Marc Thörner
Die arabische Revolution und ihre Feinde
Originalveröffentlichung
Broschur, 160 Seiten
€ (D) 12,90
€ (A) 13,30
ISBN 978-3-89401-757-6
Erschienen Februar 2012
Am Mittelmeer scheint die NATO den Demokraten Feuerschutz zu geben, doch als Marc Thörner durch Afghanistan reist, erlebt er eine andere Seite des Bündnisses: Dort alimentiert die NATO ein System, das aus einer erzfundamentalistischen Zentralregierung und zahlreichen diktatorischen Warlord-Fürstentümern besteht. Mal Vorkämpfer, mal Feind der Demokratie – gibt es hinter diesen Widersprüchen westlicher Politik eine Logik? Die Frage führt den Autor auf seiner Spurensuche durch mehrere Länder: Libyen, Tunesien, Saudi-Arabien, Irak, Syrien und schließlich wieder Afghanistan. Immer deutlicher kristallisiert sich dabei heraus:
Der islamische Extremismus ist nicht allein im Orient entstanden, sondern Teil einer gemeinsamen west-östlichen Anti-Aufklärung. Ihre prägenden Vordenker sind nicht muslimische, sondern europäische Intellektuelle und Militärs.
Sie sind eine Gefahr – nicht nur für die arabische Freiheit.

© privat
Marc Thörner, Jahrgang 1964. Studium der Geschichte und Islamwissenschaften, lebt in Hamburg. Seit 1994 freier Journalist, überwiegend für ARD-Rundfunkanstalten. Berichtet aus dem Maghreb, den Golfstaaten, dem Irak, Pakistan und Afghanistan. Buchveröffentlichungen u.a.: Von Saddam City zu Sadr City. Die irakischen Schiiten, Göttingen 2005.
2009 erhielt Marc Thörner den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus.
Weitere Titel in der Edition Nautilus:
Afghanistan-Code
Der falsche Bart
»Das Resümee aus diesem kompakten, gleichwohl inhaltsreichen
und sehr authentischen Buch: unheilvoll (und ganz nebenbei widersprüchlich),
wenn Demokratie zum Mittel der Dominanz und des militärischen Vorteils gerät
und die Nato dabei, wie in Afghanistan, ein System aus einer
erzfundamentalistischen Zentralregierung und diktatorischen Warlords
alimentiert. Richter und Polizisten werden ausgetauscht; hinter der Fassade
aufgeklärter Politik bleiben ungute Strukturen und altes Denken am Werk.«
Arno
Kleinebeckel, Kölner Stadtanzeiger
»Marc Thörner, ein profunder Kenner der arabischen Welt, hat
ein kleines, aber sehr wichtiges Buch geschrieben, das zudem unter die Haut
geht. Phänomenologisch sehr erhellend und erzählerisch beeindruckend schildert
der Autor immer wieder seine persönlichen Erfahrungen, die den Ausgangspunkt
seiner theoretischen Erörterungen bilden.«
Karl-Heinz Breier, Portal für
Politikwissenschaft
»Eine Flugschrift soll es sein – ein wichtiger und
hintergründiger Zwischenruf ist es geworden: Marc Thörners ›Die arabische
Revolution und ihre Feinde‹ ist ein akribisch reherchiertes Werk, das
nachweist, dass die Außenpolitik des Westens nicht nur auf tönernen Füßen steht, sondern auch demokratischen Gehversuchen am Hindukusch und in Nordafrika
mehr als nur ein Bein stellt.«
Dominik Peters, zenith, Zeitschrift für den Orient
»Seine Reiseberichte vorwiegend über Libyen
(Schwerpunkt Bengasi) und Afghanistan sind nicht nur wegen ihrer Authentizität,
sondern auch wegen ihrer Sachkenntnis spannend zu lesen.«
Balduin Winter, Kommune
»Dieses Buch sollte zur Pflichtlektüre für die Abgeordneten des Deutschen Bundestages erklärt werden.«
Volker Saupe, Berliner Zeitung, zu ›Afghanistan-Code‹
»Nach der Lektüre fragt man sich, was deutsche Truppen in einem Land zu suchen haben, dessen innere Konflikte sie entweder nicht ganz überschauen oder im Interesse der unkomplizierteren Ausübung ihres Mandats ignorieren.«
Franziska Augstein, Süddeutsche Zeitung, zu ›Afghanistan-Code‹
