DER VERLAG, DAS SIND ..
Gruppe

Wir unterstützen die Arbeit der
Kurt-Wolff-Stiftung zur Förderung
einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene:
www.kurt-wolff-stiftung.de

logo300

Verlagsanschrift:
EDITION NAUTILUS GMBH
Schützenstraße 49 a
D – 22761 Hamburg
Germany

Tel.: 0049 (0)40/721 35 36
Fax: 0049 (0)40/721 83 99
E-Mail: info@edition-nautilus.de

 

 

Hanna_Mittelstaedt
Katharina_Picandet

Hanna Mittelstädt
Lektorat/Lizenzen
hannamittelstaedt@edition-nautilus.de

Katharina Picandet
Lektorat/Lizenzen
lektorat@edition-nautilus.de

Katharina_Florian
Franziska_Otto

Katharina Florian
Presse
presse@edition-nautilus.de

Franziska Otto
Veranstaltungen
veranstaltungen@edition-nautilus.de

Katharina_Buenger

Klaus Voß

Katharina Bünger
Vertrieb
vertrieb@edition-nautilus.de

Klaus Voß
Herstellung
data@edition-nautilus.de

Umschlaggestaltung der Bücher:
Maja Bechert
www.majabechert.de

 

 

VERLAGSPORTRÄT

Seit seiner offiziellen Gründung am 1. April 1974 (Eintrag im Handelsregister) hat der Verlag fast 900 Titel publiziert, davon sind derzeit etwa 350 noch lieferbar. Wir haben 63 Bände der »Kleinen Bücherei für Hand und Kopf« gemacht, 14 Bände der Franz-Jung-Werkausgabe, 19 Bände der Krimireihe »Kaliber .64«, 31 Nummern der »Revolte!« und stolze 220 Nummern der »Aktion« (in 80 Ausgaben) sowie, »same procedure as every year«, sieben Variationen von »Dinner for One« in Buchform.

Lutz_Schulenburg

Lutz Schulenburg in Plau am See, April 2013, © KP Flügel

Das 40. Jubiläum 2014 stand auch im Schatten des Todes des Verlegers: Lutz Schulenburg war am 1. Mai 2013 nach kurzer schwerer Krankheit wenige Tage nach seinem 60. Geburtstag unerwartet gestorben. Nahezu vierzig Jahre lang war er als Verleger der Edition Nautilus eine feste, wenn auch subversive Größe in der Verlagswelt. Er fehlt uns. Doch die verbleibende Crew, inzwischen in Form einer Mitarbeiter-GmbH, steuert die Nautilus nun ohne ihn durch bewegte Gewässer und arbeitet in seinem Geist weiter, der auch der unsere ist!

Über ihr politisches Engagement waren Hanna Mittelstädt, Lutz Schulenburg und Pierre Gallissaires mehr zufällig als absichtsvoll in die Verlegerei hineingerutscht: zunächst durch die Herausgabe einer Zeitschrift und diverser Flugschriften unter dem Label MAD-Verlag, Materialien, Analysen, Dokumente, der sich nach einer Klage des gleichnamigen Satireblatts in Edition Nautilus umbenannte.

»Ein Gedicht kann genauso revolutionär sein wie ein theoretischer Text.« Getreu dieser Devise wurden neben Schriften der Anarchisten und Situationisten auch solche der Dadaisten und Surrealisten veröffentlicht. Bald fanden auch die ersten Autobiografien, u.a. von Jacques Mesrine, Charles Mingus, Billie Holiday und Franz Jung, sowie unerschrockene Prosa junger Autoren wie Franz Dobler, Ingvar Ambjørnsen, Anna Rheinsberg und Sean McGuffin Eingang ins Programm.

Parallel dazu wurde die Werkausgabe von Franz Jung in Angriff genommen und 1997, nach 16 Jahren und zwölf Bänden, vollendet. Diese förderungsfreie Edition ging sehr zu Lasten der Verlagsökonomie aus, die in der Edition Nautilus stets um einige wenige Verkaufserfolge herum organisiert werden muss, etliche Jahre lang etwa um den zweisprachigen Silvester-Dauerbrenner Dinner for one, der inzwischen neben dem Original in sechs regionalen Bearbeitungen lieferbar ist. Nicht ganz so erfolgreich, aber ebenso unverzichtbar war Die Aktion, eine der letzten streitbaren Zeitschriften für Politik, Literatur und Kunst, die wir aber mit der letzten Hommage-Nummer für Lutz Schulenburg im September 2013 eingestellt haben. 

Als »gut gelaunt und ein bisschen anarchistisch« charakterisierte der Reporter des Bergedorfer Wochenblatts das Verlagskollektiv, das nach der Veröffentlichung dreier Bücher von Karl-Eduard von Schnitzler plötzlich auch der Lokalpresse ein Porträt wert war. Diese absichtsvolle programmatische Grenzverletzung, keineswegs die erste im Lauf der Verlagsgeschichte, ermöglichte u.a. die Herausgabe von Abel Paz’ großer Durruti-Biografie.

Ein erfreulich zahlreiches Lesepublikum eroberten auch die Bücher von Wiglaf Droste, Subcomandante Marcos, Inge Viett, Paco Ignacio Taibo II, vor allem seine Che-Guevara-Biografie, sowie einige Titel aus der »Kleinen Bücherei für Hand und Kopf«, inzwischen auf 60 Bände angewachsen, etwa die Grotesken von Kurt Schwitters oder die Aphorismen von Francis Picabia. Dessen Aphorismus »Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann« gibt nach wie vor ein zuverlässiges Verlagsmotto ab. 

Preisverleihung

Verleihung des Kurt-Wolff-Preis an die Edition Nautilus 2004 in Leipzig

Im März 2004 wurde der Edition Nautilus auf der Leipziger Buchmesse der Kurt-Wolff-Preis überreicht. Sie wurde damit für ihr anspruchsvolles literarisches Programm, für ihre Künstlerbiografien und die Herausgabe der Franz Jung Werke geehrt. Der Verlag erhielt für sein außergewöhnliches Programm außerdem zweimal den Verlagspreis der Freien und Hansestadt Hamburg (Kulturbehörde) 1993 und 2002.

Im neuen Jahrtausend konnte das Nautilus-Programm die Folge der Roten Ziegel um weitere Kompendien der Basisbewegungen erweitern: etwa um den berühmten Wälzer von Horst Stowasser: Anarchie, eine überarbeitete Neuausgabe der Autobiografie von Emma Goldman, Gelebtes Leben, ein Handbuch zur Direkten Aktion von David Graeber oder das 600-Seiten-Werk Schwarze Flamme von Lucien van der Walt und Michael Schmidt. Mit Michael Warschawski, Mahmood Mamdani, Eyal Weizman oder Gilbert Achcar holte die Edition Nautilus hochkarätige internationale Kritiker an Bord. Beiträge zur Zeitgeschichte der BRD liefern u.a. die Zeugnisse ehemaliger Protagonisten des bewaffneten Kampfes: Karl-Heinz Dellwo, Inge Viett, Gabriele Rollnik.

Die Krimisparte des Programms wurde einst begründet mit der Schwarzen Trilogie Léo Malets und dann durch Ingvar Ambjørnsen und Robert Brack vielseitig fortgesetzt. Vor einigen Jahren startete die handliche Kleinformatreihe Kaliber .64, in der namhafte Autoren wie Friedrich Ani, Frank Göhre, Susanne Mischke und andere Kleinode des Genres präsentieren. Und ein Krimi war es auch, der dem Verlag dann seinen zahlenmäßig bisher größten Erfolg einbrachte.

Eines Tages bot Andrea Maria Schenkel ihr Manuskript Tannöd zur Publikation an. Der Krimi überzeugte das Verlagsteam, wurde kostendeckend kalkuliert und erschien im Februar 2006 in einer Auflage von 2800 Exemplaren. Das Risiko sollte gering bleiben, schließlich hatte noch nie jemand etwas von der Autorin gehört. Das sollte sich schnell ändern. Das Krimidebüt von Andrea Maria Schenkel zog weite Kreise, und ein Jahr nach der Veröffentlichung landete es auf der Spiegelbestseller-Liste, wo es wochenlang Platz 1 besetzte, bis ihr zweiter Krimi, Kalteis, ihn auf Platz 2 verdrängte. Für beide Krimis wurde sie mehrfach ausgezeichnet, und Tannöd wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

Plakat 40 Jahre Nautilus

Durch diesen fast märchenhaften Erfolg konnte das inzwischen gewachsene Verlagsteam aus den drei Büroräumen über einer Einkaufspassage in der Bergedorfer Fußgängerzone in ein ehemaliges Fabrikgebäude in Hamburg-Bahrenfeld ziehen. Hier werden jetzt AutorInnen wie Shumona Sinha, Jochen Schimmang und Ingvar Ambjørnsen gepflegt, das Flugschriftenformat widmet sich aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen (Jack Urwin, Mithu M. Sanyal, Hans-Christian Dany, Niels Boeing, Christoph Twickel, Deniz Yücel...). Erfolgreiche Kreise zogen die Bücher Fleischmarkt und Unsagbare Dinge von Laurie Penny und Pussy Riot! mit Texten der gleichnamigen Punk-Band, und besonders kontrovers diskutiert wurde Der kommende Aufstand des Unsichtbaren Komitees.

Unsere aktuell wichtigsten deutschsprachigen Krimiautoren sind Matthias Wittekindt mit Der Unfall in der Rue Bisson sowie Robert Brack mit den Lenina-Rabe-Büchern und seiner Trilogie über die Journalistin Klara Schindler, deren letzter Ermittlungsauftrag die Aufklärung des Reichstagsbrandes 1933 in Berlin war. Internationale, vielbeachtete Nautilus-Krimiautoren sind u.a. Alan Carter, Declan Burke und Jérôme Leroy.

Alle Kraft voraus arbeiten wir seit mehr als 40 Jahren an unserem Programm, das sich darin treu geblieben ist: es ist unkonventionell, eigenwillig und kämpferisch.

 

Nach oben

© Edition Nautilus GmbH - Gestaltung: Maja Bechert