»Sie
ist eine radikale Denkerin und sie ist eine radikale Schreiberin. (...) Sie hat
einen jungen, frischen Blick, aber es ist gleichzeitig ein Instrumentarium, das
wir aus den 60er, 70er Jahren kennen. Und das von einer Frau, die heute Mitte
zwanzig ist.«
Mithu Sanyal, WDR 3 Resonanzen
»Der
Triumph, freiwillig zu hungern, ist, wie Penny schreibt, bis heute die größte
Niederlage des Feminismus. Dagegen muss es heißen: Bleibt hungrig!«
Sonja Vogel. tageszeitung
»Von Pornografie über Magersucht bis zur Hausarbeit: Die Abwertung des Weiblichen geht tief. Die britische Journalistin Laurie Penny schaut dort hin, wo es wehtut. Trotzdem macht ihr Buch Mut. (...) Es zeigt, in welche Richtung eine neue feministische Bewegung gehen könnte: Es braucht Diskussionen und Aktionen zu Ökonomie UND Identität, zu Arbeit UND Sex und Sprache und vielem mehr – oder um es altmodisch zu sagen: zum Unterbau UND zum Überbau.«
Bettina Dyttrich, WoZ – Die Wochenzeitung
»Es ist das erfrischend Aufregende an Laurie Pennys
feministischem Manifest, dass es über sein Anliegen weit hinausschießt. (...)
Geschrieben hat sie mit Herzblut; mit der Fassungslosigkeit und dem Zorn einer Jugendlichen,
die hinaustritt in die Welt und diese verstellt findet; zugerichtet so, dass
das Lebendige, das nicht-zu-Vergesellschaftende am Menschen verkümmern muss;
ein durchökonomisierter Wahnsinn, der Tote zu Lebzeiten produziert. Nicht nur
Frauen, auch Männer ohne Kraft, Hoffnung und Begehren.«
WDR Gutenbergs Welt
»Wisst ihr was? Fahrt zur Hölle. Ich lese jetzt Laurie
Penny. Sie hält sich in ›Fleischmarkt‹ nicht mit handzahmen, unbedrohlichen Appellen
für ein bisschen gerechte Bezahlung, ein bisschen reproduktive Freiheit und ein
bisschen männliche Hilfe im Haushalt auf. Penny wagt einen gründlichen
Rundumschlag gegen die spätkapitalistischen Kontrollmechanismen über den
weiblichen Körper: die Pornofizierung der Sexualität, Magersucht als Extrem der
Unterwerfung, Gewalt gegen Frauen und Transfrauen und häusliche Fronarbeit als
kapitalistische Konstruktion. Ihre Grundaussage ist ebenso simpel, wie radikal:
die Art und Weise, in der Frauen heutzutage in den westlichen Industriegesellschaften
leben, hat mit Freiheit nicht das Geringste zu tun.«
Britta Meyer, Aviva-Berlin
»Eine Polemik gegen die Zurichtung weiblicher Körper zum Konsum. Ermutigt
Frauen, die Selbstausbeutung zu verweigern, und könnte so den patriarchalen
Kapitalismus aus dem Gleichgewicht bringen.«
Die Zeit, Empfehlungen der Redaktion zur Leipziger Buchmesse 2012
»Empörungspotential: hoch. Das Buch könnte das Manifest einer feministischen
Partei werden.«
Bücher-Magazin
»Das Buch liest sich gut, Laurie haut gehörig auf den Putz und sie hat in vielem Recht. (...) In Zeiten autoritärer Tendenzen des Konkurrenzsystems (das, aber das nur am Rande, übrigens auch Männer in Unfreiheit hält) kann es gar nicht genug Bücher geben, die ›riots, not diets‹ fordern.«
Trust
»Das Verdienst Laurie Pennys ist die kompromisslose
Deutlichkeit, mit der sie die gesellschaftlichen Verformungen benennt. Wer die
Kontrolle verliert, wird sie dort zurückerobern, wo er die Möglichkeit hat. Das
ist der Körper. Der Eigene.«
Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung
»Laurie Penny ist eine zornige Feministin, die die Schnauze voll und eine schneidend klare Rhetorik im Gepäck hat. Die 25-jährige Bloggerin aus London nennt ihren Text Fleischmarkt eine Flugschrift, was eine revolutionäre Botschaft impliziert, etwas zum Aufheben und unter der Hand Weitergeben. Wenn das mit diesem Buch massenhaft gelänge, bis etwa zum Pflichtstoff in den Schulen wird, dann wäre schon mal etwas erreicht.«
ver.di Publik
»In einer wahren Tour de Force deckt Penny alle
Ungerechtigkeiten auf, die die moderne westliche Welt für ihre weibliche Hälfte
bereit hält. (...) Penny verdichtet die Thesen ihrer Vorbilder zu einem
einseitigen, tendenziösen, unerbittlichen und ungerechten Pamphlet, das genau
deswegen so aufrüttelnd und notwendig ist und deren Autorin mit den
kompromissbereiten, weichgespülten und letztendlich kraftlosen Alphamädchen
allerhöchstens das Geschlecht gemein hat.«
LitMag-Quickies.de
»Laurie Pennys Sätze sind scharf wie Rasierklingen. Sie seziert eine verrückte Welt mit chirurgischer Präzision. ›Fleischmarkt‹ ist ein Lehrstück, hier können Sie lernen, das Messer zu führen.«
Warren Ellis
